Wertheim

Beim Amtsgericht verhandelt

Vollständige Rehabilitation

Archivartikel

Wertheim.Eine 19-jährige Frau erfasste im Juli 2017 auf der L 2310, in Höhe der Gaststätte „C´est la Vie“, mit ihrem Pkw einen Fußgänger. Dieser wurde zu Boden geschleudert und erlitt Prellungen und ein Halswirbelschleuder-Trauma.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung erhielt die Frau einen Strafbefehl über 600 Euro mit dem Vorwurf „zu spätes Reagieren“ und „keine andauernde Vollbremsung“. Dagegen legte sie Einspruch ein. In einer Verhandlung beim Amtsgericht Wertheim gab es jetzt einen Freispruch.

Am Unfalltag verabschiedete sich der Geschädigte um 3 Uhr von einem Bekannten und wollte dann über die Straße ins „C´est la Vie“. Die Angeklagte kam aus der Gegenrichtung. Nach ihren Angaben hielt sie die im Unfallbereich erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern ein, die Straße war aber „wenig ausgeleuchtet“. Von links sei ein Mann über die Straße gelaufen, der wegen seiner dunklen Kleidung erst sehr spät zu erkennen war.

Sie habe eine Vollbremsung gemacht, der Mann sei in der Mitte der Straße kurz stehen geblieben, dann aber weiter gegangen. Vorn rechts habe sie ihn mit dem Auto erfasst. Der Geschädigte hielt sich den Kopf, meinte aber, es gehe ihm gut. Obwohl er es nicht wollte, habe sie Krankenwagen und Polizei gerufen.

Der Geschädigte sagte, trotz des geraden Straßenverlaufs habe er erst auf der Mittellinie und in 20 Meter Entfernung die Scheinwerfer des Autos erkannt. Einige Zeit nach dem Zusammenstoß hätten starke Schmerzen eingesetzt. Ein Arzt habe ihn drei Wochen krank geschrieben. Noch heute verspüre er gelegentlich unfallbedingte Schmerzen.

Nichts falsch gemacht

Die Staatsanwaltschaft betonte in ihrem Schlusswort, die Frau hätte weder zu spät reagiert noch keine Vollbremsung gemacht. Dem schloss sich der Verteidiger am. Auch die Richterin stellte fest, dass die Angeklagte nichts falsch gemacht habe. goe