Wertheim

Faschingstanz im Bürgerhaus Ob „The Jackson Nine“, „Wild Wild West“ oder die „Musketiere“ – verschiedene Gruppen rissen in Höhefeld ihr Publikum von den Stühlen

„Uff de Höh“ das Tanzbein geschwungen

Archivartikel

Mit einem bunten Programm, schwungvoller Musik und lustigen Schunkelrunden sorgte der Faschingstanz im Höhefelder Bürgerhaus für viel Begeisterung.

Höhefeld. Zum Faschingstanz mit buntem Programm im farbenfroh geschmückten Bürgerhaus trafen sich am Samstag in Höhefeld die Narren. Schwungvoll spielte das Duo „Doppel Pack“ zum Tanz auf. Ihr Repertoire kam bei dem altersgemischten Publikum gut an. So drehten begeisterte Tanzpaare ihre Runden und das Bürgerhaus bebte regelrecht bei den Schunkelrunden.

Moderator Jens Landeck kündigte einen „Bödemer Bua“ an, der in der Bütt über seine kuriosen Erfahrungen in der freiwilligen Feuerwehr des bayrischen Nachbarortes berichtete. Dafür wurde für David Faulhaber gleich die erste Rakete des Abends gezündet.

Einen anderen Blickwinkel auf das Zeitgeschehen hatte die Üssigheimerin Maria Wolf aus Sicht eines Strohwitwers eingenommen. Sie berichtete über die erlangten Freiheiten eines Pantoffelhelden, der für überschaubare Zeit tun und lassen kann, was seine Angetraute sonst mißbilligt. Aber auch über das Chaos, welches ausbricht, wenn die streng disziplinierende Führung im Haushalt wegbricht und der Ungeübte auf sich gestellt ist.

Ebenfalls aus Üssigheim war die erste Tanzgruppe des Abends: „The Jacksons Nine“. Sportlich und akrobatisch anspruchsvoll war ihr Schautanz zu bekannten Hits wie „Thriller“ von Michael Jackson. Viele gewannen den Eindruck, „The King of Pop“ persönlich sei nach Höhefeld gekommen, besonders als in der Zugabe sein berühmter ‚Moonwalk‘ bewundert wurde.

Wilder Ritt durch die Savanne

Als „Wild Wild West“ zelebrierte die Abteilung Badminton des Sportvereins Höhefeld schwungvoll das Leben von Squaws und Cowboys. Der Schautanz spannte den Bogen vom wilden Ritt durch die glühende Prärie über die bedrohliche Szene am Marterpfahl zur Versöhnung mit Friedenspfeife am abendlichen Lagerfeuer im romantischen Sonnenuntergang des Wilden Westens. Wer nun dachte die Stimmung sei schon am Siedepunkt, wurde von den Höhefelder „Sportlerchen“ eines Besseren belehrt. Die fünf Damen im besten Alter besangen die Problemzonen der weiblichen Figur, welche den mädchenhaften Idealmaßen einer Schönheitskönigin entwachsen sind. Insbesondere der in Moll gehaltene Refrain ließ das Publikum die Anstrengungen der Sportlerinnen und den damit verbundenen Schweiß mitfühlen.

Herzzerreißend war das intonierte Bedauern, welches stark an einen Klostergesang erinnerte: Warum empfinde Gott als männliches Wesen kein ästhetisches Mitgefühl mit der Damenwelt bei der Zellulitis? Durch den absichtlich leicht falsch klingenden Gesang erhielt selbst das letzte Auge im Publikum einen feuchten Schimmer, sei es aufgrund der Lachtränen oder aus Mitleid mit den sich offenbar aussichtslos abmühenden Sportlerchen.

Der zweite Programmblock wurde mit einer Tanz- und Schunkelrunde eröffnet. Hier hatten die „Musketiere“ der Männertanzgarde der Narrengilde Grünsfeld den Auftakt. Als raue Gesellen, die immer streiten, eroberten sie die Bühne. In ihren akrobatischen Überschlägen und Figuren standen sie aber wie die echten Musketiere zusammen, als eine unzertrennliche Truppe, die es ordentlich krachen lassen kann.

„Hasekühle Helau“

Mit dem in Grünsfeld geltenden Schlachtruf „Hasekühle Helau“ wurden sie verabschiedet und machten die Bühne frei für eine etwas gebrechlicher daher kommende Männertruppe, die Höhefelder „Alten Jungs“. Diese führten einen nonverbalen Sketch aus dem Altersheim auf, in dem sie den rationalisierten Ablauf des Pflegealltags unter dem Diktat des Sparzwanges und dem militärischen Drill von Oberschwester Christine Englert skizierten.

So flogen auf Kommando ihrer Trillerpfeife alle Schlafzipfelmützen in den Nacken und, sofern noch vorhanden, wurden die Zähne durch ein breites Grinsen zum Putzen mit der Klobürste freigelegt. Einmal drüber und fertig. Die Protagonisten überzeugten das Publikum mit ihren schauspielerischen und komödiantischen Fähigkeiten dermaßen, daß dieser Sketch zu den Top Akts des Abends gezählt werden muss.

Nachdem das Männerballett „Dick und Durstig“ im vergangenen Jahr seinen Abschied verkündete, mußte eine Frischzellenkur her. Dies gelang mit der jüngeren Generation aus der freiwilligen Feuerwehr Höhefeld unter dem Motto „Klassisch-filigraner Tanz“. Zwar war noch erkennbar, daß die schweren Dienststiefel der Feuerwehr die Leichtfüßigkeit beeinträchtigten, jedoch war sich die Mehrheit des Publikums sicher, die illustre Truppe im nächsten Jahr wieder im rosa „Tütü“ auf der Bühne haben zu wollen.

Einen klassisch schwungvollen Abschluß brachte nun eine echte Garde, nämlich die „Weiße Garde“ der Werbacher Faschingsgesellschaft „Goageli“ auf die Bühne. Zweiundzwanzig schlanke Mädchenbeine flogen zu flotten Rhythmen synchron in die Luft. Sportlich anspruchsvoll waren die gezeigten Tanzfiguren und Pyramiden.

Dabei ließ Jochen Diehm als technischer Direktor des bunten Abends dank der neuen Bühnenbeleutung der Dorfgemeinschaft Höhefeld alles in glänzendem Licht erscheinen. Ihm verdankten die teilnehmenden Gruppen auch die musikalische Untermalung ihrer Auftritte. zug