Wertheim

Weitere Stelle Stadt baut Sozialarbeit aus / Kosten teilen sich zu je einem Drittel die Stadt Wertheim, der Landkreis und das Land Baden-Württemberg

Unterstützung für zwei weitere Schulen

Archivartikel

Wertheim.Schulsozialarbeit hat sich in Wertheim seit vielen Jahren bewährt. Jetzt baut die Stadt diese Unterstützung für Lehrer und Schulkinder weiter aus. Zum neuen Schuljahr schafft die Stadt eine weitere volle Personalstelle. Diese wird je zur Hälfte aufgeteilt zwischen der Grundschule Bestenheid und der Werkrealschule Urphar-Lindelbach. Das hat der Gemeinderat in seiner jüngsten nicht öffentlichen Sitzung einstimmig beschlossen.

Hohe Fallzahlen

Aktuell sind an Wertheims Schulen vier Schulsozialarbeiter mit einem Umfang von 3,35 Personalstellen im Einsatz. Peter Götz kümmert sich seit 1992 um die Gemeinschaftsschule und die Edward-Uihlein-Schule. Susanne Deivel ist seit 2009 für die Realschule zuständig, Stephanie Eck seit 2012 für das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Hinzu kam 2017 als Novum der erste Einsatz einer Schulsozialarbeiterin auch an einer selbstständigen Grundschule. Seit Januar letzten Jahres arbeitet Judith Fischer an der Otfried-Preußler-Schule.

Dass Schulsozialarbeit eine notwendige Unterstützung ist, beweisen die jährlich hohen Fallzahlen. Neben der Einzelfallhilfe kümmern sich die Schulsozialarbeiter auch um soziale Gruppenarbeit und organisieren Projekte zum Beispiel zur Konfliktbewältigung und zur Gewaltprävention. Wichtiges Element der Schulsozialarbeit ist auch die enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, mit Ärzten und Therapeuten sowie mit Fachdiensten der Familien- und Erziehungsberatung.

Schwierigkeiten im Alltag

Generell, so schildern es Schulleiter, steigt der Anteil der Kinder, die Schwierigkeiten im Schulalltag haben. Vielfach bringen sie von zu Hause Ballast mit, der sich in mangelnder Sozialkompetenz und Aggressionen äußert. Die Auffälligkeiten haben in einem Maß zugenommen, das von den Lehrern nicht mehr aufgefangen werden kann. Sonst käme ihre eigentliche Aufgabe, der Unterricht, zu kurz. Deshalb ist es wichtig, dass Schulsozialarbeiter die Lehrer im Umgang mit sozial oder emotional auffälligen Kindern unterstützen und dabei auch als Bindeglied zur Familie fungieren. Ebenso wichtig ist, dass die Kinder einen Ansprechpartner haben, dem sie ihre Sorgen und Problemen anvertrauen können und der sie bei der Lösungssuche begleitet und unterstützt.

Die Kosten für die Schulsozialarbeit teilen sich zu je einem Drittel der Schulträger, also die Stadt Wertheim, der Landkreis und das Land Baden-Württemberg. Für die Personalstelle muss die Stadt pro Jahr rund 20 000 Euro aufwenden. Die Stelle wird in Kürze ausgeschrieben. Die Besetzung soll zum Schuljahresbeginn 2018/19, also im September dieses Jahres erfolgen. stv