Wertheim

Amtsgericht Bußgeld für 65-Jährigen reduziert

Sportwagen fuhr auf Pkw auf

Wertheim.Ein Opel-Fahrer, der auf dem Weg von Wertheim zu seinem Wohnort Boxberg war, verspürte auf der Kreisstraße 2824 zwischen Urphar und Böttigheim ein dringendes Bedürfnis. An der Kreuzung mit der Straße Kembach-Höhefeld bog er nach rechts Richtung Höhefeld ab, um sich eine geeignete Stelle zum Wasserlassen zu suchen.

Auf der schmalen Straße wurde er immer langsamer, blieb dann mittig stehen, und ein Sportwagen älterer Bauart fuhr hinten auf. Der Schaden beim Opel lag bei über 10 000 Euro, der am Sportwagen bei 3000 Euro, wirtschaftlicher Totalschaden.

Der 19-jährige Sportwagenfahrer erhielt ein Verwarnungsgeld, weil er nicht genügend den Verkehr vor sich beachtet hatte, und zahlte die 35 Euro. Der 65-jährige Opelfahrer bekam einen Bußgeldbescheid über 100 Euro wegen Verstoßes gegen das Rechtsfahrgebot, und ihm drohte ein Punkt im Flensburger Fahreignungsregister. Er legte Einspruch ein.

Das Amtsgericht Wertheim änderte jetzt den Vorwurf in nicht ausreichendes Rechtsfahren und reduzierte das Bußgeld auf 35 Euro. Dadurch gibt es keinen Punkt, und beide Fahrer sind gleich sanktioniert.

Über die Höhe des jeweiligen Schadenersatzes, Zivilverfahren, entscheidet beim Opelfahrer das Landgericht Mosbach, Streitwert über 5000 Euro. Der Sportwagenfahrer klagt beim Amtsgericht Wertheim.

Der Unfall ereignete sich am Nachmittag des 1. Aprils. Jetzt in der Verhandlung sagte der Rentner, er habe im Spiegel nach hinten geschaut, aber niemanden gesehen. Er sei dann ein bisschen nach links gefahren, und plötzlich habe es einen Schlag getan.

Der 19-jährige Schüler aus dem Main-Spessart-Kreis hatte den Sportwagen an diesem Tag wieder angemeldet, Saisonkennzeichen April bis Oktober, und es war die erste Tour. Er bog ebenfalls auf das Sträßchen ab und gab dann Gas, "bis maximal 100 Stundenkilometer". Ein überholter Radfahrer empörte sich.

Der Schüler bemerkte zu spät, dass der Opel immer langsamer wurde, und die Sportwagen-Reifen zeichneten ein Bremsspur von 30 Metern.

Beide Seiten haben Fehler gemacht, so die Richterin. Der Schüler war zu schnell, und der Rentner hätte den Sportwagen im Spiegel sehen können. goe