Wertheim

Mainkaufhaus-Areal Abrissarbeiten sind so gut wie abgeschlossen / Arbeiter entdeckten einen bislang nicht bekannten Keller

Von Geschäftshaus ist fast nichts mehr zu sehen

Archivartikel

Es gibt kaum noch Spuren vom ehemaligen Mainkaufhaus. Zwischen Hans-Bardon- und Hospitalstraße klafft jetzt eine riesige Lücke. Doch schon bald wird hier Neues entstehen.

Wertheim. „Der Abbruch ist soweit durch“, hatte Geschäftsführer Edgar Beuchert vor wenigen Tagen die Mitglieder des Aufsichtsrats von Stadtentwicklungsgesellschaft und Städtischer Wohnbau informiert (wir berichteten). Und in der Tat: Egal von wo man schaut, ob von der Hans-Bardon- oder der Hospitalstraße oder auch aus Richtung der Welschdorfgasse – was man sieht, ist eine riesig scheinende freie Fläche. Von dem, was einmal das Mainkaufhaus war, ist nichts mehr übrig geblieben. Oder kaum etwas. „Das hätte ich nicht gedacht, dass das so groß ist“, staunt eine Passantin im Vorbeigehen auf dem Weg in die Stadt.

Gewölbe

Gestaunt haben kürzlich auch die Arbeiter auf der Baustelle. Entdeckten sie doch Richtung Hans-Bardon-Straße einen bislang nicht bekannten Keller. Das Gewölbe ist an manchen Stellen fast bis unter die Decke voll mit eingesickertem Erdreich. „Möglicherweise“, so Beuchert, „ist das die Ursache für die unübersehbaren Risse am Nachbargebäude“.

Der Keller wird nun verfüllt, die Abgrabungen links und rechts davon müssen mit äußerster Vorsicht vorgenommen werden, damit der Keller nicht in die falsche Richtung kippt.

Vorsicht war auch während der Abbrucharbeiten immer wieder vonnöten. So manche Überraschung trat dabei zutage. „Am 10. Oktober haben wir hier begonnen“, rekapituliert der Steg-Geschäftsführer. Die ersten acht Wochen sei man nur im Inneren zugange gewesen, schon die Entkernung des Gebäudes sei eine ziemlich aufwendige Sache gewesen. Ende November, Anfang Dezember begannen dann die eigentlichen Abbrucharbeiten.

„Und die waren bei der dichten Bebauung hier eine echte Herausforderung.“ Schließlich galt es, Rücksicht zu nehmen auf die umliegende Bebauung, die natürlich nicht beschädigt werden sollte. So ist das alte Mainkaufhaus letztlich nicht restlos beseitigt worden. An drei Stellen blieben Wände stehen, weil diese sowohl zum Abbruchgebäude als auch zum jeweiligen Nachbarhaus gehörten.

„Leerstelle“ ausbetoniert

„Das wäre eine böse Überraschung geworden, wenn wir die Wände abgerissen hätten und die Anlieger plötzlich auf der Toilette im Freien gesessen hätten. Aufwändig war es auch, an einem Haus, dessen Fundament höher liegt als die Baustelle, eine neue Grundlage „darunter zu basteln“. Abschnitt für Abschnitt wurde das Erdreich vorsichtig herausgeholt und die „Leerstelle“ ausbetoniert, erläutert Beuchert die Vorgehensweise.

Fest steht inzwischen, dass die bestehende Bodenplatte erhalten bleiben und weiterverwendet werden kann. Sie muss nur dort, wo es beispielsweise für Aufzüge oder Entwässerung notwendig ist, entsprechend eingeschnitten werden.

Laut Edgar Beuchert wurden für den Abbruch und die Freiräumung des Geländes 350 000 Euro veranschlagt. „Derzeit stehen wir bei rund 270 000 Euro, aber es muss auch noch das eine oder andere gemacht werden.“ Zwischenzeitlich wurde der Bauantrag bei der Stadt eingereicht. Wenn die Genehmigung erteilt worden ist, kann mit dem Neubau durch den Investor begonnen werden.

Lob für die Nachbarn

Beuchert hofft, dass es genauso planmäßig und reibungslos auf der Baustelle weitergeht, wie die Arbeiten in den vergangenen Monaten verlaufen sind. Schon im Interesse der Anlieger, denen er – einmal mehr – ein großes Kompliment ausspricht. „Die Nachbarn haben wirklich sehr gut mitgezogen und diese Baustelle jetzt über Monate toll begleitet.“