Wertheim

Erstes Museumsfest Das Motto am Sonntag, 2. Juni, lautet „Kunst, Kultur und Kulinarik“

Süße Geschosse und meditative Momente

Archivartikel

Es wird eine Premiere: Am 2. Juni steigt das erste Museumsfest des Wertheimer Grafschaftsmuseums. Von 10 bis 18 Uhr wird ein attraktives Programm für Jung und Alt, Groß und Klein geboten.

Wertheim. Wer mutig ist, tritt vor die Schaumkusswurfmaschine. Romantiker steigen in den „Topolino“ und lassen sich mit 16 Pferdestärken entlang der historischen Altstadt kutschieren. Künstlerische Naturen entwerfen kreative Verpackungen aus Natur oder fertigen ihren eigenen Schattenriss. Das alles und noch einiges andere mehr ist möglich beim ersten Wertheimer Museumsfest im und vor allem – wenn das Wetter mitspielt – vor dem Grafschaftsmuseum.

Hauptverantwortlich für das Programm ist Museumsmitarbeiter Thomas Friedel, der daran in den vergangenen Monaten gestrickt hat. Er packte das Ganze mit dem gleichen Engagement und der gleichen Akribie an, wie er sonst seine museumspädagogischen Projekte vorbereitet. „Kunst, Kultur und Kulinarik“, nennt Friedel im Gespräch die Schwerpunkte. Denn natürlich ist auch für Speisen und Getränke gesorgt. Besonders Geschickte – und Mutige – können den Mund an der Schaumkusswurfmaschine „voll nehmen“. Der Erfinder und Konstrukteur Walter Günter hat sie gebaut in „einer Kombination aus antiker Kriegstechnik und moderner Automatenmechanik“. Bei der Wurfmaschine handele es sich nicht um einen geschlossenen Kasten, „der Vorgang, der sich da abspielt, kann von jedem miterlebt werden“, schwärmt der Museumsmitarbeiter. Er kann sich „vorstellen, dass an dieser Station viel kommuniziert und gelacht wird“. Durch die Luft katapultiert werden, wie Friedel sagt, ausschließlich Bio-Schaumküsse, deren Schoko-Überzug etwas dicker ist als normal.

Fahrten mit dem „Mäuschen“

Ein weiterer Höhepunkt des Museumsfests: Oldtimerfahrten entlang der historischen Wertheimer Altstadt in einem Fiat 500, Baujahr 1949, mit 16 PS. Das Fahrzeug, mit dem Floriano und Franco de Pellegrin vor mehr als 50 Jahren mit der Startnummer 19 bei der Rallye Monte Carlo unter fast 250 Teilnehmern immerhin den 68. Platz belegten, wird „Topolino“ genannt, was „Mäuschen“ bedeutet. In Schrittgeschwindigkeit geht es vom Museum vorbei am Engelsbrunnen und der Stiftskirche auf der Linden- und der Rechten Tauberstraße Richtung Spitzer Turm und von dort aus entlang des Mainplatzes in die Vaits- und dann die Rathausgasse zurück zum Grafschaftsmuseum.

Erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt wird das von Monika und Ulrich Karl aus Buhlenberg für die Museumspädagogik gebaute 1,60 Meter große Standkaleidoskop. Thomas Friedel spricht von „der hohen Kunst des Kaleidoskopbaus“ und verspricht mit großen, farbenprächtigen dreidimensionalen Bildern „wahrhaft meditative Momente“.

Es wäre kein richtiges Fest des Grafschaftsmuseums, wenn es nicht auch Führungen durch die aktuelle Sonderausstellung „Mechanische Tierwelten“ mit Museumsleiterin Stefanie Arz geben würde. Volkskundlerin Ursula Wehner bietet Scherenschnitte an, die Papierkünstlerin Andrea Kastner Workshops zu kreativen Verpackungen aus Papier sowie Burgenfachmann und Modellbaumeister Ludwig Weiser spannende Rundgänge durch die Wertheimer Burg en miniature. Trudel Dosch baut ihren Flohmarkt auf und verkauft für einen sozialen Zweck Altes, Seltenes und Kurioses.

Der Eintritt in das Museum ist an diesem Tag für alle Interessierten frei. Aber nicht nur deshalb hofft Thomas Friedel auf gutes Wetter und viele Besucher.