Wertheim

Ortschaftsrat Sachsenhausen Ausscheidende Gremiumsmitglieder verabschiedet / „Es wird schwer, diese Lücke zu füllen“ / Wasser wird illegal aus Bach gepumpt

Udo Beck wieder zum Ortsvorsteher vorgeschlagen

Archivartikel

Sachsenhausen.Bei der Sitzung des Ortschaftsrats Sachsenhausen wurde Peter Krank nach 15 Jahren und Klaus Hergenhan nach fünf Jahren aus dem Gremium verabschiedet. Beide waren aus persönlichen Gründen nicht mehr angetreten. Neu ins Gremium zogen Bernd Weigand (Liste für Sachsenhausen) und Marco Lotz ein. Wiedergewählt wurden Udo Beck und Jürgen Schreiner (alle drei Liste „Bürger für Sachsenhausen).

Beck lobte die beiden ausscheidenden Räten ausdrücklich. Krank sei 2004 unter Ortsvorsteher Hubert Englert ins Gremium eingezogen. Er arbeite sehr gewissenhaft, kenne sich in allen Verwaltungsdingen aus und habe sein berufliches Wissen über Gesetze oft zum Wohle des Gremiums eingesetzt. „Es wird schwer, diese Lücke wieder zu füllen.“ Er habe immer rechtliche Lösungen gesucht, verwies Beck beispielhaft auf die Verhinderung der Windradplanung auf der Gemarkung des Dorfs.

In Sachsenhausen sei er vielseitig aktiv, unter anderem beim DRK. Beim Aufbau der Streuobst GbR und der Biozertifizierung sei seine rechtliche Expertise wichtig gewesen. „Die Belebung der Wiesen ist ihm ein persönliches Anliegen.“ Für Beck selbst sei Krank ein Freund seit Schultagen und ein wichtiger Unterstützer im Rat. „Du machst vieles gerne und mit Herzblut, ohne dass man dich lange danach fragen muss“, lobte er.

Hergenhan wurde 2014 ins Gremium gewählt. Da er seither immer mehr Aufgaben außerhalb des Ortschaftsrat übernommen hatte, habe er nicht mehr kandidiert. Er sei ein Schaffer, der nicht viel geredet, sondern angepackt hat, beispielsweise bei der Sanierung der Turnhalle. Auch außerhalb des Gremiums hätten er und Beck viele gemeinsame Projekte gestemmt.

Beide Räte seien ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden, so Beck: „Ich hoffe ihr macht das weiterhin für unser Dorf. “

Krank war gerührt von Becks Äußerungen und stellte die gute Zusammenarbeit mit allen Ratskollegen heraus. Hergenhan schloss sich dem an.

Im Rahmen der Verpflichtung meinte Beck: „Wir werden Sachsenhausen weiter in gewohnt guter Manier voranbringen.“

Enthaltung bei Wahl

Auf Vorschlag von Schreiner wurde Udo Beck mit einer Enthaltung dem Gemeinderat als Ortsvorsteher vorgeschlagen. Ebenso mit einer Enthaltung wurde Jürgen Schreiner, den Lotz vorgeschlagen hatte, als Becks Stellvertreter nominiert.

Bernd Weigend begründete seine Enthaltung damit, dass er in vorherige Absprachen zur Wahl der beiden Ämter nicht einbezogen worden sei. Beck entschuldigte sich dafür. Es habe kein vorheriges Treffen des neuen Gremiums gegeben, ergänzte Beck.

Einig waren sich beide, man werde in Zukunft vertrauensvoll zusammenarbeiten. Da es nur vier Bewerber für vier Ratsplätze geben hatte, habe man beschlossen, eine weitere Liste aufzustellen, um den Bürgern eine echte Wahlmöglichkeit zu geben, so Wagner. Es sei keine Liste gegen etwas oder jemanden gewesen, sondern eine Liste für Sachsenhausen mit neuen Ideen.

Er war überzeugt, dass sich die größere Auswahl auch positiv auf die Wahlbeteiligung auswirkte. Mit 78,4 Prozent habe Sachsenhausen die fünfthöchste Beteiligung der Kreisstadt gehabt.

Er bedauerte, dass es keine Frau in den Ortschaftsrat geschafft habe. „Ich biete die nächsten fünf Jahre meine ehrliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit an“, so Weigand.

Unter dem Punkt „Sonstiges“ verwies Beck auf den neuen Familienwegweiser sowie den Fragebogen zur Kreisseniorenplanung. Beides ist im Rathaus des Dorfs erhältlich. Dort kann auch die Informationsmappe „Selbstbestimmtes Vorsorgen“ des Kreisseniorenrats angefordert werden. Weigand verwies darauf, dass es Auswärtigen nicht mehr möglich sei, die öffentliche Wasserentnahmestelle in Dörlesberg zu nutzen. Leider werde in Sachsenhausen zur Gartenbewässerung Wasser illegal aus dem Bach gepumpt. Er regte an, zu prüfen, ob man im Dorf eine eigene öffentliche Wasserentnahmestelle für Privatgärten und Obst- und Gartenbauverein einrichten kann. Angesprochen wurde in diesem Tagesordnungspunkt auch die Lärmbelästigung des Neubaugebiets durch nächtliche Mäharbeiten eines Landwirts und eine auch nachts laufende private Anlage zum Verscheuchen von Vögeln.

Zudem wurde den neuen Räten aus der Bürgerschaft auch der Rat mitgegeben, Beschlüsse gemeinsam zu fassen. Zeige man Einigkeit könne man auch den Gemeinderat leichter überzeugen. bdg