Wertheim

Kultur Museen werben für ihre Sonderausstellungen und Angebote / Vom Mammutzahn über Haushaltsgegenstände bis zu Fotografien von Steve Mc Curry

Vielfalt in der Region beeindruckt

Archivartikel

Elf Museen an Main und Tauber haben die Höhepunkte der Veranstaltungen des zweiten Halbjahres im Herrenhaus des Kurtz Ersa Historic Centers in Hasloch vorgestellt.

Odenwald-Tauber. Die elf Museen verteilen sich auf die Landkreise Main-Tauber, Miltenberg und Main-Spessart. Sie bieten ein breites Spektrum an Dauer- und Wechselausstellungen über das ganze Jahr, sowie zusätzlich jede Menge Veranstaltungen.

Egal ob das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim, das Rauchmuseum in Freudenberg, die Papiermühle in Homburg, das Spessartmuseum in Lohr am Main, das Museum in Burg und Stadt Miltenberg, das Glasmuseum in Wertheim, das Grafschaftsmuseum in Wertheim, das Museum Schlösschen im Hofgarten, die Prassekscheune in Kreuzwertheim, das Kurtz Ersa Hammermuseum in Hasloch oder das Stadtmarketing Kultur und Tourismus Marktheidenfeld, sie alle sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Das war das Ergebnis der Vorstellung der Veranstaltungen im Herrenhaus.

Individuelle Erlebnisse

Trotz aller Gemeinsamkeiten bei Vermarktung und Angeboten kann man in jedem Museum individuelle Erlebnisse buchen und kosten. Was es dabei genau zu erleben gibt, steht im gemeinsamen Veranstaltungskalender, der erstmals 2016 herausgebracht wurde und in allen Museen ausliegt. „Die Vielfalt der Kultur hier in der Region ist beeindruckend“, sagte Viktoria Rowinski, Leiterin des Eisenhammers in Hasloch zu Beginn der Veranstaltung.

Ab 24. Juli zeigt beispielsweise das Grafschaftsmuseum Wertheim unter dem Motto: „Echt schräg“ Kurioses und Sonderbares. So wird beispielsweise ein original Mammut-Zahn ausgestellt, der nahe Gamburg gefunden wurde oder ein Schrägklappensekretär. Kurios auch das „Eichhörnchenorchester“ aus einer Gaststätte in Dertingen. Die sieben possierlichen Tierchen sind natürlich nicht echt, aber die Musik, die sie hinter einer Glasscheibe machen und die extra für die Ausstellung komponiert wurde, umso mehr. Am „Spitzen Turm“, der mit 2,7 Grad „echt schräg“ ist, wird eine Kletterwand für Kinder aufgebaut, passend zum Ausstellungsthema.

Das Museum Schlösschen am Hofgarten zeigt bereits seit Mitte Mai eine Ausstellung mit Werken des Expressionisten Fritz Ascher. Außerdem beteiligt man sich sehr stark am Ferienprogramm des Stadtjugendrings. Mehrere Sonderführungen durch den Garten mit seiner einmaligen Anlage und den kunstvollen Plastiken sind vorgesehen, genauso wie ein Gang vom Schlösschen zur Burg auf historischen Pfaden. Natürlich darf auch der Blaudruck nicht fehlen, den Kinder immer besonders spannend finden.

Das Glasmuseum beteiligt sich mit seiner Ausstellung „Local Hero – bitte anfassen“ an der Aktion des Stadtmarketing Wertheim „Buy Local – Besorg’s dir im Ort“. An zehn ausgewählten Stationen können die Besucher den Werkstoff Glas in ganz unterschiedlichen Weisen erfühlen und entdecken.

Viel zu entdecken gibt es in der Prassek-Scheune in Kreuzwertheim. Man reist praktisch in die gute alte Zeit, wenn Gisela Hyn Haushaltsgegenstände und Spielzeug aus dem 19. Jahrhundert zeigt und vorführt. Am Museumstag des Landkreises Main-Spessart am 23. September beteiligt man sich ebenso wie am 3. Oktober am „Maustag“.

Jungschmiedetreffen

Den Museumstag will der Eisenhammer mit seinem Hammermuseum ebenfalls nutzen und ich den Besuchern präsentieren. Ebenso interessant dürfte das Jungschmiedetreffen vom 15. bis 19. August sein. Alle Schmiede zusammen werden ein 2,5 D-Relief des Auswerfhammers erstellen, das nach Fertigstellung an der Außenseite des Eisenhammers befestigt wird. Da kann man Schmiedekunst live vor Ort erleben. Viktoria Rawinski blickte auch schon einmal auf den 7. Juli 2019. Hier wird das Hammermuseum fünf Jahre alt und das soll natürlich gebührend gefeiert werden.

Diese Phase hat das Spessartmuseum in Lohr schon längst hinter sich. Hier kann man aktuell „testen, tüfteln und anfassen“. Die Ausstellung „Ans Herz gewachsen – Erinnerungsstücke und ihre Geschichte“ zeigt unter anderem eine Zigarre des Prinzregenten Luitpold und viel weitere Stücke, die meist aus Privatbesitz zur Verfügung gestellt wurden und alles eine eigene Geschichte haben.

Das Rauch-Museum in Freudenberg zeigt aktuell eine Sonderausstellung Keramiken und Bronzeskulpturen von Kerstin Hohm aus Mömlingen. Zum Jahresende, am 18. Dezember, wird die Ausstellung „Julius Echter und Freudenberg“ eröffnet und zeigt das Wirken des Würzburger Fürstbischofs am Untermain.

Vielfältig ist das Programm der Papiermühle Homburg rund um das Thema „Papier – un ARTtig“. Neben der Ausstellung ist es vor allem die Sommerakademie, die sich dem Thema besonders annimmt. In Marktheidenfeld lädt besonders das Franck-Haus mit seinen kulturellen Angeboten ein.

Miltenberg lockt die Besucher in die Museen in Burg und Stadt mit verschiedensten Ausstellungen. Vor allem die Ausstellung mit Werken des Leipziger Künstlers Ben Wilkens ist hier zu nennen. In Miltenberg werden viele neue Bilder zu sehen sein; auch in Farbe, eine Spielart, der sich Wilkens bisher verschloss. Bekannt ist der Künstler für seine streng komponierten in der Farbe Grau gehaltenen Raumkompositionen. Immer wieder neu ist die Serie: „Im Lebe ned“ mit interessanten Vorträgen und Lesungen.

Außergewöhnliche Lesung

Das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim schließlich steht noch ganz im Zeichen der Ausstellung mit Cartoons von Gerhard Glück. 120 Cartoons aus dem Privatbesitz des Künstlers werden noch bis Mitte September gezeigt. Ab 5. Oktober folgt dann eine Ausstellung des weltberühmten Fotografen Steve Mc Curry, der sich vor allem als Kriegsfotograf hervorgetan hat. Außergewöhnlich auch eine Lesung und Gespräch mit Felicitas Hoppe im Rahmen der Reihe: „Literatur im Schloss“ am 12. September.

Mit diesen Veranstaltungen wird nur ein kleiner Überblick über die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung an Main und Tauber aufgezeigt, aber wer museumsaffin ist, wird bestimmt seine Höhepunkte selbst finden.