Wertheim

Schloss Homburg Musikalisch-literarischer Salon

Poesie und Musik rund um die Liebe

Triefenstein.Unter dem Thema „Auf der Liebe dunklem Meere“ sollten Gedichte und auf historischen Tasteninstrumenten begleitete Lieder aus der Barockzeit bis heute der Liebe würdigen. Dazu war erstmals die Sängerin Renate Kaschmieder aus Altdorf in den Wappensaal des Gebsattelschlosses gekommen. Begeistert ließ sie ihre Stimme zu den Klängen eines Stuttgarter Hammerflügels von 1815, eines Ulmer Tafelklaviers um 1770 bis 1780, oder eines Bamberger Giraffenflügels aus dem Jahr 1825 wirken.

Hausherr Michael Günther hatte dazu zunächst vier Lieder des in Würzburg geborenen Mainzer Hofmusikers Franz Xaver Sterkel (1750 bis 1817) herausgesucht, deren zarten Spielarten Kaschmieder überzeugend zu interpretieren verstand. Dabei galt es manche poetische Vorlage von Dichtern zu entdecken, die heute längst vergessen scheinen. Der Wertheimer Autor und frühere Deutschlehrer Wolf Wiechert verdeutlichte mit der Rezitation von fünf Gedichten unterschiedliche lyrische Schöpfungen mit Bildern des spätbarocken Manierismus bis hin zu neuer Sachlichkeit.

Großes Vergnügen bereitete es den rund 25 Gästen bei Goethes „Der König in Thule“ im Chorgesang einzustimmen. Ein Kabinettstückchen bot Michael Günther mit der Vorstellung einer scheinbar barocken, italienisch anmutenden Miniatur „La Ciaconina für das Clavier“ des vorgeblichen Tonschöpfers Giacomo Simonetti, von dem nicht einmal Lebensdaten zu ergründen seien.

Da waren die Vorgaben für den letzten Teil deutlicher. Der Marktheidenfelder Komponist Alexander Wolf vertonte sieben Gedichte aus der Feder seines einstigen Lehrers am Wertheimer Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und Freunds Wolf Wiechert. Diese wurden von Renate Kaschmieder überzeugend interpretiert und mit Leben erfüllt, so dass die kleinen Lyrik- und Tonkunstwerke mit Titeln wie „Liebeserklärung“, „Les Nymphéas“ oder „Restsüße“ ihre Wirkung auf das Publikum nicht verfehlten. maha