Wertheim

Gerichtsverhandlung Rentner ist Fahrerlaubnis vorerst los

Trotz Restalkohol im Blut losgefahren

Archivartikel

Wertheim.Nach der Meldung einer Nachbarin kontrollierte die Polizei in der Wertheimer Bismarckstraße einen Autofahrer aus Bestenheid. Es war Karsamstag, 11 Uhr. Der Rentner verströmte Alkoholgeruch, zeigte Gleichgewichtsprobleme beim Gehen und Stehen und verhielt sich verbal provokant und unkooperativ. Ein Atemalkoholtest ergab umgerechnet 1,18 Promille.

Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr kam es zum Strafverfahren. Jetzt in der Verhandlung beim Amtsgericht Wertheim widersprach der 66-Jährige dem Vorwurf, er sei durch den Alkoholkonsum ungeeignet zum Führen eines Autos gewesen.

700 Euro Geldstrafe

Trotzdem verurteilte ihn die Richterin zu einer Strafe von 35 mal 20 Euro. Die seit dem Vorfall vorläufig entzogene Fahrerlaubnis zog sie endgültig ein. Die Sperrfrist für eine Wiedererteilung beträgt noch sechs Monate.

Die Beamten im Streifenwagen erreichte an diesem Karsamstag einen Funkspruch vom Revier. Darin hieß es, ein vermeintlich alkoholisierter Fahrer sei in seinem Pkw unterwegs. Auf Höhe der Aral-Tankstelle in Bestenheid kam den Beamten das Auto des Mannes entgegen. Die Polizisten fuhren hinterher und hielten nach zwei Kilometern den Fahrer am „Waldhaus“-Parkplatz an.

Der Mann musste den Polizisten seinen Autoschlüssel aushändigen und zur Entnahme einer Blutprobe mit ins Wertheimer Krankenhaus auf dem Reinhardshof mitkommen. Später befragten die Beamten seine Nachbarin. Sie meinte, es habe bereits um 3 Uhr den ersten Streit gegeben.

In der Verhandlung sagte der Beschuldigte, er habe in der Nacht zu besagtem Samstag Bier, Wein und Schnaps getrunken, „der Himbeergeist hatte eine hohe Qualität“. Hätte er am Vormittag Restalkohol vermutet, hätte er das Auto stehen lassen.

2017 sei er aufgrund von „telefonischen Mitteilungen“ sechs bis sieben Mal von der Polizei kontrolliert worden. Jedes Mal sei er nüchtern gewesen, betonte der Mann.

Die Richterin erklärte abschließend, bei einem Wert von 1,1 Promille beginne – unabhängig von Fahrfehlern – die absolute Fahruntüchtigkeit. goe