Wertheim

Kommunalwahl Kandidaten für Ortschaftsrat stellen sich vor

Niemandem das Wort abgeschnitten

Nassig.Rund 40 Interessierte füllten am Montag bei der Sitzung des Ortschaftsrats Nassig den Bürgersaal des Rathauses sprichwörtlich bis auf den letzten Platz. Ein Grund hierfür könnte die Vorstellung der Kandidaten für die Ortschaftsratswahl am 26. Mai gewesen sein.

Eine Frau und elf Männer

Immerhin bewerben sich eine Frau und elf Männer um die fünf Sitze im Gremium. Die meisten von ihnen nutzten die Gelegenheit, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen. Ursprünglich hatte Ortsvorsteher Volker Mohr dafür eine Minute pro Person vorgesehen, nach einer kurzen Intervention aus den Reihen der Bewerber und des Publikums wurde diese Zeit dann verdoppelt. Nicht alle nahmen sie in Anspruch, einige „überzogen“ aber auch. Das Wort abgeschnitten wurde niemandem.

Mohr berichtete zunächst, wie er und seine Mitstreiter aus dem amtierenden Gremium sich im Vorfeld auf die Suche nach potenziellen Kandidaten gemacht hatten. Die persönliche Ansprache habe dabei am besten gewirkt.

In alphabetischer Reihenfolge stellten sich dann Felix Berberich, Bernd Brümmer, Friedrich-Peter Honebrinker, Tilman Kempf, Jonathan Löffler, Herbert Müller, Francisco Sanchez Romero, Silke Walter und Bernhard Weber vor. Wolfgang Dosch, Volker Englert und David Weimann, die sich ebenfalls bewerben, konnten aus verschiedenen Gründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen. Die zwölf Personen verteilen sich auf zwei Listen zu je sechs Bewerbern.

Die Wähler haben, entsprechend der Anzahl der Sitze im Ortschaftsrat, fünf Stimmen. Konstituieren soll sich das neugewählte Gremium am 1. oder 3. Juli und dabei dann dem Gemeinderat einen Ortsvorsteher und einen Stellvertreter vorschlagen. Er habe sich um dieses Amt wieder beworben, erklärte Mohr, wies aber ausdrücklich darauf hin, es sei „keine Selbstverständlichkeit und auch kein Automatismus, dass der alte auch wieder der neue Ortsvorsteher sein muss“.

Dieser werde aus der Mitte der wählbaren Bürger Nassigs bestimmt, der Stellvertreter oder die Stellvertreterin müsse hingegen Mitglied des Ortschaftsrats sein. Der Gemeinderat wird darüber am 8. Juli entscheiden.

Haushalt und „Schotterhaufen“

Bekanntgegeben wurden in der Ortschaftsratssitzung die Anforderungen für den städtischen Haushalt 2020. Angesichts der Bitte, Maß zu halten, und auch vor dem Hintergrund der großen Baumaßnahme „Wildbachhalle“ habe man sich beschränkt. So finden sich auf der kurzen Liste die Erneuerung von Fenstern am Rathaus, die Fortführung des Schwarzdeckenprogramms im Höfleinsweg, wo bereits 2013 die Hälfte der Schwarzdecke erneuert worden war, und die Anlage eines Blumen- beziehungsweise Steinbeets mit Blumen am Denkmal in der Ortsmitte.

Apropos Steinbeet: Ortschaftsrätin Michaela Meissner ärgerte sich über ihrer Meinung nach teilweise „armselige Gärten“ im Neubaugebiet, die fast nur aus Steinen und Schotter bestünden.

In künftigen Bebauungsplänen sollte so etwas eingeschränkt oder gar verboten werden, meinte sie, „sonst haben wir irgendwann nur noch Schotterhaufen“. ek