Wertheim

„Jugend trifft Politik“ Schüler bereiten seit Wochen besondere Veranstaltung an diesem Sonntag in der Main-Tauber-Halle selbstständig vor

Von Moderation bis zum Medienkontakt

Archivartikel

Genau drei Wochen vor der Kommunalwahl heißt es am Sonntag in der Main-Tauber-Halle wieder „Jugend trifft Politik“. Rund 30 Kandidaten werden sich den Fragen der jungen Leute stellen.

Wertheim. Seit Monaten laufen innerhalb einer Projektgruppe die Vorbereitungen, jetzt biegen sie auf die Zielgerade ein, berichtet Uwe Schlör-Kempf, städtischer Kinder- und Jugendbeauftragter am Ende eines weiteren Koordinierungstreffens.

Innerhalb der Projektgruppe hatte man drei Arbeitskreise gebildet, die sich mit den verschiedenen Aspekten befasst haben, die es bei einer solchen Veranstaltung zu beachten gilt. „So eine Aufgabe ist ja nicht alltäglich in unserem Schülerleben“, sagt etwa Hannah Weinmann, die sich gemeinsam mit anderen um die Moderation und das Programm des Nachmittags kümmert. Festgestellt hat sie dabei, dass „doch mehr Details zu berücksichtigen sind, als anfänglich angenommen“. Und sei es „nur“, sich Fragen zu überlegen und Moderationstexte zu formulieren. Die Erst- und Jungwähler können zu Beginn der Veranstaltung ihre Interessen bekunden, es soll Informationen geben, wie überhaupt gewählt wird, und man will auch darauf eingehen, ob und warum man von seinem Stimmrecht Gebrauch machen sollte.

Spontanität gefragt

Wie Hannah Weinmann erläutert, wird es für die Kandidaten ein „Spontanitätsspiel“ und ein „Frage und Antwort-Spiel“ geben. Nähere Details dazu nennt die Schülersprecherin des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums nicht. Es soll ja auch noch etwas Überraschendes geben. In Pausen besteht Gelegenheit, an den Ständen der Parteien und Wählervereinigungen weitere Informationen einzuholen und Gespräche zu führen.

Um die Öffentlichkeitsarbeit für „Jugend trifft Politik“ haben sich unter anderem auch Michelle Yiangoullas und Luna Horn, beide vom Beruflichen Schulzentrum, gekümmert. Natürlich werden sie dies auch noch weiter machen, denn die Werbung zieht in diesen Tagen zum Endspurt an. Social-Media-Kanäle, vor allem Instagram, werden bedient, aber auch klassische Medien eingesetzt.

So hat man, unterstützt von Markus Landeck, Plakate entworfen und gestaltet und etwa die Osterferien genutzt, um diese nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Ortschaften und Stadtteilen aufzuhängen. Vor wenigen Tagen erst wurden mehr als 1000 Postkarten an die Erst- und Jungwähler verschickt, um möglichst viele von ihnen am Sonntag in die Main-Tauber-Halle zu „locken“. Vielleicht ist ja auch das Gewinnspiel ein Anreiz, bei dem drei Gutscheine aus dem „Wertheim Village“ winken.

Die Preisträger ermitteln wird der neue Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez. Die Instagram-Seite, erreichbar unter „jtp_2019“, bleibt auch nach dem Sonntag geöffnet und bietet bis zum Wahltag weitere Informationen an.

Die Verpflegung mit Speisen und Getränken, die Einteilung der großen Main-Tauber-Halle, das benötigte Mobiliar und die Technik – all das waren Themen, mit denen sich Daniel Bromme und seine Mitstreiter von Arbeitskreis „Logistik“ befassen.

Für die Halle habe man sich auch wegen der besseren Erreichbarkeit ganz bewusst entschieden. Aber es wird nur ein Drittel der Halle genutzt. Denn, dass alle mehr als 1000 Erst- und Jungwähler kommen, damit rechnet bei allem Optimismus dann doch niemand. Obwohl die Vorbereitungsprojektgruppe diese hohe Anwesenheitszahl alleine durch ihr Engagement verdient hätte, sind sich die Erwachsenen einig. Beim Pressegespräch sind dies, neben Schlör-Kempf, die Pädagogen Georg Weinmann vom DBG und Kerstin Wittich sowie Peter Lippert vom BSZ. „Wir standen zur Verfügung, haben uns aber nicht aufgedrängt“, beschreiben die Lehrer ihre Aufgabe und loben, dass die Jugendlichen „sehr viel selbstständig erarbeitet“ haben. Worauf diese, wie Michelle Yiangoullas sagt, auch ziemlich stolz sind.