Wertheim

Planung Neben den Haushaltsmittelanforderungen beschäftigten sich die Dertinger Ortschaftsräte vor allem mit den Themen Straßen und Verkehr

Viele Autofahrer zu schnell unterwegs

Archivartikel

Dertingen.Acht Punkte umfassten die Haushaltsmittelanforderungen Dertingens, die Ortsvorsteher Egon Beuschlein in der Ortschaftratsitzung am Mittwoch im Rathaus bekannt gab. Dennoch habe man die Bitte von Bürgermeister Wolfgang Stein erfüllt und sich auf Kleinigkeiten beschränkt.

Auf Platz eins der Anforderung steht das Herrichten des Bühnenvorhangs in der Turnhalle. Dieser ist samt Antrieb teilweise losgerissen und schließt nicht mehr richtig. Auf Platz zwei wünscht man sich eine Verbesserung der Außenbeleuchtung des Rathauses. Die zusätzlichen Lampen, die man nach der Renovierung testweise angebracht hatte, seien wieder entfernt worden. Nun merkte man aber, dass die Laterne auf dem Vorplatz nicht ausreichend Licht für den Bereich gibt. Deshalb beantragte man, an der Giebelseite des Gebäudes Strahler anzubringen, die nach oben und unten scheinen. Die nächsten drei Punkte betrafen den Friedhof. So fordert man auf Rang drei die Errichtung von einer größeren Zahl Rasengräbern sowohl für Urnen- als auch für Sargbestattungen.

Weiterhin soll das bestehende reguläre Urnengrabfeld nach oben erweitert werden. Auf Platz fünf forderte man Mittel für Beschattungsmöglichkeiten bei Beerdigungen an. Die vorhanden Bäume reichen dafür nicht aus. Eine Möglichkeit für die Beschattung seien Schirme, so Beuschlein.

Platz sechs widmete man Kindern und Familien. So beantragte man für jeden Spielplatz im Dorf einen Tisch und eine Bank. Dies sei Wunsch der Eltern gewesen.

Beim Treppenabgang zum Probenraum soll, laut Punkt sieben der Anforderungen, das Geländer der Treppe erneuert werden.

Auf Platz acht steht die Fußgängerbrücke über den Aalbach am westlichen Ortseingang. Zusätzlich forderte man die Stadtverwaltung auf, sich beim Land für die Sanierung der Straße Richtung Wüstenzell und die Schaffung von geeigneten Gehwegen in ihrem Bereich einzusetzen.

Grenzsteine entfernt

Ausführlich informierte Beuschlein im Punkt aktuelle Informationen über die Abschlussarbeiten im Nachgang des Ausbau der Autobahn A3 auf Dertingen Gemarkung. Die Asphaltierung des letzten Straßenstücks bis zum Sportplatz sei nun erledigt, die Ränder müssen noch gemacht werden. Teilweise wurden bei der Baumaßnahme Grenzsteine entfernt. Auf Grundstücke, bei denen dies passiert ist, sollen Vermessungen stattfinden und die Grenzsteine neu gesetzt werden. Bürger, deren Grundstücke betroffen sind, sollen sich zeitnah beim Ortsvorsteher melden.

Bisher unzufrieden ist man mit Teilen des Oberflächenwasserabflusses, wie er im Rahmen der Abschlussarbeiten angelegt wurde. So gab es beim letzten Unwetter durch Engstellen in der Abführung Überflutungen von Kellern. In einem Vor-Ort-Termin hatte man nun festgelegt, dass in den Klingen zwei große Betoneinläufe geschaffen werden. Diese erhalten zusätzliche Rückhaltemöglichkeiten für Äste. Weiterhin wurden diverse weitere Ausführungen von Abläufen im Rahmen der Maßnahme von der Stadt kritisiert. Diese werden noch verbessert.

Durch die Verbesserung sollen Wassermengen wie beim letzten Unwetter abgefangen und abgeführt werden können. Funktioniert habe der Wasserabfluss an der Lindelbacher Brücke. Dort flossen die Wassermengen nicht ins Ort.

Der Ortsvorsteher gab weiterhin die Ergebnisse der Messungen der beiden Geschwindigkeitsanzeigetafeln im Dorf bekannt. Währen an der Messestelle von Bettingen kommend nur zwölf Prozent der Autos schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometern waren, waren am Ortseingang von Wüstenzell kommend ganze 66 Prozent zu schnell.

Eine kontroverse Diskussion von Bürgern und Räte entwickelte sich erneut zur Parksituation an der Ortsdurchfahrt. Einerseits sorgen parkende Autos für Engstellen, die den Verkehrsfluss verhindern und zugleich Gefahrenstellen sein können. Andererseits zwingen die geparkten Fahrzeuge jedoch die durchfahrenden Fahrzeuge zum Abbremsen und haben so einen positiven Effekt für die Anwohner.

Aus Reihen der Räte wurde moniert, dass sich die Parkenden im ganzen Dorf nicht mal an die einfachsten Verkehrsregeln, wie beispielsweise Einhalten von Straßenrestbreite oder Abstand zu Einmündungen halten. So entstünde Chaos. Bisher haben die Eingaben des Gremiums bei der Stadtverwaltung noch nicht erreichen könne, dass die Verkehrsbehörde Falschparker im Ort verstärkt sanktioniert. So wurden die Bürger darum gebeten, selbst Probleme durch Falschparker bei der Behörde vorzubringen. „Viele Stimmen werden eher gehört“, so die Räte.

Beuschlein betonte zur Gesamtsituation, es sei wichtig, dass die durchfahrenden Autos abgebremst werden, aber es müsse auf der Straße genügend Platz sein, dass auch große Fahrzeuge durchkommen. Aus diesem Grund will man das Parkverhalten verstärkt steuern. Diskutiert wurde weiter darüber, ob dies besser durch Parkverbotsschilder an neuralgischen Punkten oder die Ausweisung von erlaubten Parkflächen geschehen soll.

Bei einem Vor-Ort-Termin mit Verantwortlichen der Wertheimer Verkehrsbehörde will man nun Möglichkeiten erörtern. bdg