Wertheim

Vom Ur-Vertrauen und zu lauten Beats

Archivartikel

Nun ist er also da der Mai. Und zeigt sich gleich, noch dazu offensichtlich anhaltend, von seiner allerschönsten Seite.

Eine Überschrift von der Titelseite dieser Zeitung am vergangenen Samstag würde auch heute wieder passen: Der „Frühling legt am Wochenende noch einige Grad drauf“.

Genau das Richtige also für Freiluftveranstaltungen aller Art.

Von denen es ja auch bei uns gleich wieder einige gibt. Heute zum Beispiel den „Burgrave“, seit gestern und noch bis morgen das nächste Street Food Festival. Und so weiter und so fort.

Auf den Plan gerufen fühlen sich allerdings, aus meiner subjektiven Sicht, leider auch bereits wieder diejenigen, denen das alles zu viel ist oder die die Frage stellen, ob das denn zum schönen Wertheim passe. Die einen werden mit Argusaugen darauf achten, dass die Straßengourmets nicht zu viel Dreck zurücklassen.

Die anderen werden mit spitzen Ohren lauschen, ob das was von der Burg herunter schallt – Musik mögen sie das ja nicht nennen – nicht zu viel Lärm verursacht. Man möge sich aber bitte auch Gedanken über Alternativen machen.

Einen leer gefegten Marktplatz hatten wir in den vergangenen Monaten nun wirklich häufig genug.

Nicht wirklich häufig gibt es in Freudenberg einen (Frei-) Bieranstich.

Von der verständlichen Freude bei Bürgermeister Roger Henning über den zweiten in seiner Amtszeit war vergangene Woche an dieser Stelle ja schon die Rede.

Allerdings schwang er dabei gar nicht selbst den Schlegel, sondern ließ Justiz-, Europa- und Tourismusminister Guido Wolf den Hahn ins Fässchen treiben. Vielleicht mit dem Hintergedanken, dass dieser sich daran erinnern möge, wie gut man ihn in Freudenberg behandelt hat, wenn es darum geht, einen nächsten, und dann höheren, Förderbescheid für die „Kleinstadt mit Herz“ auszustellen.

Henning bewies unterdessen ein Ur-Vertrauen in Politiker, wie man es heutzutage nur noch selten findet. Hielt er doch den Hahn fest, während Wolf zuschlug. Der enttäuschte den Bürgermeister nicht. Zwei Mal „geklopft“, zwei Mal das richtige Ziel getroffen. Das Bier floss und Henning blieb schmerzfrei.

Man könnte es jetzt ja mit dem Sprichwort halten, „nicht geschimpft ist Lob genug“. Da ich mir aber sicher bin, dass - und wenn es hinter vorgehaltener Hand ist – über das „StadtErlebnis“ am inzwischen vorvergangenen Freitag auch geschimpft wurde, soll hier das verdiente Lob nicht fehlen.

Schließlich war es ein außergewöhnliches Ereignis bei dem wirklich alles gepasst hat.

Diesmal sogar das Wetter - wer erinnert sich nicht noch an die sintflutartigen Regenfälle zum Ende des Stadterlebnisses 2016?

Sollte es tatsächlich noch jemanden geben, der Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines Innenstadt- und Burgmanagements für Wertheim hegt?

Nun sind sie also weg, die Wertstoffcontainer in der Kreuzwertheimer Lindenstraße. Par ordre du Mufti, wie manche Leute scherzhaft sagen, in Wirklichkeit natürlich auf Anordnung des Bürgermeisters, wurden die Quellen des Ärgernisses entfernt.

Zu viel Müll wurde da abgeladen, wo ja, wie der Name schon sagt, eigentlich Wertstoffe entsorgt werden sollte.

Er habe eh schon kaum noch Leute im Bauhof, die könnten nun nicht auch noch fast täglich Müllmann spielen, so Kreuzwertheims Bürgermeister Klaus Thoma. Und das auch noch für die „bösen Buben“ von jenseits des Maines.

Von dort kämen nämlich diejenigen welche und brächten ihren Hausmüll mit, so eine Kreuzwertheimer Kommunalpolitikerin.

Weil man ja in Wertheim, wie überhaupt in Baden-Württemberg, für jede Tonnenleerung extra zahlen müsse.

„Alles Übel kommt von drüben.“ Schon in der Debatte über Hunde, die an Plätzen, an denen sie es nicht sollen, ihre Notdurft verrichten, war das ein gern genutzter Slogan.

Und jetzt gibt es heute auch noch „Lärm“ von der Burg herab . . .