Wertheim

Nachbar kann Vorbild sein, er muss es aber nicht

Gestern war Freitag, der 13.! Haben Sie etwas davon gemerkt?

Jeder, dem dieses Datum vielleicht ein wenig unheimlich ist, kann beruhigt sein. Das war’s jetzt erst einmal, und zwar bis zum September nächsten Jahres.

Ich finde, wesentlich interessanter war sowieso der Freitag der inzwischen vorvergangenen Woche: „Der Tag des Kusses“. Der wurde ja auch – die Fränkischen Nachrichten berichteten darüber – in Wertheim ausgiebig begangen.

Schön oder? Und stellen wir uns dann einmal vor, man würde den Gedanken einfach weiterspinnen. Was kann auf einen Kuss so alles folgen . . .? Gut, in der Öffentlichkeit könnte/sollte man dann sicherlich nicht mehr jede mögliche Aktivität ausüben.

Ganz stimmte sie nicht, die Überschrift zu einem Artikel, der am vergangenen Samstag in dieser Zeitung zu lesen war. „Sonderriet muss warten“, hieß es. „Sonderriet will warten“ wäre wohl passender gewesen.

Schließlich ergibt sich die Verzögerung bei der Ausweisung eines Sanierungsgebietes durch den Wunsch aus der Ortschaft, die Grenzen desselben noch etwas anzupassen, sprich zu erweitern. Deshalb muss man noch einmal ein Stück weit ins vorgeschriebene Verfahren einsteigen. Und daher kann der Wertheimer Gemeinderat eben den abschließenden Beschluss am Montagabend in seiner Sitzung noch nicht fassen.

Er hat sich ganz schön ausgebreitet, der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung Wertheim – für den man sich, wenn das so weitergeht, eigentlich bald einen neuen Namen ausdenken müsste. Denn sein Zuständigkeitsbereich geht ja weit über das Gebiet der Großen Kreisstadt hinaus.

Links und rechts des Mains vertraut man mittlerweile auf seine Dienste. Am Montag ist die Stadt Freudenberg mit ihrer Kläranlage in der Kernstadt und mit ihrem Kanalnetz hinzugekommen. Was ein Stück weit ja auch einem Vertrauensbeweis für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihrem Eigenbetriebsleiter Helmut Wießner gleichkommt.

Die Freudenberger greifen überhaupt ganz gerne auf Know-how aus der Großen Kreisstadt Wertheim zurück. Zum Beispiel bei der Vorbereitung zur Gründung des Seniorenbeirates, der nach der Sommerpause in der Kleinstadt mit Herz aus der Taufe gehoben werden soll. Vielleicht sollte man sich die Wertheimer allerdings nicht bei jedem Detail zum Vorbild nehmen. Wie es Bürgermeister Roger Henning tat, als Siegbert Weis anregte, man möge dem neuen Gremium finanziell unter die Arme greifen und Henning darauf verwies, dass dies die wesentlich größere Nachbarstadt auch nicht mache.

Apropos Nachbarstadt beziehungsweise Nachbarschaft: Ein, meiner Meinung nach, recht seltsames Phänomen kam in der jetzt zu Ende gehenden Woche wieder einmal mehr oder weniger offen zur Sprache. Demnach sind es vor allem Wertheimer Hundebesitzer, die nach Kreuzwertheim fahren, damit ihre Vierbeiner frei herumlaufen können.

Während man in Wertheim immer wieder Klagen über „böse“ Kreuzwertheimer hört, die hier auf badischer Seite ihre Hunde von der Leine lassen. Ob man da wohl etwas dagegen tun kann?

Seit gestern Abend dürften es nun nahezu alle Absolventinnen und Absolventen der weiterführenden Schulen in Wertheim geschafft haben. Sie haben, wie heißt es so schön, einen wichtigen Meilenstein, eine bedeutende Weggabelung erreicht und stehen am Beginn eines neuen Lebensabschnittes.

Der besteht bei nicht wenigen der jungen Frauen und Männer wohl weiterhin im Schulbesuch, bei anderen im Studium und wieder bei anderen in einer Ausbildung. Viel Glück und viel Spaß dabei, kann man da nur wünschen.

So, nun ist es also soweit. In Moskau geht die Fußball-Weltmeisterschaft zu Ende, in Mondfeld beginnt die Wertheimer Fußballstadtmeisterschaft. Mal sehen, wer hier bei uns am Ende in die Rollen von Frankreich und Kroatien schlüpfen und am Sonntag, 22. Juli, um den Titel spielen wird.