Wertheim

Beim Amtsgericht verhandelt Freiheitsstrafe für 47-Jährigen zur Bewährung ausgesetzt

Pistole im Hasenstall entdeckt

Archivartikel

Wertheim.Wegen des unerlaubten Besitzes einer halbautomatischen Pistole (Kaliber: 7,65 Millimeter) sowie weiterer Waffen und Munition in einem Wohnwagen verurteilte das Amtsgericht Wertheim einen 47-jährigen Mann aus Külsheim zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Diese wurde gegen Zahlung von 1000 Euro Buße an die Staatskasse zur Bewährung ausgesetzt.

Nach einem Hinweis der vom Angeklagten getrennt lebenden Ehefrau erwirkte die Polizei über die Staatsanwaltschaft einen richterlichen Hausdurchsuchungsbeschluss. Bei der Durchsuchung im Juni 2017 fanden die Beamten im Hasenstall am Haus die Pistole und im abgeschlossenen Wohnwagen auf einem entfernten Wald- und Wiesengrundstück weitere Waffen.

Die Ehefrau hatte im April 2017 bei der Polizei wegen unerlaubter Nachstellung seitens ihres Mannes Anzeige erstattet. „Emotional aufgewühlt“ erwähnte sie auch die Waffen „ihres Mannes“, und wo sie sich befinden. Die Angaben erschienen glaubhaft. An einem Junitag erfolgte um 4 Uhr der Einsatz des Sondereinsatzkommandos der Polizei im Haus. Der Angeklagte wurde an den Händen geschlossen, die Beamten übergaben ihm den Durchsuchungsbeschluss. Zudem wurde er belehrt, er müsse keine Angaben machen. Wie sich später herausstellte, war die halbautomatische Pistole zur Fahndung ausgeschrieben.

Zur Verhandlung bei Gericht waren neben Polizisten auch die Ehefrau und der Sohn des Mannes als Zeugen geladen. Die beiden machten als Angehörige von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.

Als Ergebnis der Beweisaufnahme kam die Staatsanwaltschaft zum Ergebnis, dass der Angeklagte von der Waffe im Hasenstall wusste. Die Waffen im entfernt stehenden Wohnwagen könnten jedoch auch ohne sein Wissen durch andere Personen dorthin gelangt sein.

Was den Wohnwagen anging, schloss sich die Verteidigerin an. Es waren mehrere Schlüssel im Umlauf. Der Hasenstall jedoch sei jedoch nicht abgeschlossen gewesen und durch die offenstehende Garage für jeden zugänglich gewesen. Deshalb bestehe auch in diesem Fall kein Nachweis für Besitzwillen/Sachherrschaft. Die Verteidigerin beantragte Freispruch.

Das Gericht berief sich auf den „gesunden Menschenverstand“. Es ordnete alle Waffen dem Angeklagten zu. Es waren sein Grundstück und Wohnwagen und man kam an den Hasenstall auf dem umzäunten Grundstück nicht ohne weiteres heran. Die Frau habe keine übertriebene Belastungstendenz gezeigt. Wären es ihre Waffen gewesen, hätte sie den Mund gehalten. Wäre der Sohn der Besitzer, so das Gericht weiter, hätte dieser sie bestimmt nicht ohne Wissen des Vaters dort versteckt. Für einen Besitz unbekannter Dritter fehle jeder Hinweis. goe