Wertheim

20 Jahre Technisches Gymnasium Christoph Bauerdick vom Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen hielt Festvortrag

Schüler für die Forschung begeistert

Bestenheid.Viele geladene Gäste aus Schule, Wirtschaft und Politik, Kollegen, ehemalige und aktuelle Schüler begrüßte Schulleiter Manfred Breuer am Donnerstagabend zur Festveranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Technischen Gymnasiums (TG) am Beruflichen Schulzentrum Wertheim in Bestenheid.

Die zunehmende Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche erzeuge ein großes Spannungsfeld, das auch Thema im Unterricht und darüber hinaus ist, erklärte Breuer zu Beginn.

Junge Menschen auf die künftige Realität vorzubereiten, sei eine ungeheure Verantwortung bei der enormen Geschwindigkeit, mit der sich der Wandel vollziehe. Der Schulleiter unterstrich die Wichtigkeit von Bildungsgängen wie dem des TGs mit dem Profilfach Mechatronik.

Dezernent Jochen Müssig überbrachte die Glückwünsche von Landrat Frank und stellte fest, dass die Unterrichtsinhalte ständig erfolgreich auf Aktualität überprüft werden. Außerdem wies er auf die in Kürze anstehende Entscheidung des Kreistags zu Generalsanierung und Erweiterung des Beruflichen Schulzentrums Wertheim hin.

„Energie weiter gedacht“

Unter dem Titel „Die ETA-Fabrik – Energie weiter gedacht“ stellte Festredner Christoph Bauerdick von der TU Darmstadt, der am Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) zum Thema Energiemanagement und Monitoring forscht, die Arbeit der Forschungsgruppe ETA und seinen Forschungsschwerpunkt „Energieeffizienz in der Produktion“ vor. Die Bedeutung der Energieeffizienz wurde abseits der Industrie am Beispiel der aktuell diskutierten Fluchtursachen deutlich: Über 50 Prozent sind auf den Klimawandel zurückzuführen. Ansonsten geht es um den Anteil der Energiekosten am Umsatz, um Energieflexibilität, das heißt die Anpassung des Energieverbrauchs an die Erzeugung, und um Ressourceneffizienz. Diese Arbeiten sind nur softwareorientiert ausführbar. Dabei entsteht eine so riesige Datenmenge, dass künstliche Intelligenz für die Energiesysteme benötigt wird.

Als Beispiel nannte Bauerdick Wärme, die Maschinen während des Betriebs abgeben. Im Winter ist sie für die Heizung der Betriebshalle nutzbar, im Sommer muss die Halle gekühlt werden. Anschaulich zeigte der Experte anhand einer Animation, wie der Energiekreislauf funktioniert. Durch thermische Vernetzung können 40 Prozent Energie eingespart werden, erklärte er. Dazu wurde ein Energie-Monitoring geschaffen, das zum Beispiel Wetterdaten und -prognosen verwendet, um effektiver produzieren zu können. Was teils wie Science Fiction anmutete, ist heute schon Realität.

Der Referent animierte die Schüler, seinen Fachbereich zu wählen, den Master-Abschluss zu machen und wissenschaftliche Mitarbeiter zu werden. „Ich forsche unglaublich gerne“, sagte er überzeugend am Ende seines packend vorgetragenen Referates.

Die Verleihung der Preise beim Fotowettbewerb „Große Technik in kleinen Details“ schloss sich an. Der erste Preis ging an Kira Hierling aus der Klasse 2BFP2, Zweiter wurde Philipp Meder (Klasse TG 12), Dritte Tabea Stahl (BTG 11). 21 ausgewählte Wettbewerbsbeiträge konnten bei der anschließenden Vernissage betrachtet werden.

Schulleiter Breuer lud zu Umtrunk und Gesprächen bei Lounge-Musik der Lehrerband ein und verwies auf den Tag der offenen Tür am heutigen Samstag ab 10 Uhr im Beruflichen Schulzentrum. pefs