Wertheim

Vom Mülltonnen–Marathon

Archivartikel

Manchmal hat schlechtes Wetter auch sein Gutes. Am vergangenen Wochenende zum Beispiel. Regen und Kälte dürften so einige von einem Besuch in Wertheim abgehalten haben. Zum Glück, denn die Hauptsehenswürdigkeit waren – neben Baustellen vielleicht – Unmengen an Gelben Säcken, die teilweise bereits am Freitagabend, spätestens am Samstagnachmittag an den Straßenrand gestellt wurden, wo sie dann am Montagmorgen abgeholt wurden. Kein wirklich schönes Bild.

In der jüngsten Kreistagssitzung wurde angeregt, Abfuhrtermine in den Tourismusschwerpunkten nicht auf den Montag zu legen. Die Wertheimer Mitglieder des Gremiums haben sich dem hoffentlich angeschlossen.

Zumal die Antwort des zuständigen Dezernenten in der Kreisverwaltung, wie zu lesen war, dergestalt lautete, dass es ab 2019 keine Montagsabholung der Gelben Säcke mehr geben werde – in Bad Mergentheim.

Überhaupt, die Abfallentsorgung. So richtig erwärmt haben sich viele Wertheimer mit den Neuerungen im System noch nicht. „Man ist nur noch mit der Müllabfuhr beschäftigt“, stöhnte einer, als er am Donnerstagabend die graue Tonne zum Abholen bereitstellte. Es war der Schlusspunkt eines ganzen Abfuhrzyklus über mehrere Tage. Der begann, am Beispiel des Quartiers „Rechts der Tauber“, mit der Biotonne und dem Altpapier Mitte vorvergangener Woche, setzte sich, wie geschildert, mit den Gelben Säcken am Montag fort – dass die beiden letztgenannten Abfallarten seit geraumer Zeit an verschiedenen Tagen eingesammelt werden, daran hat sich auch noch nicht jeder gewöhnt. Weiter ging es am Mittwoch wieder mit der Biotonne, um einen Tag vorgezogen, wegen Allerheiligen, und endete schließlich, ebenso wegen des Feiertags allerdings um einen Tag nach hinten geschoben, schließlich gestern mit der grauen Tonne. Man war also mit Rausstellen und Reinholen ganz schön beschäftigt.

Wie kriegen wir nun elegant die Kurve zum nächsten Thema? Am besten gar nicht erst versuchen, sondern einen harten Schnitt machen. In Freudenberg, genauer eigentlich in Rauenberg, wurden jüngst, nach einem Jahr Pause, wieder die Bürgermedaillen verliehen. Einen herzlichen Glückwunsch an alle Ausgezeichneten, die sich das redlich verdient haben. Was fällt auf, wenn man sich das dazu veröffentlichte Bild betrachtet? Die neu Gewürdigten sind überwiegend im oder nahe am Seniorenalter. Roger Henning dürfte zu den Jüngsten auf dem Bild gehören und der wurde nicht mit der Bürgermedaille geehrt, sondern hat sie als Bürgermeister ausgehändigt. Und es sind fast nur Männer bedacht worden. Christel Hildenbrand ist die einzige Frau unter den neuen Medaillenträgern. Ellen Schnellbach ist zwar auch zu sehen, aber nicht als Ausgezeichnete, sondern in der Funktion als stellvertretende Bürgermeisterin. Was sagt uns das? Nun, wir wollen hier bestimmt kein „Fass aufmachen“, aber sind in ganz Freudenberg, einschließlich der Ortschaften, etwa „nur“ ältere Männer ehrenamtlich aktiv? Oder sind diese es, die die Auszuzeichnenden vorschlagen?

Mit Allerheiligen hat nun also der November, der stille Besinnungs- und Gedenkmonat begonnen. Alles andere als still wird es allerdings (hoffentlich) morgen.

Der Bauernmarkt, nun auch schon zum 14. Mal im Veranstaltungskalender, gehört praktisch von Beginn an zu den beliebtesten und erfolgreichsten Veranstaltungen dieser Art in der Main-Tauber-Stadt. Das Wetter zumindest scheint dem Markt nicht entgegenzustehen, dass dies auch heuer so der Fall sein wird. Das genaue Gegenteil von besinnlich erwartet uns dann auch morgen in einer Woche, denn ab 11.11., um genau 11.11 Uhr sind dann wieder die Narren los.