Wertheim

Runder Geburtstag Dorothea Meisinger wird heute 60 Jahre alt

Sie kocht für ihr Leben gern

Archivartikel

Waldenhausen.Spricht man sie auf ihren bevorstehenden Geburtstag an, zitiert sie erst einmal lachend Bob Hope. Der amerikanische Komiker habe einmal gesagt, „du merkst dass du älter wirst, wenn die Kerzen mehr kosten als der Kuchen“. Bei Dorothea Meisinger, ehemalige Wertheimer Stadträtin und Ortschaftsrätin in Waldenhausen, können heute 60 Kerzen auf dem Geburtstagskuchen entzündet werden.

Geboren am 31. August 1958 im Wertheimer Krankenhaus, wuchs sie in Waldenhausen auf, wo sie später auch zur Grundschule ging. Zuvor aber besuchte sie den Kindergarten in Bestenheid, „bei der legendären Schwester Gretel“, erinnert sie sich. Denn ihre Eltern arbeiteten beide bei Firmen in dem Wertheimer Stadtteil. Auf das Abitur am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium folgte eine Ausbildung zur Goldschmiedin in Hanau.

„Da hat meine Mutter mich draufgebracht“, erinnert sich Meisinger. Deren Chef hatte einen Bekannten in dem Beruf. Noch heute ist sie ein wenig stolz darauf, dass sie zu den 50 jungen Menschen gehörte, die aus rund 500 Bewerbern an der Berufsfachschule genommen worden sind. An diese kehrte sie zur Meisterprüfung zurück, nachdem sie zwei Gesellenjahre bei Juwelier Jan tätig war.

„Danach hat es mich erst einmal in die große weite Welt gezogen“, berichtet sie weiter. 1992 kehrte sie nach Wertheim zurück und eröffnete in der Eichelgasse ihre eigene Goldschmiede Mit der zog sie dann später in die Maingasse um, wo sie bis 2007 blieb.

„Da habe ich dann gemerkt, dass man davon nicht mehr leben kann“. Seit nunmehr elf Jahren arbeitet Meisinger nun im Wertheim Village. Für sie, unterstreicht die Jubilarin, sei das „Village nie der Feind gewesen. Ich habe es eigentlich immer als Chance für Wertheim gesehen und verstehe bis heute nicht, warum es nicht möglich ist, das vorhandene Potenzial für die Innenstadt stärker abzuschöpfen.“

Noch in ihrer Zeit als Selbstständige engagierte sich Meisinger in der damaligen Werbegemeinschaft und hob dann den Stadtmarketingverein mit aus der Taufe. In diesem war sie eine Zeit lang stellvertretende Vorsitzende.

Schon immer für Kommunalpolitik interessiert, kandidierte sie, von Rainer Dreikorn darauf angesprochen, erstmals für den Wertheimer Gemeinderat. Fünf Jahre später wurde sie in das Gremium und auch in den Ortschaftsrat Waldenhausen gewählt. 2013 rückte sie noch einmal in den Gemeinderat nach. Im Jahr darauf schied sie aus beiden Gremien aus.

Ihr Leben verbringt sie seit nunmehr zwölf Jahren mit Franz Kohout, den sie im Gemeinderat näher kennenlernte, wo er ihr, wenn auch als Mitglied einer anderen Fraktion, gegenübersaß. Rückblickend zeigt sich die ehemalige Kommunalpolitikerin unter anderem „froh, dass wir für die Burg Geld in die Hand genommen haben“ und findet es bedauerlich, dass die Idee mit dem Schrägaufzug, gescheitert ist. „Schade, dass das niemand mehr in die Hand genommen hat.“

Für ihr Engagement wurde Meisinger mit der Stadtmedaille in Bronze geehrt. Ausgefüllt ist das Leben der Jubilarin auch nach ihrem Engagement. „Seit zweieinhalb Jahren lerne ich chinesisch“, berichtet sie lachend. „Eigentlich hatte ich mir das für die Zeit im Ruhestand vorgenommen.“ Jetzt ist es beruflich bedingt. Außerdem „koche ich für mein Leben gerne“. Die begeisterte Hobbyköchin nennt 250 bis 300 Kochbücher ihr eigen. Zur heutigen Feier wird sie aber wohl keines davon brauchen. Den sicher zahlreichen Glückwünschen schließen sich auch die Fränkischen Nachrichten gerne an. ek