Wertheim

Wasserversorgung Einzelfördermaßnahme kostet fast eine halbe Million Euro / Land steuert knapp 270 000 Euro bei

Pumpwerk wieder in Betrieb genommen

Archivartikel

Ein wichtiger Schritt im Konzept des Zweckverbandes Wasserversorgung Main-Tauber: Das Pumpwerk Eichelsee ist gestern wieder in Betrieb genommen worden. Weitere Maßnahmen folgen.

Wertheim. Ein gemeinsamer, fester Druck auf roten Knopf und die neuen Aggregate begannen, anzulaufen. Ob damit der Vorsitzende des Zweckverbandes Wasserversorgung Main-Tauber, Freudenbergs Bürgermeister Roger Henning, sein Wertheimer Kollege Wolfgang Stein, Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Beier und die beiden besonderen Ehrengäste, der Landtagsabgeordnete Professor Dr. Wolfgang Reinhart und der Erste Landesbeamte im Landratsamt des Main-Tauber-Kreises, Dr. Ulrich Derpa, das Pumpwerk Eichelsee damit wirklich wieder in Betrieb genommen haben oder ob im Hintergrund noch jemand ungesehen einen Schalter umgelegt hat?

Wasser von hier

Zu erkennen war das nicht, aber es war trotzdem ein durchaus bedeutender Akt. Denn die Anlage ist ein wichtiger Baustein in der Wasserversorgung. Diese wiederum ist, wie Roger Henning in seiner Begrüßung sagte, „eine der wichtigsten kommunalen Aufgaben“. Er sei „stolz darauf, dass sie weiterhin vor Ort ist und nicht vom Bodensee kommt“. Eine Privatisierung lehne er strikt ab, machte der Zweckverbandsvorsitzende deutlich. Gleichzeitig mahnte Henning an, Wasser dürfe nicht zum Luxusgut werden. Man müsse auf die Preise achten und sei nicht zuletzt deshalb bei der Finanzierung von Bau- und Sanierungsmaßnahmen auf die Unterstützung des Landes angewiesen.

Wie sein Vorredner ging auch der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Landtag, Professor Dr. Wolfgang Reinhart, auf die Bedeutung der Versorgungssicherheit ein, erinnerte an die Bürgerinitiative gegen eine Versorgung vom Bodensee aus und lobte die „sehr weitsichtige Entscheidung“ für eine Zweckverbandslösung. Das Pumpwerk Eichelsee gehörte eigentlich zum Gesamtkomplex Wasserversorgungskonzept, wurde aber – weil es dafür noch keine Zuschussbewilligung gibt – als Einzelfördermaßnahme herausgelöst. Zur Investitionssumme von fast einer halben Million Euro steuerte das Land 268 000 Euro bei.

Dass es im Landkreis ganz unterschiedliche Partnerschaften und Kooperationen in der Wasserversorgung gibt, darauf wies Dr. Ulrich Derpa hin. „Sie sind Ihren eigenen Weg gegangen und haben nicht auf andere gewartet. Und das war gut so“, bescheinigte er dem Zweckverband. Das Land bestehe auf der Realisierung eines zweiten Standbeines, eine mögliche Lösung, die auch den Blick über die Landesgrenze ins benachbarte Bayern beinhaltet, liege auf dem Tisch. „Jetzt muss sie finanziert werden.“ Das Pumpwerk Eichelsee ist ein Baustein in der Versorgung, aber bei nicht der einzige. „Auf dem ganzen langen Weg nach Freudenberg gibt es noch viele Aufgaben“, stellte Thomas Beier fest. Aktuell habe man zwei Fördermittelanträge in Arbeit, die nach dem Akt der Inbetriebnahme von den Bürgermeistern Henning und Stein unterschrieben wurden.

Einer betrifft erneut die ganze Maßnahme mit Kosten in mittlerer einstelliger Millionenhöhe. Im zweiten geht es um das Pumpwerk Wessental, für das man, wie beim Eichelsee, die vorzeitige Baufreigabe erreichen möchte. Dessen Ertüchtigung sei derzeit „mit Abstand das Wichtigste“, machte Stefan Wolf, bei den Stadtwerken für das Wasser zuständige technische Führungskraft, deutlich. Er schilderte die Maßnahmen am Pumpwerk Eichelsee, die im laufenden Betrieb erfolgen. Was die eingangs geschilderte „Wiederinbetriebnahme“ dann doch mehr zum symbolischen Akt werden lässt.