Wertheim

Und plötzlich ist alles ganz anders

Archivartikel

Von Morgen an, liebe Leserinnen und Leser, ist es soweit: Das Wetter entspricht endlich wieder der Jahreszeit. Beziehungsweise, um ein wenig kleiner anzufangen, dem Monat.

Sie kennen es ja: „April, April, der weiß nicht, was er will.“ Ob Regen oder Schnee, Kälte, Wärme, Sonnenschein – es passt alles.

Wobei, wenn wir mal einen vorsichtigen Blick auf die Wettervorhersage werfen, dann scheint es zumindest bei uns in der Region in den nächsten Tagen mehr in Richtung Sonnenschein und vergleichsweise warm zu tendieren. Was nicht zuletzt für die Schülerinnen und Schüler eine feine Sache wäre, hätten sie so doch noch eine schöne zweite Osterferienwoche.

Wenn es denn jetzt tatsächlich (und anhaltend) wärmer werden sollte, dann können wohl auch die Burgziegen demnächst ihr Freiluftquartier beziehen, in das sie beim Ostermarkt bekanntlich und verständlicherweise noch nicht gebracht worden sind.

Als in den vergangenen Wochen das neue Familienzentrum vorgestellt worden ist, da war immer auch Tino Weise, der für den Wartberg zuständige Stadtteilkoordinator dabei. Der hat mit der Einrichtung – die vom Datum her morgen und tatsächlich dann am Dienstag ihre Arbeit aufnimmt – direkt zwar nichts zu tun. Indirekt aber schon, ist doch das (vorläufige) Domizil des Familienzentrums sein Büro.

Da war es schon wichtig, dass man „miteinander kann“. Und so war es auch – oder schien es so? Denn nur wenige Tage nachdem zum Beispiel im Stadtteilbeirat Wartberg das Familienzentrum vorgestellt und die Zusammenarbeit mit dem Stadtteilkoordinator wieder in warmen Worten gepriesen worden ist, hieß es plötzlich, dieser werde „abgelöst“. Was sich ja schon mal per se nicht gut anhört. Auch wenn versichert wird, dass nicht etwa Missstimmung dafür verantwortlich sei.

Es gibt eine Nachfolgerin, die aber nicht mehr – wie Weise – von der Caritas kommt, sondern vom Diakonischen Werk. Das wiederum stark beim Familienzentrum involviert ist.

Verlassen wollte uns auch, dem Vernehmen nach, ein führender Mitarbeiter der Stadtverwaltung und sich in Würzburg etwas Neues aufbauen. Das „wollte“ zeigt Ihnen schon an, dass daraus nichts wird. Denn vom Gemeinderat der Stadt Würzburg wurde aus letztlich am Ende verbliebenen fünf Bewerbern ein anderer ausgewählt. Der bis jetzt beim Landratsamt in Tauberbischofsheim tätig ist. Warum es den leitenden Mitarbeiter aus Wertheim weggezogen hat (was man ihm beim persönlichen Kontakt übrigens nicht anmerkte) obwohl es doch angeblich auf der ganzen Erde nirgends schöner als eben hier in Werde ist, ist nicht überliefert. Auch nicht, ob es bei diesem einen Versuch bleiben wird.

Nun kommt also, womöglich bald irgendwann, der Frühling. Was aber, das scheint nun festzustehen, nicht kommen wird, ist der Wertheimer Beach Club. Weil dessen Betreiber, Stefan Kempf, den Stadtstrand 2018 gar nicht beantragt beziehungsweise ihn von sich aus abgesagt hat, wie es in einem Statement der Stadtentwicklungsgesellschaft hieß? Der schiebt im allseits beliebten „Schwarze Peter-Spiel“ die Karte weiter Richtung Rathaus. Sein Ansprechpartner sei immer die Stadt und dort Bürgermeister Stein gewesen, macht Kempf geltend. Die Stadtentwicklungsgesellschaft und ihren Geschäftsführer habe er persönlich nie angegriffen. Wie auch immer – statt chillender Menschen wird es am Zusammenfluss von Main und Tauber heuer erstmals wohl wieder ausschließlich parkende Autos geben. Warum kommt mir gerade die, zugegeben in einem ganz anderen Zusammenhang veröffentlichte, Überschrift „Auf schleichenden Verlust der Vielfalt aufmerksam machen“ in den Sinn?