Wertheim

Fotoaufnahmen Dokumentation im Rahmen der Ausstellung „Schau mich an – Gesichter einer Flucht“

Shooting soll wiederholt werden

Archivartikel

Für ein paar Tage machte die Ausstellung „Schau mich an – Gesichter einer Flucht“ in der Stiftskirche Station. Die Präsentation war gleichzeitig Anlass für eine eigene Dokumentation.

Wertheim. Fröhlich strahlt Familie Aljaja in die Kamera von Gerhard Holzer. Die syrische Familie, die mit den Familienmitgliedern Vater Abdul Aziz, den Söhnen Ahmad und Omar und Mutter Manal Al Shalati seit 2016 in Wertheim lebt, ist dem Aufruf des Kirchenbezirks gefolgt, sich bei einem Fotoshooting im Rahmen der Ausstellung „Schau mich an – Gesicht einer Flucht“ fotografieren zu lassen und ihre Geschichte zu erzählen.

Omar ist aufgeregt

Besonders der siebenjährige Omar ist aufgeregt an diesem Tag, an dem er morgens das Zeugnis bekommen hat und abends Fotos machen darf. Sein großer Bruder Ahmad, der eine Ausbildung in der Firma Kurtz-Ersa macht und seinen Eltern die Formulare zum Datenschutz erklärt, möchte lieber nicht mit abgebildet werden.

Die Ausstellung „Schau mich an“, die diese Woche in der Stiftskirche besucht werden kann, stammt aus der Stadt Haltern am See und besteht aus Bildern und Lebensgeschichten von Menschen, die einst als Flüchtlinge in die Stadt in Nordrhein-Westfalen gekommen sind. Dabei wird nicht nur die jüngste Migrationsgeschichte betrachtet, sondern auch von Menschen erzählt, die beispielsweise durch Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Heimat in Deutschland gefunden haben „und heute ganz selbstverständlich dazugehören“, wie Elvira Leskowitsch, Beauftragte des Kirchenbezirks für Flucht und Migration, erklärt.

Gemeinsam mit Alex Schuck von der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis hat sie nicht nur die sehenswerte Schau nach Wertheim geholt, sondern auch die Idee aufgebracht, eine ähnliche Bilderfolge für Wertheim zu erstellen.

Hierfür ging ein Aufruf an alle Zugezogenen in die große Kreisstadt. Sie wolle neben Geflüchteten auch Menschen ablichten, die hier aus anderen Gründen eine neue Heimat fanden, etwa Russlanddeutsche oder Arbeitsmigranten, betonte Leskowitsch.

Mit Gerhard Holzer war rasch ein Fotograf gefunden, der sich für die gute Sache ehrenamtlich zur Verfügung stellte.

Neuer Termin im Herbst

Leider war neben Familie Aljaja nur noch Mohamed Khir Jolailati dem Aufruf gefolgt, 24 Jahre alt und ebenfalls aus Syrien. Deshalb gibt es Überlegungen, für das engagierte Projekt im Herbst nochmals Termine anzubieten, um zu zeigen, wie viele verschiedene Menschen in den vergangenen Jahrzehnten kamen und heute selbstverständlich dazugehören.