Wertheim

Weinbau 18-jährige Dertingerin trat am Samstag die Nachfolge von Viktoria Link an / Erster offizieller Auftritt in zwei Wochen

Sophie Österlein ist die neue Weinprinzessin

Nach zwei Jahren im Amt musste Viktoria Link schweren Herzens ihre Krone abgeben. Die neue Dertinger Weinprinzessin heißt seit Samstagabend Sophie Österlein.

Dertingen. Es war, wie sie selbst mutmaßte, wohl das erste Mal seit fünf Jahren, dass Sophie Österlein den Fanfarenzug der Fränkischen Herolde hörte, ohne selbst mitzuspielen. Die 18-Jährige hatte an diesem Samstag eine andere, noch wichtigere Rolle. Die Musiker waren, zusammen mit einer großen Schar Dertinger, zu ihr nach Hause gekommen, um sie von dort abzuholen und zur Mandelberghalle zu geleiten. Dort wurde Sophie im Rahmen der traditionellen großen Weinprobe später zur 35. Dertinger Weinprinzessin gekrönt.

„Weinprinzessinnen tragen die Botschaft des Weines hinaus und sind die Verbindung zwischen den Weingemeinden“, sagte später Ortsvorsteher Egon Beuschlein. Und zum Beweis dieser Feststellung saßen in der Mandelberghalle an dem Abend die Vertreterinnen aus elf Regionen und Ortschaften, von der Taubertäler Weinkönigin über die Hoheiten aus Külsheim und Retzbach bis hin zu Himmelstadt und Homburg. Und die meisten von ihnen hatten auch noch eine oder sogar mehrere ihrer Vorgängerinnen dabei.

Unter ihnen saß von Beginn an Sophie Österlein, wenn auch noch ohne die Insignien ihrer neuen Würde. Die trug zu dem Zeitpunkt Viktoria Link und das seit mehr als 700 Tagen. Denn sie amtierte, das kommt in Dertingen selten vor, zwei Jahre als Weinprinzessin. „Eigentlich wollen das ja alle. Wenn sie richtig ‚drin’ sind, würden sie am liebsten weitermachen“, wusste Beuschlein. Viktoria Link hätte wohl sogar noch ein drittes Jahr angehängt. Das merkte man dem ausführlichen Rückblick auf ihre Amtszeit und all die schönen und lustigen Erlebnisse deutlich an.

Dabei hat sie, wie die junge Frau einräumte, erst als Weinprinzessin das Getränk, das sie repräsentierte, erst richtig lieben gelernt. „Es blieb mir ja auch nichts anderes übrig.“ Sie hat nicht immer nur den Dertinger Wein in 31 Städten und Gemeinden repräsentiert, dabei 20 Reden gehalten und mehr als 8600 Kilometer „im Dienst“ zurückgelegt. Und „der Papa war fast immer dabei“. Nun aber hieß es Abschied nehmen und sie tröstete sich mit der Erkenntnis, „trage die Krone im Herzen und du bist immer Prinzessin“.

Ihrer Nachfolgerin gab sie den Rat, den sie selbst bei ihrer Inthronisation erhalten hatte: „Genieße das Jahr, es geht viel zu schnell vorbei.“ Schon vor ihrer Krönung hatte Sophie Österlein aufregende Tage erlebt.

So absolvierte sie etwa in der zurückliegenden Woche ihre letzte schriftliche Abiturprüfung am Beruflichen Schulzentrum. Nun ist die 18-Jährige „voller Neugier, was mich wohl erwarten wird“. Sie wird, das wurde schon beim ersten Auftritt als 35. Dertinger Weinprinzessin deutlich, ihre Sache gut machen. Zunächst beim heimischen Weinfest in knapp zwei Wochen und dann über die Grenzen ihres Heimatortes hinaus.

Vor und nach der Ab- und Neukrönung wurde, schließlich handelte es sich um die „große Weinprobe“, fleißig verkostet. Christian Baumann, Hauptkellermeister der Gebietswinzergenossenschaft Franken stellte die Tropfen, die aus dem Winzerkeller im Taubertal, dem Winzerhof Baumann, dem Weingut Oesterlein – aus dem die neue Weinprinzessin nicht kommt, wie sie klarstellte – und dem Weingut Hörner kenntnisreich vor, gab Tipps zum Genuss, informierte über Themen wie Food-Design und gab so manches „Anekdötchen“ nicht nur über Weinproben früher und heute zum Besten.

Zur Unterhaltung in der von Beate Diehm und ihrem Team wieder sehr ansprechend dekorierten Halle trug auch der „Winzerchor“ unter der Leitung von Hanna Stollberger mit einigen Liedern bei. Darunter war auch „Ja, ja der Frankenwein“, in dessen Aufforderung „hoch die Gläser, hoch das Leben, hoch die Liebe“ wohl alle uneingeschränkt einstimmen konnten.