Wertheim

Themenführungen im Mai Interessante Einblicke hinter die Kulissen bietet Bronnbach in diesem Monat / Anmeldung notwendig

Spannende Themen in und um das Kloster

Archivartikel

Bronnbach.Das Kloster Bronnbach bietet im Mai spannende, neue Themenführungen an. Für die Teilnahmegebühr werden Themen rund um das Kloster und das Leben in Bronnbach zur Zeit der Zisterzienser und zur Zeit, als Bronnbach ein Königs- und Fürstenschloss war, erläutert. Eine Voranmeldung zu den Führungen ist nötig und kann unter Telefon 09342/935202020 oder per E-Mail an info@kloster-bronnbach.de erfolgen. Treffpunkt ist der Klosterladen.

Am Freitag, 10. Mai, um 18 Uhr führt Heinz Wolf die Besucher in einen Bereich, der eigentlich der Öffentlichkeit verschlossen ist. Die Sakristei einer Kirche ist ein intimer Raum, in welchem sich der Priester und die Ministranten – früher Akolythen genannt – auf den Gottesdienst vorbereiten.

Hier werden die liturgischen Geräte, Bücher und Messgewänder aufbewahrt. Die Sakristei in Bronnbach wurde mit der Klosterkirche erbaut und datiert ebenfalls in die Zeit der Romanik im zwölften Jahrhundert. Im 18. Jahrhundert wurde sie im Stil des Barocks ausgemalt und der Raum mit kunstvoll geschnitzten Sakristeischränken ausgestattet. Die Führung bietet die einmalige Gelegenheit, einen Blick hinter die Sakristeitüre zu werfen und die zum Teil mysteriösen Deckengemälde zu entdecken.

Dachstuhl im Mittelpunkt

Am Dienstag, 14. Mai, steht um 18 Uhr der Bronnbacher Dachstuhl im Mittelpunkt. Wie auch der in der Brandkatastrophe in Notre-Dame unwiederbringlich verloren gegangene Holzdachstuhl, besteht das Dachgestühl der Klosterkirche Bronnbach ausschließlich aus Holz. Der erste, romanische Dachstuhl, der um das Jahr 1200 errichtet wurde, war schadensträchtig. Daher war es in den Jahren 1424 bis 1426 nötig geworden, mit einem neuen Dach, dem sogenannten „hoche werck“, die chronischen Bauschäden zu beseitigen. Dieses heute noch original bestehende und sehenswerte gotische Tragwerk aus Sparrendach mit Kehlgebälk und stehendem Stuhl wird in der Führung besichtigt. Aufwändige Holzverbindungen zeigen in beeindruckender Weise die hohe Zimmermannskunst des Mittelalters. Die Teilnehmer gelangen über eine steile Turmtreppe zum Dachreiter und dem steinernen Gewölbe aus dem 12. Jahrhundert. Dabei kann das beeindruckende Kreuzgratgewölbe aus der Spätromanik bewundert werden.

Neu im Programm

Neu im Programm ist die Führung „Mit allen Sinnen genießen – Kräuterführung durch den Klostergarten“ mit der Diplom-Biologin Simone Papst am Samstag, 18. Mai, um 10 Uhr. Seit dem Mittelalter wurde altes Wissen um Heilpflanzen und ihre Anwendung in den Klöstern bewahrt und weitergegeben. Die Themenführung gibt Einblick in dieses alte Wissen um Heilkräuter und die Geschichte der klösterlichen Kräutergärten. Wichtige Fragen zur Verwendung von Heilkräutern werden anhand von Beispielen vorgestellt und Antworten Anbau, Lagerung und Konservierung der Pflanzen und ihrer kostbaren Inhaltsstoffe gegeben. Im duftenden Kräutergarten wird die Welt der mittelalterlichen Medizin, die heute neu entdeckt wird, wieder lebendig.

Einen Einblick in das Leben in Bronnbach zur Fürstenzeit bietet die Führung „Verschlossene Türen – Vergessene Winkel – Unbekanntes Bronnbach“ mit Annemarie Heußlein am Freitag, 24 Mai, um 18 Uhr. Sie erlaubt Einblicke in sonst unzugängliche Bereiche des Klosters Bronnbach. Fast vergessene Ecken und Winkel wie alte Privatwohnungen im Bursariat oder das fürstliche Kinderzimmer werden nur für diese Führung zugänglich gemacht.

Unterhaltsam werden Anekdoten und Erinnerungen aus der Zeit der 50er und 60er Jahre von der Augenzeugin und gebürtigen Bronnbacherin präsentiert. Ob hochadlige Besuche, Fürstenhochzeit in der Klosterkirche oder Tanzabende im Klosterhof – Annemarie Geißlein berichtet von Alltäglichem und Besonderem, von Festlichkeiten und dem Alltag der über 600 Bewohner in dem ehemaligen Klosterkomplex nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie ließ es sich leben an einem Ort, der gemäß der Regel des Heiligen Bernhards „einsam, unwirtlich, abgelegen und wasserreich“ war?

In neuem Glanz

Den erblühenden Abteigarten stellt Annemarie Heußlein am Freitag, 31. Mai, um 18 Uhr vor. Die Themen Garten, Landwirtschaft und Weinbau spielten seit jeher eine wichtige Rolle in den Zisterzienserklöstern. Der Bronnbacher Abteigarten war allerdings lange in Vergessenheit geraten. Nach drei Jahren Sanierung erstrahlt er wieder in seinem früheren Glanz. Alte Rosensorten und historischer Nutzpflanzen prägt die Gestaltung nach historischem Vorbild und Nutzung. Bei der Gartenführung werden die Besonderheiten der Bronnbacher Gärten und ihr geschichtlicher Hintergrund beleuchtet und vorgestellt.

Die Kanutour mit Kurt Lindner am Samstag, 25. Mai, ist bereits ausgebucht. Noch Plätze frei sind bei den nächsten Terminen am Samstag, 15. Juni, sowie am Samstag, 13. Juli. lra