Wertheim

Von Sitzungen, Shirts und Stühlerücken

Kaum zu glauben, aber wahr: Heute in drei Wochen ist meteorologischer Winteranfang. Und bis zum kalendarischen sind es dann gerade mal noch drei Wochen mehr. Der Jahreszeit entsprechendes Wetter ist allerdings nicht in Sicht, sagen die Fachleute. Und in der Tat, ich würde zwar derzeit nicht mehr unbedingt von „T-Shirt-Temperaturen“ sprechen. Aber eine leichte Jacke ist, zumindest tagsüber, meistens immer noch ausreichend. Übrigens erfreute sich der beim Bauernmarkt am vergangenen Sonntag angebotene Glühwein, wie zu hören war, großer Beliebtheit. Der wird ja wohl in den nächsten Wochen das „In-Getränk“ werden, denn auch wenn es sich derzeit rein wettertechnisch wie schon gesagt nicht gerade so anfühlt - die Advents- und Weihnachtsmärkte stehen quasi vor der Tür. In der Wertheimer Altstadt sind die fleißigen Mitarbeiter der Stadtwerke gerade dabei, die passende Beleuchtung zu montieren, so dass ab besagtem Winteranfang Häuser, Gassen und Plätze wieder strahlen werden. Man muss dann nur ein bisschen aufpassen, dass man, während man sich an dem Glanz „oben“ freut, nicht „unten“ in eine Baugrube fällt.

Wichtige Personalentscheidungen fallen ja erst bei den Wahlen im kommenden Jahr. Einiges ist aber jetzt schon klar. Habemus Prinzenpaar heißt es an diesem Wochenende in Wertheim, Reicholzheim, Bettingen, Mondfeld, Külsheim - und Freudenberg? Dem Datum entsprechend werden die meisten Tollitäten– ich hoffe, ich habe keine Ortschaft vergessen – morgen präsentiert. Nur in Mondfeld schert man aus und ist dem Kalender der Faschingsgesellschaft zufolge schon heute Abend zu Gange. Besagter Kalender kann übrigens auch zur Verwirrung führen, enthält er doch Anfang kommenden Jahres eine erste, eine zweite und eine dritte Montagssitzung. Man wundert und denkt sich, was machen die Mondfelder Narren denn da? Aber halt, Kommando zurück, kein Grund zur Aufregung: Wer die Auflistung sorgfältig studiert und weiß, dass die Sitzungen in Mondfeld nicht Sitzungen heißen, sondern Bunter Abend, der erkennt, dass es dabei auch in der Kampagne 2018/2019 bleibt. Diese Bunten Abende finden am 1. und am 2. März statt, einem Freitag und einem Samstag. Diese Termine wiederum lassen einen Umstand erkennen, über den sich die (meisten) Narren freuen: Die neue Kampagne, die morgen beginnt, ist eine besonders lange. Erst am 6. März ist Aschermittwoch und damit alles vorbei.

„Hier wird noch gearbeitet“, hat Kurt Bauer ein Foto unterschrieben, das er im sozialen Netzwerk veröffentlichte und auf dem das Rathaus in der Abenddämmerung zu sehen ist. Erkennbar brennt in einigen Fenstern noch Licht. Entsprechende Kommentare ließen nicht auf sich warten. Das sei „vermutlich das Reinigungspersonal“, hieß es von einem Kommentator. Ein anderer mutmaßte, vielleicht seien die Mittagspausen der im Rathaus beschäftigten „einfach wieder zu lang“ gewesen. In die Bresche für die Beamten und Angestellten der Verwaltung warf sich Stadtrat Werner Kozyra. Er wies darauf hin, dass das Rathaus immer donnerstags bis 18 Uhr geöffnet sei und man, nach entsprechender Vereinbarung, auch noch später kommen könne. Nicht zuletzt aber seien „der Gemeinderat und die Verwaltung mitten in den Haushaltsvorbereitungen, auch heute wieder FiKuSS-Sitzung die nächste Woche auch wieder und am Samstag in einer Woche geht der Gemeinderat mit der Verwaltung in Klausur, so dass in der Dezember-Gemeinderatssitzung der Haushalt mit fast 70 Millionen Euro beschlossen werden kann“. Das musste wohl mal gesagt werden.

Erinnern Sie sich noch, was vor vier Wochen in dieser Glosse zu lesen war? Es ging um den Austritt von Stefan Kempf aus der CDU-Gemeinderatsfraktion und das damit einhergehende Stühlerücken am Ratstisch. Infolgedessen würde sich der einzige der FDP angehörende Stadtrat wenn auch am Rande plötzlich in den Reihen der CDU wiederfinden. „Ob das neuen Gerüchten und Spekulationen Auftrieb gäbe?“, hieß es. Nun, seit heute wissen wir, dass aus den Gerüchten Tatsachen geworden sind.