Wertheim

Nicht heiß, aber auch nicht langweilig

Archivartikel

Ob das eine gute Nachricht ist, muss jede und jeder für sich selbst entscheiden. Für die Meteorologen hat gestern das letzte Drittel des Winters 2018/2019 begonnen. Und wie hat es angefangen? Schneeweiß, bis in die Niederungen.

Freunde der weißen Pracht müssen sich allerdings schnell freuen. Denn treffen die vorhergesagten Temperaturen ein, ist es damit rasch wieder vorbei. Wie lange der Winter an sich noch andauert, könnte am heutigen 2. Februar anderen Ortes entschieden werden. In den USA und Kanada wird der Murmeltiertag begangen.

Und dort, in Amerikas Mittlerem Westen zumal, dürfte man inbrünstig darauf hoffen, dass „Punxsutawney Phil“ nicht vor seinem eigenen Schatten erschrickt und in die Höhle zurückkehrt, würde das doch sechs weitere Wochen Winter bedeuten. Wahrlich kein Vergnügen bei Temperaturen um die 40 Grad - minus wohlgemerkt.

Angesichts dessen traut man sich ja gar nicht mehr zu frieren, wenn in unseren Breiten die Quecksilbersäule mal die Nulllinie touchiert. Es geht aber auch anders: So erlebte Australien gerade den heißesten Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Dass wir in Wertheim den heißesten Wahlkampf aller Zeiten erlebt haben, kann man, glaube ich, nicht behaupten. Es war aber auch nicht der langweiligste. Im Gegenteil.

Die Spannung hat im Verlauf der vergangenen vier Wochen stetig zugenommen. Man hört die unterschiedlichsten Mutmaßungen über das wahrscheinliche Ergebnis. Nun ist der Wahlkampf zu Ende, die Wählerinnen und Wähler haben das Wort. Morgen Abend, voraussichtlich gegen 19 Uhr, wissen wir, wer ab dem 1. Mai als neuer Oberbürgermeister in Wertheim amtieren wird.

Oder auch nicht. Vielleicht hat der Wahlkampf den Wertheimerinnen und Wertheimern ja so gut gefallen, dass sie sich für eine Verlängerung entscheiden.

Was dann die Reichelzer Narren eines Alleinstellungsmerkmals berauben könnte. Waren sie doch, meines Wissens nach, bislang die einzigen, die die beiden Kandidaten mit den übereinstimmender Meinung zufolge größten Chancen zum lustigen Spiel gemeinsam auf der Bühne begrüßen konnten.

Wer weiß, vielleicht war dieser Auftritt ja sogar ausschlaggebend für das Wahlergebnis? Das wäre doch mal was: OB geworden, weil man in Reichelze am besten gesummt - oder am wenigsten gebrummt - hat. Ok, so wird es wohl eher nicht kommen.

Woran es lag, dass es für den einen gut ausging und für den anderen nicht, das lässt sich ab dem 4. oder 18. Februar trefflich analysieren. Immerhin: Dass die Entscheidung so spannend werden würde, hätten vor jetzt knapp vier Wochen wohl nur wenige erwartet. Hoffen wir mal, dass sich das schon morgen auch auf die Wahlbeteiligung auswirken wird.

Weniger aufregend geht es dann in der anderen Großen Kreisstadt im Main-Tauber-Kreis zu. Auch dort werden in Kürze die Wähler zur Urne gehen - mit dem Amtsinhaber Udo Glatthaar als einzigem Bewerber. Der weiß also im Prinzip jetzt schon, dass er acht Jahre weitermachen kann.

Weitermachen werden - und das ist sicher eine der guten Nachrichten in der nun zu Ende gehenden Woche - die Organisatoren des Benefizlaufes des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums.

Wer befürchtet hatte, die Pause im vergangenen Jahr könnte in Wahrheit das „Aus“ für die beliebte Veranstaltung bedeuten, wurde jetzt eines Besseren belehrt. Am 22. September, verkündete das Benefizlaufteam jetzt, heißt es erneut „Laufen für eine bessere Welt“.

Und wer weiß, vielleicht ist auf der Bahn in der „Quätschich-Arena“ in Kreuzwertheim dann ja auch der neue Wertheimer Oberbürgermeister dabei - wie immer er auch heißen mag.