Wertheim

Gemeinderat Untersuchungen für Sanierungsgebiet in dem Wertheimer Stadtteil befürwortet / Bereitschaft zur Mitwirkung bei Bürgerbefragung geringer als erhofft

Wartberg soll sich positiv entwickeln

Der Wartberg hat in den vergangenen Jahrzehnten an Attraktivität verloren. Um diese Entwicklung zu stoppen, erwägt der Gemeinderat, ein Sanierungsgebiet auszuweisen.

Wertheim. Von weither sichtbar thronen die Hochhäuser des Wartbergs über der Stadt. In der Nachkriegszeit galt der Stadtteil als beliebter und moderner Wohnort für die Mittelschicht. Heute ist das Zeugnis, das dem Wartberg im vergangenen Jahr von seinen Bewohnern bei einer Bürgerwerkstatt und über eine Onlinebefragung ausgestellt wurde, alles andere als positiv: Gebäude seien schlecht erhalten, soziale Treffpunkte fehlen, die Kriminalitätsrate sei hoch, Anwohner oft einkommensschwach.

Bauliche und soziale Aspekte

Der „künstlich monofunktionale Stadtteil ohne gewachsene soziale Strukturen“ – so wird wie der Wartberg in der Sitzungsvorlage des Gemeinderats beschrieben – soll sich in Zukunft verändern. Als Anstoß erwägt der Gemeinderat nun ein Sanierungsgebiet, das den Stadtteil später in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ führen soll. Neben baulichen Maßnahmen unterstützt das Programm auch soziale Aspekte.

„Uns allen sollte es ein Anliegen sein, dass sich der Stadtteil gut entwickelt“, trat Stadtrat Axel Wältz (CDU) im Namen seiner Fraktion für den Wartberg ein. Seine Fraktion wünsche sich einen weiteren Sozialarbeiter für den Wartberg, sagte Richard Diehm (Grüne). Er hoffe, dass sie Besitzer der Häuser aus den 1970er Jahren vom Programm Gebrauch machen werden. Die Gebäude müssten dringend energetisch saniert werden.

Zunächst wird die Verwaltung nach dem positiven Votum des Gemeinderats nun vorbereitende Untersuchungen hinsichtlich der Ziele des Sanierungsgebiets veranlassen, deren Ergebnisse dann vom Stadtteilbeirat diskutiert werden. In einem späteren Schritt würde dann das Sanierungsgebiet förmlich festgelegt. Dass es auch weiterhin nicht ohne die Mithilfe der Bewohner geht, unterstrich Bürgermeister Wolfgang Stein. „Wir hätten uns bei der Bürgerbefragung eine höhere Mitwirkungsbereitschaft gewünscht“, räumte er ein. Das Programm „MyPinion“, über das die Befragung realisiert wurde, sei sogar vom Sofa aus zu bedienen.