Wertheim

Beamte sorgen für ruhige Silvesternacht Bestimmte Einsatzarten häufen sich zum Jahreswechsel / Polizei mit drei Streifen mehrfach im Einsatz

Vom Kellerbrand bis zu Ruhestörungen

Archivartikel

Während viele in der Silvesternacht mit Feuerwerk das neue Jahr begrüßten, sorgten sieben Beamte des Polizeireviers Wertheim für die Sicherheit der Bürger.

Wertheim. Die ersten Stunden der Nachtschicht verliefen für Dienstgruppenleiter Polizeioberkommissar Björn Betzel und seine sechs Kollegen der Dienstgruppe A ruhig.

Im Laufe der Nacht wartete jedoch viel Arbeit auf die zwei Beamtinnen und fünf Beamten. „Jeder von uns hätte nichts dagegen, an Silvester mit Familie und Freuden zu feiern. Weil wir aber nur alle paar Jahre am Jahreswechsel Dienst haben, ist das vollkommen in Ordnung“, sagte Björn Betzel am Silvesterabend.

Insgesamt gibt es im Wertheimer Revier fünf Dienstgruppen im Dreischichtbetrieb. Jedes Jahr findet ein Schichtsprung statt. Damit wird sicher gestellt, dass nicht immer die gleichen Polizisten an den Feiertagen, wie Weihnachten, arbeiten müssen. „Wer in diesem Jahr an Silvester arbeitet, hatte an Heilig Abend frei“, erklärte Betzel. Seine Dienstgruppe sorgte jedoch an den beiden Weihnachtsfeiertagen für die Sicherheit der Bürger. Die Dienstplanung wird gleich zu Jahresanfang bekannt gegeben, so weiß jeder Polizist was ihn erwartet.

In der Silvesternacht waren mehr Beamte eingesetzt, als an anderen Tagen im Jahr. Polizeihauptkommissar Carsten Diemer von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Heilbronn erläuterte, dass an normalen Tagen fünf Beamte pro Schicht im Einsatz seien. So stünden für die Bewältigung von Einsätzen stets mindestens zwei Streifenbesatzungen zu Verfügung. „In der Silvesternacht sind sieben Beamte und damit drei Streifenbesatzungen für Einsätze im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Wertheim im Einsatz.“

Betzel ergänzte, dass man auch während des Altstadtfestes und der Messe mit dieser höheren Zahl an Polizisten agiere. Einig waren sich Diemer und Betzel, dass das Einsatzaufkommen in der Silvesternacht oftmals etwas höher ist und das Einsatzspektrum vielfältiger sein kann, als sonst im Jahr. Unter anderem zählten sie Ruhestörungen auf, die es zu beenden gilt. Hinzu kommen Konflikte, welche entstünden, wenn viele Menschen gemeinsam feiern und dabei zu viel Alkohol konsumieren. „Leider gehen mit diesen Streitigkeiten oftmals Körperverletzungsdelikte einher“, so Diemer.

Auch Brände oder Verletzungen durch die missbräuchliche Verwendung von Feuerwerkskörpern kämen vor. Die Polizei sorge auch an Silvester für die Sicherheit auf den Straßen. So werden Verkehrskontrollen durchgeführt und Unfälle aufgenommen. Die Zahl und Art der Einsätze schwanke in jedem Jahr. Betzel stellte fest: „Es gibt nicht den typischen Silvestereinsatz, aber manche Einsatzarten häufen sich am Jahreswechsel.“

Ab Mitternacht waren alle drei Streifen mit je zwei Beamten im Einzugsgebiet des Reviers im Einsatz. Dieses reicht von Külsheim über Wertheim bis Freudenberg. Die Meldungen liefen in der Nacht am Funktisch von Polizeihauptmeister Ralph Winzenhöler zusammen. Betzel erklärte, man versuche die Streifefahrten so zu verteilen, dass man die verschiedenen Orte des Einzugsgebiets schnell erreicht.

Den Schwerpunkt bildet jedoch die Wertheimer Kernstadt und deren Stadtteile. „Kommt es jedoch zu einem größeren Einsatz der viel Personal bindet, müssen diese Verteilungen über den Haufen geworfen werden“, sagte Betzel. So war es in dieser Silversternacht.

Kellerbrand auf dem Wartberg

Um kurz nach Mitternacht wurde die Polizei zusammen mit der Feuerwehr Wertheim zu einem Kellerbrand auf dem Wartberg alarmiert. Mindestens ein Kellerteil stand dort unter Vollbrand. Insgesamt 31 Feuerwehrleute waren für die Löscharbeiten eingesetzt. Auch die sechs Streifenbeamten des Polizeireviers waren rund um das Brandobjekt im Einsatz. Nach zweieinhalb Stunden vor Ort galt es im Anschluss für die Polizisten die umfangreichen Schreibarbeiten rund um diesen Einsatz zu bearbeiten. Dies dauerte fast bis Schichtende um sechs Uhr. Vom Brand abgesehen war es eine ruhige Silversternacht.

Die Beamten wurden zu vier Ruhestörungen gerufen. Außerdem beschäftigte sie eine verwirrte Seniorin. In den Morgenstunden des Neujahrstags beendete man zudem eine Trunkenheitsfahrt.

Betzel bemerkte, dass einige Ereignisse der Silvesternacht erst am kommenden Tag zur Anzeige gebracht werden. So auch dieses Jahr. Am Morgen des Neujahrstages wurde eine Körperverletzung aus der Nacht angezeigt.