Wertheim

Übergabe Neu gestaltetes Tauberufer auf 52 Metern Länge nach sechs Monaten Bauzeit übergeben / Kosten für zweiten Abschnitt auf 170 000 Euro beziffert

„Nicht überkandidelt, aber sinnvoll“

Ein weiterer Abschnitt des Tauberufers wurde saniert und umgestaltet. Am Dienstagmittag fand die feierliche Übergabe statt.

Wertheim. Schnell ein Brötchen gekauft und ab an das Tauberufer. Auf einer Bank im Schatten sitzen, das Mittagbrot genießen, den schnatternden Enten zuhören und einfach die Seele baumeln lassen – so schön kann Pause machen sein. Doch gerade jetzt sind die meisten Bänke belegt, denn inzwischen hat es sich unter den Wertheimern herumgesprochen, dass hier am Tauberufer, zwischen Rathaus und Messbrückle, eine kleine Oase entstanden ist.

Im Rahmen des Altstadtsanierungsprogramms, welches seit 2005 erfolgreich läuft, wurde damals ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben, wie sich das Tauberufer zwischen Rathaus und Spitzem Turm zukünftig präsentieren könnte. In einem Planungsprozess wurden diese Vorschläge von einer Jury weiterentwickelt. „Viele mögliche Maßnahmen wurden aufmerksam diskutiert“, erinnert sich Baudezernent Achim Dattler.

Start im Jahr 2008

Im Jahr 2008 beschloss dann der Gemeinderat die Umsetzung eines ersten Bauabschnitts zwischen Rathaus und Kittsteintor. Der 200 Meter lange Abschnitt auf der Stadtseite wurde für rund 500 000 Euro saniert. Im vergangenen Jahr folgte nun ein zweiter Abschnitt, zwischen Kittsteintor und Messbrückle. Auf insgesamt 52 Metern erhielt der Fußweg der Promenade ein Porphyrpflaster, Sandsteine wurden als Abgrenzung zur Tauber gesetzt. Kleine Nischen sind mit Rosen bepflanzt und nicht zuletzt schaffen am Abend die Strahler am Boden stimmungsvolles Licht. Diese Strahler sind sogar im gewissen Maß wasserfest.

Mit Wasser hatte auch das ausführende Bauunternehmen Pfeuffer aus Grünsfeld zu kämpfen. Denn ein kleines Hochwasser während der Bauzeit sorgte für zusätzliche Arbeiten.

Die Arbeiten selber wurden nach sechs Monaten im März dieses Jahres beendet. Die „Abrundung“ des zweiten Bauabschnitts soll nach der Wertheimer Messe erfolgen. Auf Anregung des Seniorenbeirats wird die doch etwas holprige Verbindung zwischen Lindenstraße und Messbrückle neu gepflastert und damit eine bessere Begehbarkeit geschaffen.

„Wir haben mit der Neugestaltung der Uferpromenade in Altstadtnähe einen qualitätsvollen Aufenthaltsraum geschaffen. Er ist gelungen, nicht überkandidelt, aber sinnvoll“, erklärt Dattler noch einmal das Ziel und das umgesetzte Konzept.

Und ganz in diesem Sinn soll es mit der Gestaltung weiter gehen. Der nächste Abschnitt wird auf der gegenüberliegenden Uferseite zwischen dem Messbrückle und der Treppenanlage an der Tauberbrücke sein.

Wie Norbert Stieber vom Planungsbüro Stieber und Seelhorst aus Güntersleben erklärt, wird zuerst einmal eine genaue Aufmessung stattfinden. Bei der anschließenden Planung müssen sämtliche baulichen Vorschriften und Zwänge berücksichtigt werden, wie notwendige Geländer und Sicherungen beispielsweise. Vorstellen könne er sich eventuell eine Betonmauer, die verblendet wird, und ein Pflaster, welches dem der Rollatorspur in der Gerbergasse ähnlich ist, skizziert Stieber erste grobe Vorstellungen. Und natürlich hat der Gemeinderat auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Während Armin Dattler verbal noch eine Lanze für das abschnittsweise Vorgehen bei der Umgestaltung des Tauberufers bricht, haben sich bereits die nächsten Herrschaften auf den Bänken niedergelassen und genießen den Blick auf den Fluss.