Wertheim

Stadtmarketing Mitglieder des Wertheimer Vereins unternahmen eine Informationsreise nach Nagold

Mit dem Bus kostenfrei zu Geschäften und Einkaufszentren

Wertheim.Zu einem Erfahrungsaustausch mit der Leiterin des Nagolder City-Vereins, Anna Bierig, reisten Mitglieder des Stadtmarketingvereins nach Nagold.

Nagold hat fast die gleiche Einwohnerzahl wie Wertheim. Auch dort kämpft man mit dem Strukturwandel von Innenstädten und Handel. Mit vielen Maßnahmen hat man es in den vergangenen 15 Jahren aber geschafft, die Innenstadt und die Handelsstruktur attraktiver zu gestalten. Leerstände kennt man in Nagold nicht. Es gelang sogar, C&A und H&M anzusiedeln. Die Stadt ist Magnet: auch für Bewohner von Calw, Freudenstadt, Herrenberg oder Altensteig.

Vorteil im Vergleich zu Wertheim ist, dass der größte Teil der Einwohner sehr innenstadtnah wohnt und nicht auf eine große Fläche wie in Wertheim verteilt leben. Insbesondere zwei Maßnahmen waren es, die Nagold aus seinem Dornröschenschlaf gerissen haben: Innenstadtnahe Parkflächen ermöglichen einen Zugang in die Stadt auf kurzen Wegen. Daneben profitiert die Stadt noch heute von der Landesgartenschau im Jahr 2012. Wie Anna Bierig berichtete, haben erst damals viele Bewohner des Umlandes Nagold als attraktive Stadt wahrgenommen und sind ihr bis heute als Besucher und beim Einkauf treu geblieben.

Weiterer Pluspunkt, so Bierig, sei das außerordentliche bürgerschaftliche Engagement in der Stadt. Hinzu komme eine in der Stadt verwurzelte mittelständische Industrie, die als Sponsoren erhebliche Mittel in der Stadt investieren. Ferner profitiere der Handel, dass fünf Mitglieder des Gemeinderats aus dem Einzelhandel kommen, und so dafür sorgen, dass deren Interessen gehört und beachtet werden.

Wohngebiete vor der Stadt sind durch einen City-Bus mit der Innenstadt vernetzt. Dieser Bus pendelt während der Öffnungszeiten zwischen der Altstadt und den Einkaufsmärkten. Die Benutzung ist kostenlos; er hält auf Handzeichen an jeder gewünschten Stelle. Finanziert wird er durch die Stadt sowie Werbung auf dem Bus.

Standards gesetzt

Vor einigen Jahren erarbeitete man mit dem Einzelhandel ein „City-Commitment“. Hierin verständigte man sich unter den teilnehmenden Händlern auf Mindestöffnungszeiten. Unter der Woche bis 19 Uhr, am Samstag bis 18 Uhr. Daneben verpflichtete man sich, bestimmte Standards hinsichtlich Schaufenstergestaltung, Warenpräsentation, Beleuchtung und Servicequalität einzuhalten.

Zu den Erfolgsgeschichten zählt auch das Magazin „Nagold erleben“, das zweimal im Jahr in einer Auflage von jeweils 170 000 Stück erscheint und in einem weiten Umkreis verteilt wird. Hierin können die Nagolder Händler Werbung für ihre Geschäfte schalten. Ergänzt wird das Magazin um redaktionelle Beiträge und dient als Werbeträger für Veranstaltungen.

Nach dem Aufenthalt in Nagold waren sich die Teilnehmer sicher, dass man einiges von dem Besuch mitnehmen könne. Beeindruckt hat insbesondere die enge Zusammenarbeit des Handels und die nachhaltige strategische Arbeit der Kommunalpolitik. smw