Wertheim

Amtsgericht Fehlende Angeklagte verursachen zusätzliche Aufwendungen / Mutmaßlicher Einbrecher: Zug verpasst

Wer nicht erscheint, riskiert Haftbefehl

Wertheim.Zur Strafverhandlung nicht erscheinende Angeklagte sind ein zunehmendes Problem, auch beim Amtsgericht Wertheim. Es erhöht des Arbeits- und Kostenaufwand. Bei Verfahren mit Strafbefehl, Abwicklung auf schriftlichen Weg, kann beim Fehlen des Beschuldigten der Einspruch verworfen werden. Das ist der einfachste Fall.

Bei Vorbestraften erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage. Fehlt er, kann die Anklage in einen Strafbefehl umgewandelt werden. Soll aber durch eine Verhandlung intensiv auf den Beschuldigten eingewirkt werden, lässt das Gericht ihn von der Polizei vorführen oder verkündet einen Haftbefehl.

Im April fehlte ein vorbestrafter Angeklagter aus Wertheim bei seiner Verhandlung. Es ging um vorsätzlichen Fahren ohne Fahrerlaubnis und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs durch Missachtung der Vorfahrt an einer Kreuzung in Bestenheid. Der Beschuldigte hatte einen PKW gesteuert, und ein Polizeistreifenwagen verfolgte ihn.

Vorführungsbefehl

Auf das Nichterscheinen bei der April-Verhandlung reagierte das Gericht mit einem Vorführungsbefehl für eine Verhandlung im Mai. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Angeklagte beim Termin nicht würde anwesend sein.

In die Terminlücke wurde ein wenig aufwendiger Fall geschoben. Eine Frau hatte gegen einen Strafbefehl wegen fahrlässiger Körperverletzung, vielleicht bei einem Verkehrsunfall, Einspruch eingelegt. Vermutlich wird sie den Vorwurf einräumen, denn Zeugen sind nicht geladen, und es geht ihr nur um eine geringere Geldstrafe.

Die Ladung zum Termin erfolgte durch Postzustellungsurkunde, und wurde am 29. April vom Gericht der Post übergeben. Die Frau fehlte jetzt, und die Bestätigung über die Zustellung der Urkunde war seitens der Post auch noch nicht als Rücklauf bei Gericht. In diesem Fall wird nur ein neuer Verhandlungstermin festgesetzt.

Anders im Verfahren wegen versuchten Kabel- und Werkzeugdiebstahls in der Nacht zum 1. März vergangenen Jahres in Külsheim. Zwei Männer waren auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände nach Aufbrechen eines Bauzauns in ein Gebäude eingedrungen, das zu dem Zeitpunkt von einer Firma entkernt wurde. Die zwei wurden von der Polizei auf frischer Tat ertappt.

Sechs Monate auf Bewährung

Einer, 32 Jahre, erhielt jetzt vom Amtsgericht Wertheim eine Strafe von sechs Monaten mit Bewährung und 1500 Euro Buße, zahlbar an eine gemeinnützige Organisation (wir berichteten). Der zweite Angeklagte, vorbestraft und jetzt wohnhaft in Dortmund, fehlte. Er rief bei Gericht an und behauptete, er habe in Frankfurt den Zug verpasst. Er erhielt die Chance, den nächsten Zug zu nehmen, kam aber trotzdem nicht. Daraufhin erging Haftbefehl.