Wertheim

Informationsreihe Zahl der Senioren, die Internet nutzen, wächst / Bei Vortrag nützliche Tipps für einen sicheren Umgang erhalten

Thema beschäftigt alle Generationen

Archivartikel

Wertheim.„Verbraucher 60+: Chancen und Herausforderungen des Internets“, hieß die Veranstaltung, die gestern 65 „Silver-Surfer“ in den Arkadensaal zog. Die Veranstaltung kam auf Initiative des Wertheimer Seniorenbeirats in die Main-Tauber-Stadt zusatnde (wir berichteten).

Getragen wird die Veranstaltungsreihe „Verbraucher 60+“, die es seit 2009 zu unterschiedlichen Themen gibt, vom Ministerium Ländlicher Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, dem Bundesverband „Die Verbraucherinitiative“ und dem Landesseniorenrat BW.

Einleitend fand Moderator Andreas Vollmert lobende Worte für Wertheim. Bürgermeister Wolfgang Stein stellte in seinem Grußwort fest: „Die Chancen und Herausforderungen des Internets beschäftigen alle Generationen.“ Er freute sich, dass die Veranstaltung in Wertheim stattfand und dankte dem Seniorenbeirat Wertheim für seinen Einsatz.

Ein Leben ohne Internet sei heute nicht mehr vorstellbar. 74,2 Prozent der über 60-jährigen nutzten es bereits. Im Laufe des Vormittags wolle man den Senioren Rüstzeug an die Hand geben, um sich im Internet zurechtzufinden und Gutes und Böses im Netz unterschieden zu können.

Thomas Huttenlocher vom Referat Verbraucherpolitik des Ministeriums für ländlichen Raum erklärte, sein Ministerium finanziere die Informationsreihe. Der Verbraucherinitiative dankte er für die Ideen und Durchführungen der Reihe. Allen beteiligten Organisationen und Referenten sprach er für ihre Kooperation Dank aus. „Das rege Interesse der Gäste beweist, wie wichtig solche Veranstaltungen sind.“

Robert Wenzel, Vorsitzender des Kreisseniorenrats, betonte, der Zuwachs der Internetnutzer sei bei den über 50-jährigen am größten. Mit der Veranstaltung wolle man diesen einen selbstbewussten, selbstbestimmten und sicheren Umgang mit dem Internet ermöglichen. Neben den klassischen Funktionen wie E-Mail läge das Interesse der Älteren bei Gesundheit, Lebensführung und Reisen.

„Wir Älteren sind auch überproportional an den Umsätzen im Online-Shopping beteiligt.“ Soziale Netzwerke würden bei der älteren Gruppe ebenfalls zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Jürgen Küchler, Vorsitzender des Wertheimer Seniorenbeirats, zeigte sich stolz, dass der Vortrag in Wertheim stattfand. „Das Internet ist im ländlichen Raum unersetzlich.“

Vier Vorträge zum Thema

Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucher Initiative, sprach über die Chancen des Internets. Es sei eine Möglichkeit, durch Information und Kommunikation am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Kritik übte er daran, dass sich mit dem Verweis auf Onlineangebote immer mehr Anbieter wie Banken, Post und Finanzamt mit persönlichen Ansprechpartnern aus der Fläche zurückziehen.

Tanja Bröcker von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg informierte über den Schutz im Internet und den Schutz vor Abzocke. Sie warnte dabei speziell vor Abofallen, gab Tipps zur Prävention und der Vorgehensweise, wenn man in eine solche Falle getappt sei. Schadprogramme die über E-Mailanhänge, Webseiten und Apps eingeschleust würden, stellte sie ebenfalls als Gefahr dar.

Auch Phishing-Mails waren Thema. „Banken fragen nie per E-Mail nach PIN und TAN“, mahnte sie. „Rufen sie die Bankwebsite immer auf, indem sie die Adresse direkt eingeben, und informieren sie ihre Bank über Phishingversuche!“

Anrufe falscher Supportmitarbeiter und die Regeln für sichere Passwörter wurden angesprochen. „Informieren sie sich vorher gut und halten sie Software und Virenschutz stets aktuell“, fasste sie abschließend zusammen. Jürgen Schuh von der Verbraucher Initiative ging auf soziale Netzwerke und die Kommunikation im Netz ein. Nach der Vorstellung ihrer Vorteile mahnte er die Nutzer zur Datengeizigkeit. Daten seien das Gold des 21. Jahrhunderts und würden ohne unser Wissen genutzt, um umfassende Profile zu erstellen Sabihat Kreß vom Zentrum für europäischen Verbraucherschutz sprach über die Regeln beim Onlineeinkauf und bei Gesundheitsdiensten im Netz. Vor Bestellungen gelte es, die Angebote auf Seriosität zu prüfen. Neben der Sprache sollten Impressum und Gütesiegel geprüft werden. „Schauen sie zum Beispiel über Kartendienste nach, ob es die Firma unter der angegebenen Adresse überhaupt gibt.“

Auch Bewertungsportale könnten helfen. Bei Zahlungsarten sollten, Zahlungscodes und Dienste wie Western Union vermieden werden.

Risiken des Internets gelten für alle Nutzer unabhängig vom Alter, waren sich die Redner einig. bdg