Wertheim

Umwelt- und Naturschutz Bund-Ortsverband besucht Bio-Hof von Edwin Flegler / Hauptversammlung

Vorstand knüpft an erfolgreiche Arbeit an

Wertheim.Es gibt in Wertheim mehr Biolandbetriebe, als man denkt. Der Ortsverband Wertheim des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland besuchte nun den Bioland-Hof von Edwin Flegler oberhalb von Urphar. Die meisten Mitglieder kannten ihn bis dahin nicht. Der Aussiedlerhof von Edwin Flegler liegt am Verbindungsweg nach Höhefeld.

Am Haus fällt gleich das Schild von Bioland auf. Es ist inzwischen ein zertifizierter Biolandhof und nicht mehr in der Umstellungsphase, wie es in der Ankündigung hieß. Im Jahr 2015 begann diese zweijährige Umstellungsphase. Edwin Flegler und seine Frau Cornelia bewirtschaften 100 Hektar Ackerland, 20 Hektar Wiese, daneben noch Wald. Tiere, also Rinder, gibt es auf dem Hof nicht.

Förderung durch das Land

Neben den normalen Ausgleichsleistungen von der EU gibt es vom Land Baden-Württemberg 240 Euro pro Hektar jährlich. Während der Umstellungsphase gab es nochmals 100 Euro pro Hektar extra. Aber die Erträge sind 20 bis 30 Prozent geringer als in konventionellen Betrieben. In den ersten beiden Jahren waren die Erträge ordentlich, so Edwin Flegler, im letzten Jahr wegen der Hitze und der Trockenheit schlecht. Die Güte seiner Böden gehe nicht über 70 Bodenpunkte hinaus.

Was die Gründe für eine Umstellung waren, wurde Edwin Flegler gefragt. „Wer spritzt schon gerne Gift?“, war seine Antwort. Es war wohl die Summe von vielen Gründen, die ihn dazu bewogen. Der Entschluss, die Milchkühe abzuschaffen, fasste er schon vorher. 40 Rinder, davon 20 Milchkühe waren zu wenig, um lukrativ zu sein. Bioland verbietet Anbindehaltung. Es wären in jedem Fall hohe Investitionen auf den Hof zugekommen. Es gibt wohl auch keinen Nachfolger für den Hof. Die drei erwachsenen Kinder gehen anderen Berufen nach.

Edwin Flegler kann sich auch keine Fremdarbeitskräfte auf dem Hof vorstellen. Er ist im Wesentlichen die einzige Arbeitskraft. Er und seine Frau seien auch keine „Selbstvermarktungstypen“. Ein Hofladen käme auch nicht in Frage.

Düngung ohne Mist?

Ein Biohof ohne Tiere, geht das? Bioland lässt das ausdrücklich zu. Wie sieht es dann mit der Düngung aus, ohne Mist? Mineraldünger ist verboten. Aber anderes wäre erlaubt, zum Beispiel Kalk oder Biokompost von den öffentlichen Kompostieranlagen.

Aber da hat Edwin Flegler schlechte Erfahrungen gemacht, zu viele Beimengungen von Plastik bis hin zu Batterien. Bleiben zuallererst die Leguminosen, die Schmetterlingsblütler Klee und Erbsen, die mit den Knöllchenbakterien in ihren Wurzeln den Stickstoff binden.

Eine Fruchtfolge wäre zum Beispiel: Klee – Körnermais – Weizen – Futtererbsen. Der Körnermais und die Futtererbsen werden im Biokraftfutterwerk Arnstein zu Tierfutter für den Biobedarf verarbeitet. Aber auch Sonnenblumen (für den Bäckereibedarf oder Sonnenblumenöl) und Zuckerrüben, die in der Bioschiene von Südzucker vermarktet werden, hat Edwin Flegler angebaut.

Klee als Dünger

Gegenüber dem Hof liegt ein großes Feld. Jetzt steht der Klee sehr schön. Der Klee wird, wie auch die Wiesen gemäht, das Mähgut gehäckselt und im Fahrsilo festgefahren. Dort fängt es an zu gären und die Silage, die früher den Rindern verfüttert wurde, bringt Edwin Flegler als Dünger auf die Felder. Das ist sein zweites Dünger-Standbein.

Großer Maschinenpark

Beim Rundgang durch den Hof bewunderten die Teilnehmer einige große Maschinen, z. B. zur Tiefenlockerung und zur Unkrautbekämpfung. Manches ist auch erst im Aufbau, so die Getreidereinigungsanlage, da fehlen vor allem noch die Silos. Der Mähdrescher wird von drei Landwirten genutzt.

Einige der Maschinen hätte Edwin Flegler schon noch gerne selbst. Aber das müsse erst einmal erwirtschaftet werden.

Die eigentliche Mitgliederversammlung fand in Urphar bei Franz Saur statt, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Ortsverbandes. Nach einem kurzen Bericht des Vorsitzenden und dem Kassenbericht wurde gewählt. Der Vorstand ist drei Jahre im Amt und sieht ganz ähnlich aus wie der alte. Einstimmig gewählt wurden:

Vorstandswahlen

Vorsitzender: Joachim Busch, Stellvertreter: Franz Saur, Kassenwartin: Birgit Fünkner, Beisitzer: Eberhard Feucht, Kassenprüfer: Angelika Rücker und Heidrun Diehm-Saur

Anschließend wurden die weiteren Aktivitäten besprochen. Franz Saur wird eine Wanderung im Spessart begleiten. Termin: Samstag, 1. Juni, um 10 Uhr. Man kehrt mittags ein und ist gegen 15 Uhr wieder zurück. Das genaue Ziel wird noch festgelegt. Die Wanderung wird noch angekündigt.

Für eine Stellungnahme zum „Gewerbegebiet Almosenberg – Erweiterungsfläche 1“ möchte sich die Ortsgruppe das Gebiet ansehen und beschloss eine Begehung am Montag , 29. April. um 18 Uhr, Treffpunkt ist der Parkplatz am „McDonald’s“-Restaurant. bund