Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt

Teurer Denkzettel

Wertheim.In einer Verhandlung wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr fand das Amtsgericht Wertheim einen Weg, dass ein 32-jähriger Handwerksgeselle den Führerschein behalten kann. Für diese Vorgehensweise gab es mehrere Rechtfertigungsgründe. Die Staatsanwältin stimmte zu, und die Richterin stellte das Verfahren gegen Zahlung einer Buße von 2500 Euro an das Kolpingwerk ein.

Der Angeklagte war im März auf der kurvenreichen Kreisstraße zwischen Sachsenhausen und Reicholzheim mit einem Pkw gegen die Leitplanke gefahren. Er fuhr noch einige hundert Meter weiter, stoppte, und rief die Polizei an. Eine Blutentnahme ergab 0,55 Promille.

In der Verhandlung war der Mann geständig und sagte, er habe 360 Euro für die Reparatur der Leitplanke gezahlt. Laut Polizei hätte man ohne den Anruf den Schaden „vielleicht irgendwann“ entdeckt. Der Angeklagte hat keine Vorstrafen. Um vom Wohnort im Kreis Würzburg zum Arbeitgeber im Main-Tauber-Kreis zu gelangen, benötige er den Führerschein.

Die Richterin hielt entgegen, dass er bei Annahme der geringsten Abbaumenge zum Unfallzeitpunkt mindestens 0,65 Promille hatte. Sie ließ durchblicken, dass bei bei einem Urteil die Strafe bei etwa 2000 Euro gelegen hätte, allerdings mit einem Fahrverbot. goe