Wertheim

Michaelis-Messe Trotz anfänglicher Fragezeichen bei der personellen Verantwortung haben sich mit Mirko Hopf und Richard Wagner Betreiber gefunden

Neues Duo schmeißt Abenteuer Weinzelt

Archivartikel

Auch bei der in einem Monat beginnenden 197. Wertheimer Michaelis-Messe wird es wieder ein Weinzelt geben. Mit Mirko Hopf hat Betreiber Richard Wagner einen starken Partner gefunden.

Wertheim. Es ist ein einfacher, gleichwohl ungewöhnlicher, Satz, der seit kurzem auf der Internetseite der Wertheimer Michaelis-Messemesse zu lesen ist. „Entgegen aller Gerüchte können wir euch mitteilen, ja es gibt ein Weinzelt!“, heißt es da. Ein wenig spiegelt die Entscheidung die Erleichterung sowohl von Bürgermeister Wolfgang Stein als auch von Marktmeister Manuel Münkel wider, dass es doch noch geklappt hat – auch wenn es eine Zeit lang nicht so aussah.

Mit Richard und Ilona Wagner, Wirte der Wertheimer Traditionsgaststätte „Zum Ochsen“ hatte das Weinzelt, das lange Zeit unverzichtbarer Bestandteil des Volksfestes in der Main-Tauber-Stadt war, erst vor zwei Jahren wieder ein Comeback gefeiert. Es war, vor allem nachdem es 2017 noch einige Veränderungen gegeben hatte, gut angenommen worden. Richard Wagner räumt allerdings ein, den personellen und materiellen Aufwand unterschätzt zu haben.

Deshalb lautete seine Entscheidung: „Alleine können wir das nicht mehr stemmen.“ Für die Stadt als Organisator hieß das, sich auf die Suche nach einer Alternativlösung zu machen. „Für uns war es wichtig, dass es ein Weinzelt als wesentlichen Bestandteil der Michaelis-Messemesse gibt“, bekräftigte Bürgermeister Stein gegenüber den Fränkischen Nachrichten.

Schließlich schien man einen Ersatz gefunden zu haben. „Der Festwirt hat zugesagt“, so Stein. Hans Peter Küffner sollte also, neben der Main-Tauber-Halle, auch das Weinzelt betreiben. „Für uns überraschend kam dann die Absage“, berichtete der Bürgermeister und machte aus seiner Enttäuschung ebenso keinen Hehl wie aus der Tatsache, dass er zu diesem Thema noch Gesprächsbedarf, auch mit der Distelhäuser Brauerei, sieht.

Zwischenzeitlich hatte Richard Wagner mit Mirko Hopf einen Partner gefunden. „Wir kennen uns schon lange“, sagt der 24-jährige Geschäftsführer der Firma „Genussfabrik Partyservice Hopf“, mit der er kürzlich beim Wertheimer Altstadtfest im Rathaushof reüssierte und mit der er an diesem Wochenende beim Kreuzwertheimer Quätschichfest für das Catering zuständig ist. Gemeinsam waren Hopf und Wagner bereit, das Weinzelt auf der Michaelis-Messemesse zu betreiben, zogen sich zunächst aber vom Schauplatz wieder zurück, als alles auf Küffner hinauszulaufen schien.

Nachdem sich diese Planungen zerschlagen hatten, kam man vonseiten der Stadt wieder auf das Duo zurück. „In kürzester Zeit haben sie ein ansprechendes Programm auf die Beine gestellt“, vermerkt Bürgermeister Stein anerkennend. Anfang der Woche wurden die Verträge unterschrieben. Damit steht das Messeweinzelt auf festen Beinen. Dass man nur relativ wenig Zeit zur Vorbereitung hat, ist für Hopf kein Problem. „Dafür sind wir ja Profis“, stellt er selbstbewusst fest. Und mit seinem Unternehmen sei er darauf spezialisiert, „innerhalb kürzester Zeit etwas hochzuziehen, weil wir das von unseren Kunden so kennen“.

Für Wagner haben sich mit Hopf und ihm „Topf und Deckel“ gefunden und das „Abenteuer Weinzelt“ mit den gebündelten gemeinsamen Ressourcen leichter zu bestehen. Immerhin: Obwohl erst seit wenigen Tagen offiziell gemeinsam im Boot, können Wagner und Hopf jetzt bereits ein ausgearbeitetes Programm präsentieren.

Erster Preisschafkopf

So verspricht man zur Messeeröffnung am Samstag, 29. September „Weinzelt-Gaudi“, am 2. Oktober sollen „Unplugged Project“ für Partystimmung sorgen und den zweiten Messesamstagabend bestreitet die Band „Fun-Music“. Musik gibt es natürlich auch an den übrigen Volksfesttagen. Gespannt sind die beiden Weinzeltbetreiber auf die Resonanz beim ersten Preisschafkopf im Weinzelt am 7. Oktober ab 11 Uhr, bei dem es Geld- und Sachpreise zu gewinnen gibt.

„Schauen wir mal, wie es läuft“, blicken Wagner und Hopf ihrem ersten gemeinsamen Engagement ebenso gespannt wie zuversichtlich entgegen. Der Vertrag mit der Stadt wurde vorerst einmal für ein Jahr geschlossen.