Wertheim

Großereignis im Freibad Die DLRG veranstaltete wieder ihr Moonlightschwimmen / Zwei Teilnehmer waren zwölf Stunden im Wasser unterwegs

Tausende Meter im Becken zurückgelegt

Archivartikel

Hunderte Schwimmer trafen sich am Wochenende zum Moonlightschwimmen der DLRG im Bestenheider Freibad. Zwei Teilnehmer schwammen ganze zwölf Stunden.

Bestenheid. Das zwölfstündige Moonlightschwimmen der DLRG am Samstag und Sonntag war auch diesmal ein voller Erfolg. Bereits zum elften Mal fand die Veranstaltung statt. Gestartet war man damit 2000. „Zum neuen Jahrtausend wollten wir damals etwas Besonderes anbieten“, erinnerte sich DLRG-Vorsitzender Andreas Hoffmann im FN- Gespräch. Die Veranstaltung kam seither immer so gut bei den Teilnehmern an, dass sie sich zur Tradition entwickelte.

Seit 2001 findet sie im zweijährigen Rhythmus statt. Dauerte das Schwimmen in den ersten Jahren noch 24 Stunden, hatte man es aufgrund des Helferbedarfs ab 2003 auf zwölf Abend- und Nachtstunden reduziert. Der Erfolg blieb. Die Veranstaltung fand auch in diesem Jahr in Kooperation mit der Bädergesellschaft Wertheim statt. Schirmherr war Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez.

Der Freibadbetreiber stelle das Bad zur Verfügung und verzichte sogar mit Beginn des Moonlightschwimmen komplett auf den Eintritt, so Hoffmann. Lob gab es von ihm auch für die 16 Sponsoren aus der Wertheimer Wirtschaft. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen, wie der Beteiligung am Altstadtfest, sei der Schwimmevent eine „richtige DLRG Veranstaltung“ bei der sich der Verein präsentieren könne. Dies motiviere auch die Helfer. Es waren 60 Aktive ab 15 Jahren im Einsatz, sei es beim Zählen der geschwommenen Bahnen, beim Erfassen der Teilnehmerdaten, an den Ständen oder im Hintergrund.

Bereits am Freitag hatte man fünf Stunden aufgebaut und vorbereitet, am Samstag um 13 Uhr ging es weiter, so dass das Event pünktlich um 17 Uhr starten konnte. Zum Abbau nach Schwimmende um 5 Uhr morgens brauchte man zusammen nur gut eine Stunde. Die Resonanz der Teilnehmer zeigte: Der Aufwand hat sich gelohnt. Insgesamt zogen 283 Schwimmer von 5 bis 88 Jahren ihre Bahnen.

Sie schwammen insgesamt stolze 729 100 Meter. Ihre Veranstaltungsziele hat das DLRG Wertheim erreicht. „Wir wollen Werbung für das Schwimmen allgemein, für unser Freibad und für das DLRG machen“, sagte Hoffmann. Wie die Teilnehmer lobte auch er, dass besondere einmalige Flair mit Flutlichtanlage und Unterwasserbeleuchtung im Schwimmerbecken. Diese motivierte viele Schwimmer längere Strecken zu schwimmen, als sonst.

Wer sich danach erholen wollte, konnte unter einer bunten Lichterkette an der Feuerschale Platz nehmen. Zur Stärkung gab es eine größere Verpflegungsauswahl. Bereits mit 100 geschwommenen Metern wurde man mit einer Urkunde ausgezeichnet. „Das schaffen auch jüngere Kinder“ war der Vorsitzende überzeugt.

Es gibt für die Strecke keine Zeitbegrenzung. Einzige Regel war: Das Becken durfte während der Wertung nicht verlassen werden. Ausnahmen gab es bei Langstreckenschwimmern, die nach 5000 Metern eine Pause einlegen durften. Schwimmhilfen und Neoprens waren nicht erlaubt.

20 Schwimmer um 4 Uhr morgens

Letztere waren bei 28˚C Wassertemperatur aber auch nicht nötig. Auf die Schwimmer warten Pokale in verschiedenen Kategorien. Ausgezeichnet werden beispielsweise die längsten Strecken nach Altersklasse, die größte Gruppe die an den Start ging, die Gruppe, deren Schwimmer zusammen mit meisten Meter schwammen, sowie der jüngste und älteste Teilnehmer. Zudem gibt es drei Sonderpokale für die längste Strecke, die zu einer bestimmten Stunde geschwommen wurden. Die Pokalwertung beginnt ab 13 Jahren. „Alle jüngeren Kinder erhalten neben der Urkunde eine Goldmedaille, unabhängig von der Strecke“, so Hoffmann.

Man habe schon erlebt, dass Eltern ihre Kinder antreiben, mehr Meter zu schwimmen, um einen Pokal zu bekommen. Dies wolle man mit der Auszeichnung für alle jungen Schwimmer vermeiden. Obwohl es für das Schwimmen über volle zwölf Stunden keine extra Auszeichnung gibt, haben dies zwei Wasserfreunde durchgezogen. Die 15-jährige Yana Wenzler schwamm in dieser Zeit 20 100 Meter, der 18-jährige Phil Hoffmann sogar 26 500 Meter. Als größere Gruppe mit rund 30 Erwachsenen und Kindern nahm der Waldkindergarten Waldenhausen teil.

Unter den Kindern waren auch ehemalige Schützlinge wie die achtjährige Lara, die unbedingt für ihren alten Kindergarten schwimmen wollte. „Wir finden Schwimmen wichtig, außerdem fördert die Teilnahme hier den Teamgeist“, sagte Erzieherin Monika Häfner. Sie lobte die Initiative der DLRG.

Auch weit nach Mitternacht war das Becken noch gut gefüllt. Einer der Schwimmer zur nächtlichen Stunde war Ralf Horn. Ihm gefiel vor allem die Unterwasserbeleuchtung. „So erlebt man das Schwimmbad nie.“

Zufrieden mit dem Verlauf der Nacht war auch Hoffmann. „Zu Beginn um 17 Uhr haben uns aufgrund der Hitze einige Kinder und Jugendliche gefehlt, daher haben wir auch die 300 nicht geschafft. Obwohl es dann immer voller wurde und viele sehr lange dann im warmen angenehmen Wasser blieben.“

Um 4 Uhr seien immer noch über 20 Schwimmer im Becken gewesen. „Es gab keinerlei Zwischenfälle und wir haben von den Teilnehmern wieder viel Lob erhalten“. Dies bestärke den Verein darin an dieser Veranstaltung festzuhalten. „Mein besonderer Dank gilt den Helfern, die bis zur Übergabe des Bades an den Schwimmmeister so lange durchgehalten haben.“ Dank der eigens vom Christian Fischer, technischer Leiter des DLRG, entwickelten Software konnten die Schwimmer sehr gut verwaltet und die Ergebnisse direkt auf einem Monitor visualisiert werden.

Zudem konnte man in diesem Jahr erstmals via Internet von Zuhause aus die Ergebnisse live abrufen. Die Preisverleihung findet am Donnerstag statt.