Wertheim

Wechsel an der Spitze Doktor Peter Orbán wird Chefarzt der Wertheimer Rotkreuzklinik / Investition in Ausbildung / Zusammenarbeit mit Hausärzten

Neuer Chefarzt mit guten Beziehungen

Archivartikel

Dr. Peter Orbán ist ab Oktober neuer Chefarzt der Rotkreuzklinik. Der Spezialist für innere Organe hat in seinen bisherigen Wirkungsstätten viel gelernt, das er jetzt in Wertheim umsetzen möchte.

Wertheim. Der Ärztliche Direktor Dr. Wilhelm Freiherr von Lamezan und die Klinikdirektorin Christiane Rösch sind froh, für das Grund- und Regelkrankenhaus einen neuen Leiter der Allgemeinen Chirurgie  zu präsentieren.

Dr. Peter Orbán ist Spezialist für Operationen im Gallen und Gallewege-Bereich, im Viszeralbereich und darüber hinaus bekannt für seine Operationen von Leistenbrüchen.

Orbán wurde 1965 in Ungarn geboren und hat dort eine medizinische Ausbildung genossen. Schon früh hatte er Kontakt zu Kliniken in Deutschland. Damals gab es den Eisernen Vorhang noch und Orbán war live dabei, als 1989 die Mauer fiel. Ein bewegender Moment, den er nie vergessen wird.

Seine Ausbildung ging stetig voran und er hospitierte bereits in jungen Jahren an westdeutschen Kliniken. Wegen seiner guten Kontakte zu deutschen Studenten in Budapest und Pecs lernte er die Sprache recht schnell und war des Deutschen sehr schnell mächtig.

Er vervollständigte seine Ausbildung an der Julius-Maximilian-Universität in Würzburg und ging als Assistenzarzt nach München und Eggenfelden. Danach zog es ihn zurück nach Würzburg, wo er am damaligen Juliusspital arbeitete. Später wechselte Dr. Orbán nach Bad Mergentheim ins Caritas-Krankenhaus. Er bildete sich immer weiter fort und erlangte einen sehr guten Ruf als Mediziner mit Herz.

Seine Berufung an das Rotkreuzkrankenhaus in Wertheim als Chefarzt war dann die logische Konsequenz. Wir sind froh, so eine Kapazität in unserem Haus zu wissen, sind sich von Lamezan und Rösch einig.

Seine guten Verbindungen beispielsweise zur Universitätsklinik in Würzburg, eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten für das Haus in Wertheim. „Wir sind in unserer Region für unsere Patienten da“, beschreibt von Lamezan die Devise der Rotkreuzklinik. „Der Patient soll sich bei uns gut begleitet fühlen“, ergänzt Peter Orbán.

Dazu hat er schon einige Denkanstöße in den letzten drei Monaten gegeben. Bereits jetzt hat er ein erfahrenes Team von Oberärzten und Assistenzärzten zusammengestellt, die ihn bei seiner Arbeit unterstützen sollen. Er gilt als guter Ausbilder und Vermittler von chirurgischen Tätigkeiten.

Obwohl das von den Krankenkassen nicht mehr honoriert wird, will Orbán weiter in die Ausbildung investieren. „Wie sollen die jungen Ärzte denn sonst lernen?“

Genauso wichtig ist dem Mediziner die Zusammenarbeit mit den Hausärzten in der Gegend. Sie sollen die Nachbetreuung übernehmen und damit in das Gesamtnetzwerk eingebunden sein. In Bad Mergentheim hat er da schon positive Erfahrungen gesammelt, die er gerne nach Wertheimübertragen möchte.

Zusammen mit Dr. Weber will er ein Gastrozentrum aufbauen, das sowohl für Patienten als auch für Kollegen Anlaufstelle sein soll. Dr. von Lamezan ergänzt, dass man nun in der Rotkreuzklinik in Wertheim von der Wiege bis zur Paliativ-Versorgung bestens aufgehoben sei.

Er habe, ebenso wie Orbán, festgestellt, dass die Patienten kritischer und aufgeklärter zum Gespräch kommen. Viele haben sich schon im Internet eine oder mehrere Meinungen eingeholt und es sei nun die Aufgabe des Arztes, das Halbwissen in konkretes Wissen umzuwandeln.

Mit in diese Aufklärung passt das „Gesundheitsforum“ der Rotkreuzklinik, wo sich Patienten intensiv über ein spezielles Thema informieren können. Ab dem kommenden Jahr wird Dr. Orbán auch hier zur Patientenberatung dazustoßen.

Ein weiteres Ziel, aber nicht sofort, wird ein Austausch mit den fünf medizinischen Universitäten in Ungarn sein. Am Rande erzählt Dr. Orbán dann noch, dass eine Medizinstudentin aus Tauberbischofsheim Mitfahrgelegenheiten ins Taubertal angeboten hatte und seine Mutter dies bereitwillig annahm.

„So klein ist unsere Welt geworden“, findet der Familienmensch, der in seiner knappen Freizeit keinen Extremsport braucht, sondern einfach nur seine Familie mit den drei Kindern und dem Häuschen im Grünen.

Peter Orbán freut sich auf seine neue Aufgabe in einem modernen Krankenhaus. Er ist übrigens nicht mit dem ungarischen Staatspräsidenten verwandt. „Sonst wäre ich in Ungarn bestimmt Gesundheitsminister“, sagt er zum Abschluss des Gespräches lächelnd.