Wertheim

Datenschutz Kleine Umfrage unter den Teilnehmern des Seminars für Vereine

Verunsicherung gemindert

Wertheim.Beim Seminar der Vereine in der Aula des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Wertheim befragten die Fränkischen Nachrichten einige Teilnehmer nach ihrer Meinung zum und ihren ersten Erfahrungen mit dem neu geregelten Datenschutz.

„Ich war sehr nervös vor dem 25. Mai.“, schilderte Heide Fahrenkrog-Keller, Vorsitzende des Wertheimer Frauenvereins, ihre Unsicherheit angesichts der neuen Datenschutz-Richtlinien. Bei ihren eigenen Recherchen habe sie nur sehr verklausulierte und undurchsichtige Dokumente gefunden. Um so größer sei die Erleichterung gewesen, als sie von der Informationsveranstaltung der Stadt erfuhr. „Seit ich wusste, dass es so etwas geben wird, habe ich mich beruhigt.“ Dem Referenten sprach sie ein Lob aus: „Er hat es sehr gut gemacht. Statt Fragen habe ich jetzt eine To-do-Liste.“

Für Gerhard Klinger aus Höhefeld waren vor allem die Themen Internet und Bilderverarbeitung von Interesse. Als Administrator ist er für die Websites der Dorfgemeinschaft Höhefeld und der Dorfkickers Mainschleife zuständig. „Es war schon sehr hilfreich“, wertete er die Veranstaltung positiv. „Besonders die Aussage, dass im Bildbereich eine mündliche Einwilligung reicht, war für mich sehr interessant.“

Bislang kein Thema

Einige Besucher vom Kirchenchor St. Venantius tauschten sich nach der Veranstaltung über die angesprochenen Themen aus. „Die Verunsicherung ist jetzt schon groß. In den kleinen Vereinen, da kennt man sich untereinander. Da war Datenschutz nie ein Thema“, erklärte eine Frau. Sie wolle sich das Gehörte nun erst mal durch den Kopf gehen lassen und es mit den anderen Chormitgliedern: „Es muss halt umgesetzt werden.“

„Das Thema ist im Moment überall im Gespräch. Jeder Verein steht vor den gleichen Problemen“, so der Eindruck von Uwe Böhrer, Vorsitzender des Deutschen Amateur Radio Clubs, Ortsverband Alte Grafschaft Wertheim. Er habe sich mit den Inhalten der Datenschutz-Grundverordnung bisher noch nicht so tiefgehend befasst. Das Seminar beschrieb er als sehr informativ. „Es gibt auf jeden Fall einiges an Handlungsbedarf“.

Jens Landeck, Vorsitzender des Sportvereins Höhefeld, ist als Mitarbeiter einer Bank mit den Gegebenheiten der Datenschutz-Grundverordnung schon ein wenig vertraut. „Wichtig ist jetzt die Frage, wie es in der Vereinswelt umgesetzt wird.“ Die Informationsveranstaltung der Stadt bezeichnete er als ein einzigartiges Angebot, das insbesondere für kleinere Vereine sehr wertvoll sei. „Man muss jetzt je nach Vereinsstruktur Veränderungen vornehmen und im Grunde alles auf den Prüfstand stellen“, meinte er. „In der Übergangsphase muss man aber schon auf das Verständnis der Mitglieder und der Dorfbewohner zählen und auf ihr Miteinander hoffen.“ Der Gemeinschaftssinn solle seiner Meinung nach im Vordergrund stehen. eli