Wertheim

Von heißen Sommertagen und heißer Musik

Archivartikel

Das ist nicht unbedingt eine gute Nachricht, insbesondere für „Kopfarbeiter“: Hitze vermindert die Denkleistung, haben Forscher herausgefunden.

Sollte Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dieses „Passiert, notiert, glossiert“ ein wenig undurchdacht vorkommen – jetzt wissen Sie den Grund.

„Alle geloben lauthals: Für immer“, lautete Anfang der Woche die Überschrift zum Artikel über das Konzert von Doro Pesch am Samstagabend auf der Wertheimer Burg.

Das „alle“ bezog sich selbstverständlich nur auf die Besucher dieses besonderen musikalischen Ereignisses.

Manch anderen mag bei „für immer“ noch nachträglich der Schock in die Glieder gefahren sein. War ihnen doch schon der Auftritt der Queen of Metal heute vor einer Woche „ewig“ vorgekommen.

Ewig lang nämlich. Länger jedenfalls als 22 Uhr.

Und so klingelten dann fast schon erwartungsgemäß den beiden Bürgermeistern links und rechts des Mains, Wolfgang Stein und Klaus Thoma, die Ohren, nachdem zuvor ihre Telefone geklingelt und sie die Beschwerden derer entgegengenommen hatten, die sich in ihrer Ruhe, vor allem auch in ihrer Nachtruhe, durch die Musik gestört fühlten.

Die Freude der einen ist das Leid und der nachfolgende Ärger der anderen. Dieser, also der Ärger, wurde wahrscheinlich noch verstärkt dadurch, dass es ja auch am Freitagabend nicht unbedingt leise von der Burg herunter und über den Main hinüber schallte. Vielleicht sollte man künftig versuchen, diese „Doppelungen“ zu vermeiden. Obwohl natürlich so manches dafür spricht, es lieber an einem Wochenende im Jahr mal so „richtig krachen“ zu lassen, wenn es dafür an den restlichen vergleichsweise gesittet zugeht. Dass an den beiden Abenden mehrere hundert Fans ihre helle Freude hatten, sollte man darüber nicht vergessen – auch wenn man es vielleicht nicht verstehen kann, weil einem diese Art von Musik überhaupt nicht liegt.

Charlotte I. ist eine Frohnatur. Das ist auch gut so, denn so hat die neue „Kreüzemer“ Quätschichkönigin es sicherlich mit Humor genommen, dass die durch die Berichterstattung ein wenig in Stress und Hektik gestürzt worden sein könnte. Wurde doch in der Berichterstattung über ihre Vorstellung angekündigt, die Inthronisation von Charlotte Möller, wie sie mit „bürgerlichem“ Namen heißt, finde an diesem Freitag am Haslocher Turm statt. Nun hoffe ich natürlich, dass niemand gestern dort stand und vergeblich auf das Ereignis gewartet hat.

Zumal im Text irgendwo auch noch das Datum 31. Juli genannt wurde, gestern aber der 27. war.

Die Organisatoren des Wertheimer Altstadtfestes – das gestern tatsächlich begonnen hat – hinwiederum haben sich vielleicht gewundert, dass die Krönung der Quätschichkönigin „direkt vor dem Fest“ über die Bühne gehen solle. Nun sind Altstadt- und Quätschichfest noch nie auf ein Wochenende gefallen und tun das auch in diesem Jahr nicht. Charlotte kann sich völlig unbeschwert an diesem Wochenende in Wertheim vergnügen. Zu Charlotte I. wird sie dann am Freitag, 31. August gekürt – unmittelbar vor dem Quätschichfest.

Ein Fest sollten die Freudenberger Historientage werden – und sie waren es ja eigentlich auch. Das Programm konnte sich sehen lassen und diejenigen, die es gesehen haben, waren nahezu durchweg begeistert.

Nur waren das halt zu wenige, wie schon vor zwei Jahren bei der Premiere. Was die Veranstaltung damit erneut auf den Prüfstand bringt und zunächst die Antwort auf die Frage offenbleibt, ob es sie in Zukunft noch einmal geben wird.

Ganz ehrlich: es wäre schade, wenn nicht. Vielleicht sollte man ja jetzt erstmal nach dem Grundsatz verfahren, dass aller guten Dinge drei sind und gut Ding Weile haben will. 2020 können die Veranstalter dann, wenn es sein muss, immer noch einen Schlussstrich ziehen.