Wertheim

Närrische Ereignisse in der Fastenzeit

Archivartikel

Ein letzter Stoßseufzer der Erleichterung im Sinne und in Richtung der holden Narren: Da haben sie ganz offensichtlich noch einmal so richtig Glück gehabt mit dem Wetter am vergangenen Wochenende. Es war zwar sicherlich nicht immer und überall ideal, aber besser als das, was aktuell vorhergesagt wird, war es allemal. Damit ist jetzt aber endgültig Schluss mit Fasching.

Zumal das nächste närrische Ereignis ja unmittelbar bevorsteht. Zumindest in den Augen vieler staunender Beobachter ist es nicht so richtig nachvollziehbar, was da gerade passiert: Läuft alles „normal“ weiter, dann ist Großbritannien heute in drei Wochen kein Mitglied der Europäischen Union mehr. Ein Thema, das uns letztlich alle betrifft, auch wenn manche das nicht so richtig wahrhaben wollen. Die Unternehmen in unserer unmittelbaren Region sehen dem Austrittsdatum, so konnten Sie es vergangene Woche in dieser Zeitung lesen, recht gelassen entgegen. Wie sieht es mit den Menschen aus, wie mit der Partnerschaft zu Huntingdon und Godmanchester? Leichter wird es da sicherlich nicht werden. Aber hoffentlich auch auf diesem Gebiet trotzdem weitergehen. Denn Freunde bleiben wir ja doch.

Noch einmal kurz zurück an den Anfang. Mit dem Ende der närrischen hat ja die Fastenzeit begonnen. 40 Tage oder sieben Wochen ohne – ja ohne was? Übermäßiges Essen und Trinken? Ohne Alkohol oder Nikotin? Ohne dumme Sprüche? Es gibt noch viel mehr, auf das man in dieser Zeit (und eigentlich nicht nur da) verzichten kann. Hauptsache, man holt anschließend nicht alles zuvor unterlassene nach.

Als Stadt höchst talentierter und erfolgreicher Nachwuchsmusiker ist Wertheim ja längst bekannt. Dass sich aber auch auf dem Feld von „Jugend forscht“ und „Schüler experimentieren“ seit geraumer Zeit mächtig was tut, hat sich noch nicht so herumgesprochen. Und ist deshalb vielleicht ja auch im Rathaus gar nicht bekannt.

Es muss ja nicht gleich ein Empfang für die beim Regionalwettbewerb erfolgreichen Nachwuchsforscher sein (spätestens nach dem Landeswettbewerb – die entsprechenden Ergebnisse vorausgesetzt – wäre so etwas Ähnliches dann aber schon fällig).

Aber kann man es wirklich auf sich sitzenlassen, dass der Landkreis und das Land ein paar Euro springen lassen, die Große Kreisstadt Wertheim aber nicht? Da sollten die Verantwortlichen durchaus mal in sich gehen – beziehungsweise in die Schatulle greifen.

Wenn insgesamt nicht ganz so viel passiert, dann bleibt einmal auch ein bisschen Raum für die kleinen Begebenheiten. Wie zum Beispiel den Zug der Elbe-Saale-Bahn, der dieser Tage dort verkehrte, wo sonst vor allem die Wagen der Westfrankenbahn unterwegs sind. Einem Ur-Wertheimer ist das sofort aufgefallen, er hat das Ereignis im Bild festgehalten und im sozialen Netzwerk veröffentlicht.

Und jeder kann sich jetzt Gedanken machen, ob es in Sachsen-Anhalt zu viele Züge gibt oder bei uns zu wenige, ob es sich um einen innerdeutschen Zugaustausch handelt oder was sonst der Grund gewesen sein könnte. Vielleicht sind ja auch ein paar Touristen auf diesem Weg nach Wertheim gekommen und tragen so dazu bei, dass deren Zahl 2019 weiter steigt.

Die gerade veröffentlichte Entwicklung ist ja durchaus erstaunlich. Und auch erfreulich. Gut, vielleicht nicht für alle. Es soll ja immer irgendwo jemanden geben, der sich stört. Wobei das Phänomen „Rollkoffer auf Kopfsteinpflaster“ bei uns zum Glück noch nicht so zu beobachten ist, wie in anderen touristischen Hotspots.