Wertheim

Kindertagesstätte Bestenheid Seit einem halben Jahrhundert werden Kinder betreut, versorgt und gebildet

Solide Basis für künftiges Leben legen

Archivartikel

Die Evangelische Kindertagesstätte in Bestenheid hat am Wochenende ihren 50. Geburtstag gefeiert und viele feierten mit.

Bestenheid. „Wenn jede Zahl eine Farbe hätte, dann wäre die der 50 Gold“, sagte Pfarrerin Carolin Knapp gleich zu Beginn. Und „Gold wert“ war auch der Gottesdienst, den sie gemeinsam mit zahlreichen Besuchern in der gut gefüllten Martin-Luther-Kirche am Samstagnachmittag beging. Es war ein fröhlicher, entspannter, ein würdiger erster Teil der Feiern zum 50. Geburtstag der Evangelischen Kindertagesstätte in der Breslauer Straße. Teil zwei folgte dann gestern Nachmittag mit einem Fest in der Einrichtung selbst.

„Unsere Kita“ war ein Programmpunkt überschrieben, in dem eindrucksvoll dargestellt wurde, was in der Kindertagesstätte tagtäglich von morgens bis zum späten Nachmittag so „abgeht“ und wie viele Menschen sich engagieren. Von den Erzieherinnen bis zum Hausmeister reicht die Bandbreite, damit die Mädchen und Jungen sich hier wohlfühlen und gut entwickeln können. Vom „gemeinsamen Haus Erde“ sprach anschließend Pfarrerin Knapp. „Das Haus in dem ich wohne ist sehr groß“, sagte sie, „und ihr seid meine Mitbewohner. Wir sind Nachbarn in dem Haus, in dieser riesigen Wohngemeinschaft. Und ich glaube, dass Gott will, dass wir das wissen und dass wir uns bewusst sind, dass es dieses Haus nur ein Mal gibt.“

Gut gewählt und der entspannten Atmosphäre des Gottesdienstes zuträglich waren die ausgewählten, gemeinsam gesungenen Lieder. Beifall in einem Gottesdienst ist an und für sich selten. Viel Applaus aber erhielt, verdientermaßen, der „Chor der Erzieherinnen“ für sein, von der ehemaligen Kollegin Simone Kohlroß getextetes Lied, in dem es im Refrain hieß: „Unsere Kinder sind echt grandios“. Es sei „an der Zeit, Danke zu sagen“, so der Vorsitzende des Ältestenkreises, Thomas Förstel. Dabei bezog er nicht nur alle aktuell Verantwortlichen ein, sondern auch früher Beschäftigte und Engagierte, bis hin zu den Schwestern des Diakonissen-Mutterhauses Frankenstein, mit denen einst alles begann.

Wertvolles Gut

Der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Hartmannsgruber wies darauf hin, dass Kinder „ein empfindsames, wertvolles Gut für uns sind. Deshalb ist es wichtig, dass es ihnen auch dann gut geht, wenn wir sie nicht selbst behüten und umsorgen können, wenn wir sie vertrauensvoll in die Obhut einer Kindertagesstätte geben“. Hier erhielten sie eine solide Basis für ihr künftiges Leben.

Es würden ihnen Werte vermittelt, ihre Persönlichkeit werde gezielt gefördert und gestärkt. „In der evangelischen Kindertagesstätte Bestenheid können wir dessen ganz sicher sein – und das seit nunmehr fünf Jahrzehnten.“

„Kindertagesstätten verstehen sich längst als Bildungseinrichtung“, sagte Schuldekanin Cornelia Wetterich, um dann auf die Merkmale des evangelischen Profils zu sprechen zu kommen, die auch in der Einrichtung in Bestenheid beachtet würden. Dazu zählten fachliche Qualität, eine offene und freundliche Beziehung zu Kindern und Eltern und eine christliche Lebensorientierung. Denn „Bildung betrifft nicht nur den Kopf, sondern auch Geist und Seele“.

Kita gehört zum Stadtteil

Wie die Schuldekanin hatte auch der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Erwin Röhrig, einen „Korb mit guten Sachen“ mitgebracht, den er, verbunden mit den passenden Worten, stellvertretend an die Leiterin Susanne Skirde überreichte. Die Kindertagesstätte sei ein Teil Bestenheids und solle dies auch bleiben, unterstrich der Vorsitzende des Stadtteilbeirats, Hubert Kronmüller.

Architekt Jürgen Heinrich zeigte unter anderem die Verbindungen seiner Familie und seines Büros zu dem „Jubilar“ auf. Mit ihm, vor allem aber mit den ehemaligen Leiterinnen Lore Müller und Johanna Oehm sowie dem früheren Gemeindepfarrer Johannes Stockmeier tauchte man tief in die Vergangenheit des Geburtstagskindes ein.

Zum Schluss dürften alle einig gewesen sein mit Pfarrerin Carolin Knapp, die schon am Ende des Gottesdienstes und vor den Grußworten festgestellt hatte, „man konnte so viel sehen und spüren von dem, was euch und die Kindertagesstätte Bestenheid ausmacht“.