Wertheim

Entscheidung in der Flurbereinigung Wertheim-Sachsenhausen Grundstückseigentümer wählen Vorstand / 13 Kandidaten standen zur Verfügung

Richard Wolpert ist neuer Vorsitzender

Archivartikel

Zahlreiche Grundstückseigentümer hatten sich zusammengefunden, um den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft des Flurbereinigungsverfahrens Wertheim-Sachsenhausen (Wald) zu wählen.

Sachsenhausen. Im Flurbereinigungsverfahren Wertheim-Sachsenhausen (Wald) folgten die Grundstückseigentümer der Einladung des Vermessungs- und Flurneuordnungsamtes des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis, um den Vorstand der Teilnehmergemeinschaft zu wählen. Amtsleiter Werner Rüger freute sich über das zahlreiche Erscheinen.

„Mit Ihrer Anwesenheit zeigen Sie das Interesse am Verfahren und der Wahl Ihrer Vertreter, die als Bindeglieder zwischen Behörde und Teilnehmern sehr wichtig sind. Bei derart reger Beteiligung kann der gewählte Vorstand sicher sein, dass er auch das Vertrauen der Teilnehmer besitzt“, erklärte er.

Die Anwesenden wurden zunächst über die Aufgaben des Vorstandes aufgeklärt. Werner Rüger zeigte, bei welchen Beschlüssen dieser mitwirkt und welche Tätigkeiten in seinen Aufgabenbereich fallen. Dies sind insbesondere die Planung, Ausführung und Finanzierung einer Flurbereinigung, wobei der Vorstand unterstützend tätig wird und eng mit der Flurbereinigungsbehörde zusammenarbeitet. Keine Aufgabe des Vorstandes ist es, bei der Zuteilung neuer Flurstücke mitzuwirken und Einfluss auf die Landabfindung zu nehmen.

Rüger erläuterte den Ablauf der Wahl. Er erklärte, wer wahlberechtigt ist und wer für ein Amt in den Vorstand gewählt werden kann. In Baden-Württemberg ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass mindestens ein Mitglied des Vorstands einer Teilnehmergemeinschaft kein Eigentum im Flurneuordnungsgebiet besitzt und somit kein Teilnehmer ist. Bevor die Eigentümer der Flurstücke innerhalb des Neuordnungsgebiets ihre Kreuze auf die Stimmzettel setzen durften, wurde von ihnen nach kurzer Diskussion eine Satzung beschlossen, welche die Regularien der Wahl bestimmt und die Verfahrensweise bei Stimmengleichheit festlegt. Diese wurde von Rüger genehmigt.

Dem Aufruf des Wahlleiters, Kandidaten zu benennen, folgten die anwesenden Teilnehmer bereitwillig. Für die Position der fünf Mitglieder des Vorstandes und ihrer fünf Stellvertreter standen letztendlich 13 Kandidaten zur Verfügung. Aus ihrem Kreis wurden Richard Wolpert, Mathias Mattmüller, Ewald Garrecht, Udo Beck und Klaus Hergenhan in den Vorstand gewählt. Ihre Stellvertreter sind Achim Krank, Jens Mattern, Reinhold Adelmann, Rolf Diehm und Jürgen Schreiner. Die Gewählten nahmen die Wahl an und wurden von Rüger verpflichtet. Die fünf Vorstandsmitglieder wählten aus ihrem Kreis Richard Wolpert zum Vorsitzenden und Ewald Garrecht zu seinem Stellvertreter.

Die Flurbereinigung Wertheim-Sachsenhausen (Wald) wurde im November 2018 als vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren angeordnet. Mit einer Fläche von rund 228 Hektar umfasst sie Wald- und Feldflächen der Gemarkungen Sachsenhausen und Nassig. Durch Zusammenlegung von Waldgrundstücken und die Optimierung der Erschließung sollen Forststruktur, Holznutzung und Holzvermarktung nachhaltig verbessert werden.

Als nächster Arbeitsschritt wird die Ermittlung der Beteiligten am Flurbereinigungsverfahrenen durchgeführt, welche regelmäßig zu erheblichem Aufwand führt, wenn das Grundbuch nicht den aktuellen Eigentümer ausweist.

Diese Unrichtigkeit entsteht meist aufgrund einer nicht vollzogenen Erbfolge. Deshalb sollten die Grundbücher durch die Beteiligten auf den aktuellen Stand hin überprüft werden.

„Falls der rechtmäßige Eigentümer nicht ermittelt werden kann, muss ein Vertreter durch das zuständige Gericht bestellt werden, der dann sämtliche Entscheidungen treffen kann“, erklärt Jörg Hammerl, Leitender Ingenieur des Flurbereinigungsverfahrens. lra