Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt Tätlicher Angriff gegen Polizist

Nächtliche Ruhestörung endet vor Gericht

Archivartikel

wertheim.Bei einem nächtlichen Einsatz wegen Ruhestörung auf dem Wartberg eilte ein Mann aus der Wohnung, in der laut gefeiert wurde, und drückte im Treppenhaus mit den Händen den Hals eines Polizisten zu. Wegen tätlichen Angriffs in Tateinheit mit vorsätzlicher Körperverletzung verurteilte jetzt das Amtsgericht Wertheim den 27-jährigen Mechaniker aus Marktheidenfeld zur Strafe von 95 mal 40 Euro.

Der Vorfall ereignete sich im Januar 2018 und zog insgesamt fünf Verfahren nach sich.

Eine 76-jährige Bewohnerin am Berliner Ring hatte die Polizei gerufen, weil sie wegen des Lärms in der Wohnung unter ihr nicht schlafen konnte. Zwei Beamte klingelten dort und ermahnten die Feiernden. Die etwa zehn Leute hielten sich jedoch nicht an die Abmachung und die Dame rief erneut die Polizei. Inzwischen war es drei Uhr.

Keine Kooperation

Der 27-jährige Wohnungsinhaber zeigte sich nun weniger kooperativ. Er gab seine Personalien an, wies dann aber die Beamten aus der Wohnung. Als die Polizisten das Wohnhaus verließen, zeigte ihnen vom Balkon der Wohnung ein Mann im blauen T-Shirt den ausgestreckten Mittelfinger und rief etwas. Die Beamten ließen sich solch ein Verhalten nicht bieten, klingelten zum dritten Mal und verlangten von dem Mann im blauen T-Shirt die Personalien.

Nachdem das geschehen war, eskalierte im Treppenhaus die Situation. weil sich der jetzt Angeklagte laut Polizei einmischte. Dieser drückte mit beiden Händen den Hals des älteren Polizisten, dass er um Luft ringen musste. Der angegriffene Polizist bekam nach eigenen Angaben aber trotzdem mit, wie der Mann im blauen T-Shirt ebenfalls aggressiv wurde, gegen die Faust des jüngeren Polizisten liefund der junge Polizist ihn mit dem Schlagstock auf den Oberschenkel haute. Vor Gericht sagte eder Polizeibeamte aus, er habe sich wegen des Angriffs gegen seinen Kollegen große Sorgen gemacht, und den im blauen T-Shirt auf Distanz halten wollen. Zum Einsatz mit dem Schlagstock, und warum der im blauen T-Shirt hinterher blutete, machte der Beamte von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Das Verfahren gegen ihn ist nicht abgeschlossen. .

Der Angeklagte hingegen erklärte im Prozess, dass zuerst der Schlagstock gegen den Mann im blauen T-Shirt eingesetzt worden sei und er daraufhin in seiner Alkoholisierung geglaubt habe, helfend eingreifen zu müssen. Laut seiner Aussage habe den Beamten aber nicht gewürgt sondern nur gegen die Treppenhauswand gedrückt. Eine der mitfeiernden Frauen sagte aus, dass sie gesehen habe, wie der jüngere Polizist den Mann mit dem blauen T-Shirt auf den Kopf schlug. Den Griff des Angeklagten zum Hals des älteren Polizisten habe sie aber nicht gesehen.

Der fast 60-jährige Polizist bemerkte die Rötungen am Hals erst nach Dienstschluss und fotografierte sie mit dem Handy. Der geschädigte Polizist hatte sich in einem Adhäsionsverfahren dem Strafverfahren angeschlossen. Während der Verhandlung verpflichtete sich der Angeklagte, dem Polizisten 500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Das wirkte sich im anschließenden Urteil positiv auf die Höhe der Strafe aus.

Das Verfahren wegen Beleidigung gegen den Mann im blauen T-Shirt ist inzwischen abgeschlossen, er zahlte die Strafe ohne Einspruch. Auch der Wohnungsinhaber hat im Ordnungswidrigkeiten-Verfahren der Stadtverwaltung Wertheim das Bußgeld wegen Störung der Nachtruhe überwiesen. goe