Wertheim

Abendmusik Maximilian Mangold begeistert zum sechsten Mal das Publikum in Urphar

Musikalisches Feuerwerk

Urphar.„Sehnsucht Süden“ lautete die Überschrift des Konzerts mit Maximilian Mangold, das am Abend des Erntedanksonntags in der festlich geschmückten Urpharer Jakobskirche stattfand. Viele Freunde filigraner Gitarrenmusik hatten die intime Atmosphäre des Solokonzerts dem Michaelis-Feuerwerk vorgezogen, so dass der Besuch durchaus anerkennenswert war.

Durchaus feuerwerksartig war die Auswahl des Musikprogramms, das vom sechzehnten Jahrhundert bis zur zeitgenössischen Musik alle Facetten der Musik für sechs Saiten beinhaltete.

Melancholische Melodien

Nachdem Pfarrerin Dr. Annegret Ade mit dem Gedicht „Oktoberlicht“ von Peter Huchel begrüßt hatte, stellte Maximilian Mangold zwei polyphone Ricercare von Francesco da Milano (1497 bis 1543) vor. Melancholische moll-Melodien entwickelten sich zu bewegten und stimmungsvollen musikalischen Gemälden. Man konnte sich südländische Hochebenen mit ihren Zypressen und Silberdisteln ebenso vorstellen wie Küstenlandschaften mit schroffen Steilhängen.

Noch besser gelang dies bei der „Fantaisie Hongroise“ des österreich-ungarischen Komponisten Caspar Joseph Mertz (1806 bis 1856), das mit seinen alpenländisch anmutenden Melodieabschnitten zum Tanz aufzufordern schien.

Voller interessanter Kontraste waren die Kompositionen des Argentiniers Augustin Barrios de Dios, die nicht nur südamerikanische Folklore verarbeiteten, sondern auch Einflüsse von Chopin und Bach spüren ließen. Manchmal meinte man, mehrere Instrumente gleichzeitig zu hören: Mandolinenähnliche Begleitung, Dreiklangsmotive in verschiedenen Tonhöhen und eine zwischen allen Stimmen durchwandernde wunderschöne Melodie ließen die Zuhörer mit Bewunderung und Erstaunen aufmerksam und konzentriert lauschen.

Ebenfalls aus Argentinien stammt Roberto Calvo (geboren 1962). Seine Stücke in moderner Tonsprache enthielten jazzige Elemente in interessanten rhythmischen Variationen und bereichert mit chromatischen Klangeffekten.

Feine Glockenklänge und Harfenähnliche Begleitfiguren hatte der Spanier Joaquin Ridrigo (1901 bis 1999) in seinem Manuel de Falla gewidmeten Stück „Invocation et danse“ eingearbeitet. Vor allem der Wechsel zwischen leisen, meditativen Klängen und rhythmisch-tänzerischer Anmut beeindruckte immer wieder aufs Neue.

Maximilian Mangold verstand es, durch seine feine Musizierkunst und seine souveräne Virtuosität den Zuhörern eine ganz besondere Stunde mit einer besonderen Musik zu bescheren. So war es nur konsequent, als Zugabe ein sanftes Wiegenlied mit leise abschließenden Dreiklängen auszuwählen.

Auf das nächste Konzert mit Maximilian Mangold werden sich seine Fans der Urpharer Abendmusiken bereits jetzt schon freuen.