Wertheim

100-Meilen-Lauf Rene Roth sammelte 1660 Euro an Spenden für die Aktion Regenbogen

Spaß am Laufen ist die Motivation

Der Mondfelder René Roth meisterte am Wochenende den 100-Meilen-Lauf durchs Taubertal. Die Teilnahme verband er mit einer Spendenaktion zugunsten der Aktion Regenbogen.

Mondfeld. Unter dem Motto "Mondfeld läuft einhundert Meilen für Aktion Regenbogen" nahm René Roth beim ersten Taubertäler 100-Meilen-Lauf teil. Dieser war eine Verlängerung des "Taubertal 100" Laufs am Wochenende, der sich über hundert Kilometer erstreckte. Neben Roth hatten noch 27 andere die verlängerte Strecke von insgesamt rund 161 Kilometer erfolgreich absolviert.

Zuvor gewann er Mondfelder Vereine sowie Firmen als Spender. So kamen 1660 Euro Spenden zusammen. Der symbolische Scheck wurde gleich im Ziel an Michael Bannwarth, einen der Vorsitzenden der Aktion Regenbogen, übergeben.

"Meine Motivation, an solchen Läufen teilzunehmen, ist der Spaß am Laufen ganz allgemein", stellte Roth fest. "Es ist toll, die Herausforderung anzunehmen und zu sehen, was Körper und Geist leisten können."

Die Leidenschaft für offizielle Läufe begann bei ihm 2010 mit zehn Kilometer Messeläufen, 2011 kam der erste Halbmarathon mit rund 21 Kilometer und ein Jahr später der erste Marathon dazu. 2014 nahm er am Rennsteiglauf teil, der sich über 73 Kilometer erstreckt. 2016 war er dann erstmals beim "Taubertal 100" Lauf dabei. In diesem Jahr hatte er schon drei Läufe zwischen 60 und 75 Kilometer verteilt über Deutschland absolviert.

Dieses Jahr fand erstmals der Lauf von 100 Meilen von Rothenburg über Wertheim nach Gemünden statt. "Da ich letztes Jahr die 100 Kilometer gelaufen bin, wollte ich dieses Mal die 100 Mailen versuchen", erklärte der 45-Jährige seine Motivation.

Suche nach Herausforderung

Er suche immer größere Herausforderungen und wollte sich sowieso einmal an den 161 Kilometern versuchen. "Wenn so etwas nun in der Region angeboten wird, muss man es unterstützen." Der Teilnahme und der Spendenaktion gingen umfangreiche Vorbereitungen voraus. Wöchentlich lief der Freizeitsportler insgesamt zwischen 55 und 110 Kilometern nach einem Trainingsplan. Er trainierte je nach verfügbarer Zeit zwischen drei- und fünfmal pro Woche. Die längste Tagestrainingsstrecke lag bei 60 Kilometern.

"Ich bin vor dem offiziellen Start nie die hundert Meilen gelaufen, dafür fehlte mir die Zeit." Die Idee für die Spendenaktion sei ihm rund vier Wochen vor der Teilnahme gekommen. "Wenn man 160 Kilometer läuft, dann kann man es auch damit verbinden, Gutes zu tun." Die Aktion Regenbogen sei ihm eingefallen, auch da er Michael Bannwarth persönlich kenne.

Gemäß dem Motto seiner Spendenaktion konzentrierte er sich auf Spender aus seinem Heimatort Mondfeld. So sprach er ortsansässige Firmen und Geschäftsführer, sowie Vereinsvorstände an. "Einer der Spender kam auf die Idee, man könne ja für jeden gelaufenen Kilometer einen bestimmten Betrag spenden." Eigentlich habe er das ganze mehr als Scherz gesehen, denn es ging ihm nur um eine Gesamtspende, unabhängig von irgendwelchen Streckenwerten. "Die meisten hielten sich dann aber an die Idee mit dem Kilometergeld." Dank sprach er allen Spendern aus. Für die Spendenaktion entwarf Roth extra ein T-Shirt mit Logos der Spender und dem Titel seiner Aktion. Es war für ihn aber mehr als ein äußeres Zeichen beim Lauf. "Die Spendenaktion half mir, meine Motivation auf der gesamten Strecke zu erhalten."

Am Tag vor dem Lauf absolvierte er noch einmal ein Training von fünf Kilometern, dann wurde gepackt und nach Rothenburg gefahren. Abends fand dort die Teilnehmerbesprechung statt. Kurz vor dem Start packte er kleine Pakete, die nach 20, 70 und 100 Kilometern an der Strecke für ihn bereitgestellt wurden. Hinein legte er neben Wechselkleidung auch Hydrogele als Flüssigkeits- und Nahrungsersatz für den Notfall. "Es gibt aber auch alle fünf Kilometer etwas zu trinken und alle zehn etwas zu essen."

Nach den ersten 60 Kilometern habe es angefangen wehzutun, das überwinde man aber nach einiger Zeit. Man habe auf der Strecke aber auch einen Blick für die Umgebung. "Es gibt immer etwas zu sehen." Außerdem unterhalte man sich mit Läufern, die das gleiche Tempo haben, so vergesse man Zeit und Strecke.

Nach 21 Stunden am Ziel

Neben der Spendenaktion sorgte auch sein Bruder für Motivation auf der Strecke. Er begleitete ihn von Tauberbischofsheim nach Gemünden rund 90 Kilometer mit dem Rad.

Der langweiligste Streckenteil sei der durch das Bad Mergentheimer Industriegebiet gewesen, der anstrengte der rund fünf Kilometer lange Zielabschnitt zwischen Langenprozelten und Gemünden. "Die dortige Schleife zog sich."

Nach 21 Stunden und 25 Minuten erreichte er das Ziel und war somit dritter seiner Altersklasse. Das Glück, angekommen zu sein, war groß. "Man ist überwältigt und realisiert erst am nächsten Tag so richtig, was man geschafft hat."

Nach dem Lauf freute er sich auf eine Dusche und ein Bett. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen gleich die Spende zu übergeben.