Wertheim

Wahlkampf ist lebendiger als je zuvor

Liebe Leserinnen und Leser, schön, dass sie die Glosse gefunden haben. Auch wenn sie, dem Thema dieser Tage geschuldet, heute ausnahmsweise einmal nicht am angestammten Platz steht.

Eine gute Woche noch, dann ist es vorbei, das Jahr 2019. Genauer, das Wahljahr 2019. In dem wir vier, manche sogar fünf Mal unsere Stimme abgegeben haben. Die Zahl ist abhängig davon, wo man wohnt. Bei Oberbürgermeister, Europa, Kreistag und Gemeinderat waren beziehungsweise sind wir alle gefordert. Bei den Ortschaftsräten bleiben wir Stadt- und Stadtteilbewohner traditionell außen vor. Schade. Aber das scheint wohl niemand ändern zu können – oder zu wollen.

Scheint es Ihnen nicht auch so, liebe Leserinnen und Leser, als sei der Kommunalwahlkampf diesmal lebendiger als je zuvor? Auf Schritt und Tritt, so hat man den Eindruck, begegnen einem die Kandidatinnen und Kandidaten.

Und das nicht nur, weil ihr Konterfei an Laternenmasten und an anderer Stelle hängt oder klebt, oder man sie in Prospekten sieht. Nein, man kann ihnen auch leibhaftig über den Weg laufen. Da gibt es Wahlveranstaltungen, zuvor Ortsrundgänge, und Infostände. Zugegeben, das war früher auch schon so. Aber irgendwie nicht so auffällig, oder? Und manchmal treten die Bewerberinnen und Bewerber nicht nur „im Rudel“ (nicht despektierlich gemeint, um Gottes Willen) auf, sondern auch noch partei- respektive listenübergreifend.

Was, so finde ich, wiederum kein schlechtes Zeichen für eine notwendige künftige Zusammenarbeit sein kann. Ach ja und wenn man etwas nicht persönlich erlebt hat, findet man es garantiert kurze Zeit später in der Zeitung und vor allem in den sozialen Netzwerken im Internet.

Also spätestens nach dieser Wahl ist der Ort für viele Kandidatinnen und Kandidaten kein „Neuland“ mehr, wie einst für unsere Bundeskanzlerin. Gespannt darf man allerdings darauf sein, ob die Aktivitäten auch nach dem 26. Mai noch anhalten, oder ob dann wieder weitestgehend Ruhe herrscht.

Geht es Ihnen eigentlich genauso? Da hat man von einer Sache, oder in diesem Fall besser, einer Person, noch nie etwas gehört, und plötzlich begegnet sie einem scheinbar überall. Alvaro Soler ist so ein Fall.

Dem Autor dieser Zeilen war der Popstar bis vor wenigen Wochen völlig unbekannt. Dafür muss man sich nicht genieren, denn gleiches hat ja auch Kreuzwertheims ansonsten vielwissender Bürgermeister Klaus Thoma eingestanden. Bis seine Gemeinde zur coolsten in Mainfranken gekürt worden und ihr als Preis mit dem Künstler „aufs Auge gedrückt“ worden ist.

Und auf einmal taucht jener an jeder Ecke auf. In den Hitparaden ist er sowieso regelmäßig vertreten, wie man bei einer schnellen Recherche feststellen kann.

Auf der neuesten und erfolgreichsten Zusammenstellung solcher Titel, die regelmäßig in den Hitparaden vertreten sind und die von einem bekannten Jugendmagazin herausgegeben wird, findet man ihn auch. Na Bravo. Aber das ist ja noch nicht alles.

Alvaro Soler singt im Fernsehen meinen Song – also natürlich nicht meinen, sondern den von Sängerkolleginnen und Kollegen. Das passiert immer dienstags.

Und wenn dann sonntags auf dem gleichen Sender ein bekannter Fernsehkoch „gegrillt“ wird, dann grillt Alvaro Soler mit. Mittwochs hat er scheinbar bislang nichts vor, so dass er am 29. Mai in Kreuzwertheim Halli Galli machen kann.

Bei der größten Veranstaltung seit Jahren, nicht nur in der Marktgemeinde, wie der Bürgermeister frohlockt. Morgen backt er aber erst einmal kleinere Brötchen, bei der Einweihung des Quätschichplatzes. Für den Erfolg beider Veranstaltungen - ob groß oder klein(er) – wäre es schön, wenn etwas mitspielen würde, worüber aber in dieser Woche an dieser Stelle nicht geschrieben werden soll.