Wertheim

75. Geburtstag Rolf Sommer feiert besonderen Ehrentag

Reicholzheim voran gebracht

Archivartikel

Reicholzheim.Als Rolf Sommer schon vor Jahren gefragt wurde, welche Schlagzeile er gerne einmal über sich lesen würde, sagte er: „Er war zum Wohle Reicholzheims erfolgreich als Ortsvorsteher und hat mit dazu beigetragen, dass die Ortsumfahrungsstraße gebaut wurde.“ Das war und hat er in der Tat. Und auch über seine Amtszeit hinaus, hat er die Hände nie in den Schoß gelegt. Heute feiert Sommer seinen 75. Geburtstag.

Wer es nicht weiß, käme wohl nicht auf die Idee, dass der heutige Jubilar kein gebürtiger Reicholzheimer ist. Zur Welt kam er am 4. Februar 1944 in Tauberbischofsheim. Aufgewachsen ist er, der seinen in Kriegsgefangenschaft gestorbenen Vater nie kennengelernt hat, in Gamburg. Nach dem Schulbesuch absolvierte er eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Sparkasse Wertheim, wechselte anschließend in die Kreditabteilung einer Bausparkasse in Ludwigsburg und kam nach drei Jahren zurück nach Wertheim zur Badischen Bank, aus der später durch Fusion die Baden-Württembergische Bank wurde. Als deren Prokurist ging Sommer 2003 in den Ruhestand.

Nach Reicholzheim gezogen

Dass er 1976 zusammen mit seiner Frau Brigitte, die er zwei Jahre zuvor geheiratet hatte, in deren Elternhaus nach Reicholzheim zog, darf rückblickend wohl mit Fug und Recht als Glücksfall für den Ort bezeichnet werden. Spätestens als Tochter Andrea, die 1980 geboren wurde, zur Schule kam, begann Sommers Engagement, das bis heute nicht aufgehört hat. Etwa im Heimatverein, in dem er zunächst Kassierer war und dessen Vorsitzender er seit 1997 ist.

Mit diesem zusammen realisierte er auch das jüngste, ehrgeizige Projekt: Im Anwesen des ehemaligen Gasthauses „Stern“ entstand in tausenden von Arbeitsstunden das Dorfmuseum Reicholzheim, wohl eines der größten seiner Art in Baden-Württemberg, und in den Räumen des alten Wirtshauses eine Begegnungsstätte. „95 Besucher beim ersten Seniorennachmittag dort sind für mich Bestätigung, dass die Arbeit sich gelohnt hat“, freut sich der Jubilar. Bis heute besucht er regelmäßig Franz Köhler, den früheren Eigentümer, dessen größter Wunsch es war, dass das, was sein Großvater, Vater und er selbst geschaffen haben, erhalten bleiben möge.

Nur am Rande erwähnt werden können weitere Projekte des Heimatvereins wie die auch vom Land gewürdigte „Bürgeraktion Dorffeste“, der Erhalt der Trockenmauern, die Konzeption für einen Rundwanderweg um den Ort oder die Renovierung und Sanierung der Brennerei im Kloster Bronnbach, für die er alleine im vergangenen Jahr 50 Zentner Obst eingemaischt hat.

Kommunalpolitisch aktiv

„In Reicholzheim geht viel, aber einer muss voraus gehen.“ Auch das ist ein für Rolf Sommer typischer Ausspruch. Über viele Jahre hinweg ist er vorausgegangen. Von 1994 an saß er im Ortschaftsrat, von Anfang an war er Ortsvorsteher und blieb dies auch, als er 2009 nicht mehr für das Gremium kandidierte.

Ortsrandumfahrung realisiert

Wenn es über ihn heißt, er habe die Entwicklung Reicholzheims ganz maßgeblich vorangebracht, dann ist das fast noch untertrieben ausgedrückt. Nahezu ein halbes Jahrhundert lang war über eine Ortsrandumfahrung diskutiert worden – in Sommers Amtszeit wurde sie realisiert.

Die Turn- und Festhalle wurde neu gebaut, Baugebiete sind ausgewiesen und alle Ortsstraßen saniert worden. Die letzte in einer langen Reihe war die Richolfstraße. Als deren Vollendung gefeiert werden konnte, erklärte der heutige Jubilar, wie vorher angekündigt, seinen Rücktritt vom Amt des Ortsvorstehers zum 31. März 2012. Seither ist er kommunalpolitisch im Ruhestand.

Viele Jahre war Sommer Mitglied der CDU und von 1996 bis 2003 Vorsitzender des Stadtverbands Wertheim. Vor drei Jahren ist er aus der Partei ausgetreten, über die Gründe für diesen Schritt schweigt der Jubilar.

In der Freizeit, so es sie denn gibt, hat sich das Ehepaar Sommer auf das Wandern verlegt. Viele Gegenden in Deutschland haben sie sich in den vergangenen Jahren „erlaufen“.

Ohne seine Frau ginge nichts

Über seine Frau Brigitte sagt er, „ohne sie ginge das alles nicht“. Die zahlreichen Auszeichnungen, die Sommer erhalten hat, von der Stadtmedaille in Bronze und Silber bis hin zur Landesehrennadel, müssen deshalb zu einem großen Teil eigentlich auch ihr gelten. „Ich würde in meinem Leben alles wieder so machen, auch wenn sicher nicht alles richtig war“, stellt der Jubilar abschließend fest.

Den sicherlich zahlreichen Glückwünschen zu Rolf Sommers heutigem 75. Geburtstag schließen sich auch die Fränkischen Nachrichten gerne an. ek