Wertheim

Gruppensingen Auftritte der Mitgliedschöre der Gruppe VI des Sängerbunds Badisch-Franken in Höhefeld demonstrierten Harmonie und Zusammengehörigkeit

Mit Musik geht wirklich alles besser

Gemeinsames Singen erhält Werte der Gesellschaft. Mitglieder der Gruppe VI des Sängerbunds Badisch-Franken musizierten erstmals in Höhefeld.

Höhefeld. Im Bürgerhaus von Höhefeld sangen fünf der neuen Mitglieder in der Sängergruppe VI des Sängerbunds Badisch-Franken (SBF).

Beim sogenannten „Gruppensingen“ besteht ein Großteil der Zuhörer aus den anderen Chören. Fachfremde Zuhörer sind eher selten, bedauerte der Vorsitzende der Sängergruppe Wolfgang Runge. Er sieht es „kritisch“, wenn Chöre nur für Chöre singen. Anderseits sei dieses Gruppensingen auch ein gutes Vergleichselement für den Ist-Zustand des eigenen Chores, so der Bundesvizepräsident des Sängerbundes Hubert Heffele. Insgesamt 67 Chöre aus dem Main-Tauber und Neckar-Odenwald-Kreis gehören dem Sängerbund an und alle eint die Freude an der Musik.

Runge erinnerte daran, dass das Chorsingen in seinen Anfängen ganz anderen Idealen folgte als heute. Als der SBF 1876 gegründet wurde, war der Phonograph, ein Vorläufer des Plattenspielers, noch gar nicht erfunden und auch Musik aus dem Radio kam erst in den 1920er Jahren auf.

Viele Gesangsvereine wurden in einer Zeit gegründet, „als Zusammenhalt und Zusammenstehen gesellschaftlich notwendig waren. Die frühen Chorvereine wurden nicht zum individuellen Spaß gegründet, ihre Gründer verfolgten gesellschaftliche und politische Ziele“, so Runge bei einem Blick in die Historie. Doch das ist heute ganz anders. Musik sei zu einer ständigen Geräuschkulisse verkommen und die individuelle Selbstverwirklichung und individueller Spaß stehen im Vordergrund. Trotzdem ist Chorsingen immer noch Gemeinschaftsarbeit. „Chorsingen ist allein nicht möglich. Wir brauchen andere, um einen Chor zu bilden. Wer in einem Chor singt, bringt und ordnet sich ein in ein große Ganzes, eben in den Chor ein“, fuhr Runge fort.

Werte werden vermittelt

Damit vermittelt Chorsingen auch heute noch die Werte Harmonie und Zusammengehörigkeit, die unserer Gesellschaft gut zu Gesicht stehen würden, ergänzte Hubert Heffele. „Liebe Sängerinnen und Sänger, in einem Gruppensingen demonstrieren wir, wie kraftvoll unsere Bewegung noch immer ist“, spornte Wolfgang Runge die fünf Chöre an, an diesem Abend in Höhefeld ihr Bestes zu geben. Die Nichtteilnahme der anderen Chöre der Sängerguppe VI liege hauptsächlich in der Mehrbelastung der Chormitglieder. Viele engagieren sich in mehreren Vereinen und da komme es schon mal zu Terminüberschreitungen.

Doch was an diesem Abend geboten wurde, war aller Ehren wert. Bereits der erste Auftritt des Gesangvereins Frohsinn Höhefeld zeigte, wie schön gemeinsames Singen sein kann und wie gut die einzelnen Stimmen harmonieren. Dabei wurde Wert auf modernes Liedgut gelegt, wie überhaupt bei allen Chören im ersten Teil der Veranstaltung. Der Vorsitzende des Vereins Frohsinn Höhefeld, Jürgen Vogel, freute sich, dass die Höhefelder erstmals das Gruppensingen ausrichten durften. Danach stellte der Gesangverein Bettingen heraus, dass: „Mit Musik geht alles besser“ ein gutes Motto über dem Abend stehen sollte. Der Männerchor der Gesangsabteilung des SSV Mainperle Urphar hatte die Volksweise: „Nun will der Lenz uns grüßen“ im Gepäck. Man merkte an diesem Abend die Aufbruchstimmung des Frühlings bei allen Chören. So auch beim Wartberg-Chörle „Feelings“, der mit einem traditionellen Lied der amerikanischen Navaho Indianer darauf hinwies, wie wichtig die Erde für unser Leben ist. Danach fragte der Gesangverein Dietenhan: „Wie kann es sein“ und brachte mit dem Lied: „Männer muss man mögen“ viel Gelächter in den Saal.

In der zweiten Hälfte des Konzertabends schließlich wurden nochmals die Besonderheiten jedes Chors deutlich und beim gemeinsamen Singen des Liedes: „Badisch Franken“ erscholl im Bürgerhaus in Höhefeld ein Wohlklang. Chormusik ist eben nicht antiquiert und angestaubt, das wurde an diesem Abend wieder einmal deutlich. Alle fünf Dirigenten verstehen es, die Stimmen ihres Chores perfekt zu einer Harmonie zusammenzufassen. Egal ob Mirjam Heigl (Höhefeld), Frank Wolz (Bettingen), Elmar Sührer (Dietenhan), Bernhard Sorg (Wachtbergchörle) oder Günter Ligotky (Mainperle Urphar), sie alle hatten ihre Chöre gut auf den Abend vorbereitet.