Wertheim

Woche der Diakonie Eröffnung auf dem Wertheimer Marktplatz / Auch ein Bühnenprogramm war zum Beginn der Aktionswoche geboten

Nächstenliebe ist ihre Superkraft

Archivartikel

Bei strahlendem Sonnenschein fiel am Samstag auf dem Wertheimer Marktplatz der Startschuss für die Woche der Diakonie, die unter unter dem Motto „Unerhört!“ steht.

Wertheim. Sie leisten im Alltag oftmals Außergewöhnliches und fallen doch meist nicht auf: die sogenannten Alltagshelden. Bei der Woche der Diakonie in Wertheim sollen sie nun eine ganze Woche lang die Aufmerksamkeit bekommen, die sie eigentlich verdienen. Doch was für Menschen sind diese Alltagshelden eigentlich? Diese Frage beantwortete Bezirksdiakoniepfarrerin Annegret Ade bei der Eröffnung der Aktionswoche am Samstag.

Nach der Begrüßung durch Dekan Hayo Büßing nahm sie das Publikum, welches sich an dem sonnigen Vormittag schon recht zahlreich auf dem Wertheimer Marktplatz versammelt hatte, mit auf eine geistige Reise. Und zwar in eine dunkle Stadt, die nur mit Hilfe von echten Helden zu einem besseren Ort werden kann. Gefragt sind aber nicht etwa die Helden mit Umhang und fantastischen Superkräften, die man von der großen Kinoleinwand kennt, sondern die unzähligen Helden des Alltags, „die sich diakonisch einsetzen und die Kraft der Liebe nicht nur für sich entdecken, sondern auch andere daran teilhaben lassen“, so Pfarrerin Ade. „Die Superkräfte dieser Menschen sind Nächstenliebe und Menschlichkeit“, betonte die Geistliche.

Bei der Woche der Diakonie will der evangelische Wohlfahrtsverband nicht nur die Alltagshelden in den Fokus rücken, sondern auch sich und seine Arbeit präsentieren. So waren auf dem Wertheimer Marktplatz zahlreiche Stände aufgebaut, an denen sich Interessierte informieren konnten. Für die Kleinen wartete ein Kinderschminken, die Großen konnten ihren Blutzucker messen lassen oder der mit Hilfe eines Alters-Simulations-Anzugs einmal ausprobieren, wie sich die Last der Jahre anfühlt.

Bühnenunterhaltung

Und auch auf der Bühne waren zahlreiche Aktionen geboten. Etwa von den „Singpiraten“ der Wohngruppe der Johannes-Diakonie in Mosbach, einer Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderungen. Sie präsentierten ein kleines Märchen aus Tibet. Bei diesem ging es um vier tierische Freunde, die gemeinsam einen wundersamen Baum pflanzen wollen, der jederzeit schmackhafte Früchte trägt. Bei der Frage, wer zuerst von den Früchten essen darf, zerstreiten sie sich dann allerdings.

Mit der Hilfe eines weisen Mannes versöhnen sie sich wieder und merken, dass die Früchte gemeinsam am besten schmecken.

Neben dieser und weiteren musikalischen und künstlerischen Darbietungen kamen auch zahlreiche Helden des Alltags zu Wort. Auf der Bühne erzählten sie im Gespräch mit Christian Könemann, Pressesprecher des Diakonischen Werks Baden, von den Herausforderungen ihres Alltags. Wie zum Beispiel Nadine Noack, die stellvertretende Leiterin der Kita in Bestenheid forderte mehr Anerkennung und Aufmerksamkeit für ihren Berufsstand. Erzieherinnen und Erzieher würden nämlich heutzutage immer noch gering geschätzt. Und das, obwohl sie in einer sehr wichtigen Phase mit Kindern arbeiteten. Über die Schwierigkeiten der Wohnungssuche in der Region sprach die fünffache Mutter Jasmin Zirkenbach.Mehr Einsatz der Kommunen beim Thema Fachkräftemangel mahnte Tobias Albrecht an. Der Personalrecruiter der Johannes-Diakonie in Mosbach sah die Gemeinden etwa bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in der Pflicht.

Welche Möglichkeiten die Städte und Gemeinden in der Region bei der Lösung solcher Probleme haben, darüber diskutierten zum Abschluss der Eröffnungsfeierlichkeiten Wertheims Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez, Wolfgang Pempe (Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis) und Oberkirchenrat Urs Keller (Vorstandsvorsitzender der Diakonie Baden).