Wertheim

Wirtshaussingen Gesangverein Eintracht lud Bevölkerung zu einem „Gute-Laune-Mitsingabend“ ein

Reise mit „alten Schinken“ und Ohrwürmern

Sonderriet.Auf Initiative von Rudi Sack und seiner Frau Christa veranstaltete der Gesangverein Eintracht Sonderriet ein Wirtshaussingen. Mangels eines tatsächlich existierenden „Wirtshauses“ im Dorf fand es in der Mehrzweckhalle statt. Etwa 70 sangesfreudige Besucher sind der Einladung gefolgt und erlebten einen vergnüglichen Gute-Laune-Mitsingabend.

Begleitet von Werner Eirich (Bettingen) am Akkordeon und Werner Müller (Zimmern) an der Gitarre verstand es „Vor-Sänger“ Hermann Wagner (Altfeld) vom ersten Ton an, das Publikum zu begeistern. Zur Einstimmung unterstützten die „Blauen Jungs“ Walter Holzhäuser (Dertingen), Josef Nachtmann (Bettingen), Heinz Matschiner (Glashofen), Werner Müller (Zimmern) und Franz Störger (Altfeld) die drei Hauptakteure und brachten die Gäste in Sangesstimmung.

Auf jedem Tisch lagen Liederhefte aus. Das Publikum sollte sich hieraus „seine“ Lieder aussuchen. Die Auswahl war groß und reichte von Heimat- und Wanderliedern über Soldaten-, Abschieds- und Liebeslieder. Kurz gesagt fanden sich alle bekannten Volkslieder im Heft wieder. Erklärter Zweck des Abends und Motivation der Musikanten war schließlich, dafür Sorge zu tragen, dass das alte Liedgut nicht in Vergessenheit gerät.

Kaum hatte Hermann Wagner die ersten Takte eines Liedes angestimmt, stimmte der „Wirtshauschor“ mit ein und schmetterte aus voller Kehle textsicher sämtliche Strophen mit. Befand man sich eben noch bei „Wenn der Wein blüht“ schunkelnd im Weindorf an der Donau, fuhr man im nächsten Moment schon mit dem Schiff auf Elbe (... und mein Name heißt Matros’), begab sich dann auf einen Abstecher in die Märkische Heide ins Brandenburger Land und kehrte schließlich beim Hammerschmied-Lied zurück in den Spessart.

Damit die Gäste zu Atem kommen konnten, gab Heinz Matschiner immer wieder lustige Anekdoten und Trinksprüche in Spessarter Mundart zum Besten. Er war es auch, der darauf hinwies, dass die Musiker regelmäßig auf ihre Gage verzichten und stattdessen zu Spenden aufrufen. In den letzten Jahren wurde das Kinderhospiz „Sternenzelt“ unterstützt. Auch die Gäste des Sonderrieter Wirtshaussingens spendeten für den guten Zweck.

Für den zweiten Teil des Abends wurden neue Liederhefte ausgeteilt: „So schön war die Zeit - Alte Schinken und Ohrwürmer“. Nun hatte das Publikum die Wahl zwischen alten Schlagern und Gassenhauern. Man küsste rote Lippen, sehnte sich mit Fernando, Alfredo und Jose nach der großen Welt und träumte von Santo Domingo oder lief mit dem schwarzen Tino im heißen Sand und trauerte um ein verlorenes Land.

Zusammen mit Hans Albers - beeindruckend interpretiert von Franz Störger - bummelte man nachts um halb eins auf der Reeperbahn. So spät war es dann fast auch, als die Wirtshausmusikanten mit einem Abschiedslied den Abend beendeten. dahä